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Vier Selbstmordanschläge in Afghanistans Hauptstadt Kabul



Gut eine Woche nach dem tödlichen Doppelanschlag in Kabul sind bei vier kurz aufeinanderfolgenden Selbstmordanschlägen auf Polizeiwachen in der afghanischen Hauptstadt sechs Menschen verletzt worden. Das teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch mit.

Zunächst hätten sich zwei Attentäter vor einer Polizeiwache im Viertel Dascht-e Bartschi im Westen der Stadt in die Luft gesprengt, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Anschliessend lieferten sich Bewaffnete und Polizisten Schusswechsel. Das Viertel wird mehrheitlich von der ethnischen Minderheit der Hasara bewohnt. Sie gehören überwiegend der schiitischen Konfession an.

Der zweite Angriff richtete sich gegen die Polizeiwache 10 von Schar-i-Naw im Zentrum. Zwei bewaffnete Angreifer hätten versucht dort einzudringen, seien aber erschossen worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Zwei Verletzte wurden in ein Spital gebracht, wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte.

Bisher hat keine Gruppe die Anschläge für sich reklamiert. Erst Anfang vergangener Woche war Kabul Schauplatz eines Doppelanschlags gewesen, bei dem mindestens 25 Menschen getötet wurden.

Die Attentäter hatten bei den Anschlägen Journalisten, Soldaten und zahlreiche Zivilisten ins Visier genommen. Die Anschläge waren in kurzem Abstand erfolgt und offenbar aufeinander abgestimmt. Zu der Tat hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

Die radikalislamischen Taliban hatten ihrerseits erst vor kurzem ihre jährliche Frühjahrsoffensive eingeleitet. Die Frühjahrsoffensive markiert normalerweise den Beginn des jährlichen Kampfgeschehens, allerdings hatten die Taliban auch im Winter ihren Kampf gegen afghanische und US-Truppen fortgesetzt. Zugleich verübten sie in Kabul eine Reihe äusserst schwerer Anschläge, bei denen hunderte Zivilisten getötet und verletzt wurden. (sda/dpa/afp)

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