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Historischer Erfolg: Brasilien eliminiert HIV-Übertragung bei Geburten

Glückliche lateinamerikanische Familie genießt einen sonnigen Tag in einem Park, die Mutter hält ihr Baby, während die Großmutter mit ihr spielt Happy latin family enjoying a sunny day in a park, moth ...
Ein guter Start ins Leben: Für Babys in Brasilien dank der richtigen Gesundheits-Prävention möglich.Bild: imago images

Historischer Erfolg: Brasilien eliminiert HIV-Übertragung bei Geburten

Brasilien hat einen historischen Erfolg im Kampf gegen HIV erreicht: Die Weltgesundheitsorganisation bestätigt, dass die Übertragung von Mutter zu Kind im Land nahezu gestoppt ist. Das sind die Gründe.
21.12.2025, 12:1321.12.2025, 12:25
Melanie Köppel / watson.de

Jahrelang galt die Übertragung von HIV von Müttern auf ihre Kinder als eines der grössten Probleme im globalen Kampf gegen das Virus.

Jetzt gibt es gute Nachrichten aus Südamerika: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat offiziell bestätigt, dass Brasilien diese Form der HIV-Übertragung praktisch eliminiert hat.

Damit ist Brasilien das bevölkerungsreichste Land weltweit, das diese WHO-Anerkennung erhält.

HIV-Übertragungen: Was eine Eliminierung bedeutet

Die Anerkennung bezieht sich auf HIV-Übertragungen während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder beim Stillen.

Laut WHO liegt das Risiko dafür in Brasilien inzwischen bei unter zwei Prozent. Das ist der Schwellenwert, ab dem die Organisation von einer Eliminierung spricht.

«Die Eliminierung der HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind ist für jedes Land ein bedeutender Erfolg im Bereich der öffentlichen Gesundheit – insbesondere für ein so grosses und komplexes Land wie Brasilien», sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

HIV-Früherkennung: Gesundheitssystem führt zum Erfolg

Über 95 Prozent der schwangeren Frauen in Brasilien nehmen an Vorsorgeuntersuchungen teil und werden routinemässig auf HIV getestet. Wird eine Infektion festgestellt, beginnt die Behandlung sofort.

Moderne antiretrovirale Medikamente können das Virus so stark unterdrücken, dass es nicht mehr weitergegeben wird. Für Mutter und Kind bedeutet das: ein deutlich geringeres Risiko und eine bessere gesundheitliche Perspektive.

SUS: Frühe Tests, schnelle Behandlung, starke Strukturen

Eine zentrale Rolle spielt dabei das öffentliche Gesundheitssystem Sistema Único de Saúde (SUS). Dieses wird neben regelmässigen Beiträgen der Landesregierung auch aus Steuern finanziert. Es ist für alle Bürger sowie Besucher ohne Papiere kostenlos.

HIV-Tests, Medikamente und Schwangerschaftsvorsorge sind für alle verfügbar. Für die WHO ist genau das entscheidend: Der Erfolg sei nicht nur medizinisch, sondern auch sozial und politisch zu feiern, weil niemand ausgeschlossen wird.

Weltweit haben bislang nur wenige Länder diese WHO-Anerkennung erhalten. Dass nun ausgerechnet Brasilien dazukommt, ist aus Sicht der Organisation besonders relevant.

Die Botschaft der WHO ist deshalb klar: HIV-Prävention funktioniert auch in Ländern mit grossen Herausforderungen, wenn medizinische Versorgung, politische Entscheidungen und soziale Absicherung zusammenspielen.

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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Spektralist
21.12.2025 12:53registriert August 2025
Wenn ich mich daran erinnere, wie meine Mutter in den 1990ern sterbende AIDS-Patienten begleitete, weil deren Familien sie verstossen haben... und heute erreicht Brasilien diesen Meilenstein... Die wenigsten werden die Schwere dieser Meldung wirklich nachvollziehen können.
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Interessierter
21.12.2025 12:55registriert Juni 2016
Stellt Euch vor Bolsenaro wäre noch an der Spitze. Da wären wohl HIV-Tests, wie seinerzeit die Coronaimpfung, verboten worden.
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