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Uhrenindustrie: Frankenschock führt bei Swatch zu Gewinneinbruch im ersten Halbjahr



Der starke Franken hat der Swatch Group im ersten Halbjahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der weltgrösste Uhrenhersteller steigerte zwar den Umsatz, verdiente aber deutlich weniger.

Für die erste Jahreshälfte 2015 weist Swatch einen um 2.2 Prozent höheren Umsatz von 4.19 Milliarden Franken aus. Zu konstanten Wechselkursen hätte das Plus allerdings 3.6 Prozent betragen, teilt der Uhrenkonzern mit Sitz in Biel am Donnerstag mit.

Noch stärker wirkte sich die Währungssituation bei den Gewinnzahlen aus. Der Betriebsgewinn (EBIT) verringerte sich um 8.3 Prozent auf 761 Millionen Franken und die entsprechende Marge auf 18.2 Prozent von 20.2 Prozent. Unter dem Strich blieb ein um 19 Prozent tieferer Reingewinn von 548 Millionen Franken.

Trotz des «massiv überbewerteten Frankens» sei Swatch gewachsen, schreibt das Unternehmen. Die nochmalige Verschlechterung der Wechselkurssituation habe aber zu einer Umsatzeinbusse von 56 Millionen Franken geführt.

Der durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) verursachte Finanz- und Währungsschock habe die Verkaufspreise insbesondere in den Euroländern gegenüber jenen in der Schweiz aus dem Gleichgewicht gebracht. Beim Reingewinn hätten sich auch die tiefen und zum Teil negativen Zinsen ausgewirkt.

Beschleunigung im Mai und Juni

Aufgeschlüsselt nach Sparten stieg der Umsatz im Uhren- und Schmucksegment (inklusive Produktion) um 2.0 Prozent (+3.4 Prozent in Lokalwährungen). Swatch ruft in der Mitteilung in Erinnerung, dass bis und mit Mai die Exporte von Armbanduhren der gesamten Schweizer Uhrenindustrie um 1.1 Prozent gesunken seien. Bei Swatch hingegen habe sich im Mai und Juni das Wachstum beschleunigt.

Über das ganze Halbjahr gesehen erzielte das Uhren- und Schmucksegment gemäss den Angaben in den Euroländern in Lokalwährungen gemessen eine «sehr hohe Wachstumsrate im zweistelligen Bereich». Auch in den meisten anderen Ländern sei der Umsatz in Lokalwährungen gestiegen. Ausnahmen waren gemäss der Mitteilung Südkorea wegen der Mers-Krankheit und Hongkong. Im Schwerpunktland China" sei jedoch ein Plus verbucht worden.

Erfolgreiches Retailgeschäft

Zufrieden zeigte sich Swatch mit der Entwicklung im Retailgeschäft. Die eigenen Shops hätten nicht nur in Europa hohe zweistellige Wachstumsraten verzeichnet. Auch in Japan und in anderen asiatischen Ländern sowie im Mittleren Osten seien mehr als 10 Prozent Wachstum erzielt worden. In den USA habe Swatch ebenfalls zugelegt.

Die Sparte «Elektronische Systeme» steigerte den Umsatz in der Berichtsperiode um 7.6 Prozent auf 156 Millionen Franken und schaffte auf Stufe Betriebsgewinn den Sprung in die schwarzen Zahlen.

Für zweites Halbjahr optimistisch

Für das zweite Halbjahr zeigt sich der Konzern zuversichtlich und erwartet «trotz des Schweizer Franken-Dilemmas ein starkes zweites Halbjahr 2015». In Lokalwährungen werde mit einem «sehr positiven Wachstum» gerechnet.

Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass die langfristige Strategie «der defensiven Preisanpassungspolitik» trotz der Währungssituation beibehalten werde. Kurzfristiges Gewinndenken sei bei Swatch weiterhin kein Thema. (sda)

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