180? Darts-Legende Phil Taylor schaffte einmal gar eine 240!
Phil Taylor ist der mit Abstand erfolgreichste Dartsspieler der Geschichte. 16 Weltmeistertitel, über 200 Turniersiege, davon mehr als 80 bei Major-Turnieren, und insgesamt 13 Jahre als Weltnummer 1 sprechen eine deutliche Sprache. Doch noch vor seinen grössten Erfolgen erreichte die Darts-Legende beim UK Matchplay 1993 eine weniger diskutierte Errungenschaft.
Das Turnier, das nicht mit dem heutigen World Matchplay des Verbands PDC zu verwechseln ist, experimentierte mit einer speziellen Scheibe: einem sogenannten Quadro Board. Auf diesem gab es zwischen den Triple-Feldern und dem Bullseye einen weiteren Ring, bei dem die Trefferzahl vervierfacht wurde. So war das Punktemaximum nicht 180 sondern 240.
Und natürlich gelang Phil «The Power» Taylor gleich in seinem ersten Spiel eine perfekte Aufnahme. Bei der Premiere des Turniers traf der WDF-Weltmeister von 1990 und 1992 – vor Gründung der PDC im Jahr 1992 war die World Darts Federation der wichtigste Verband – gegen Jocky Wilson im Achtelfinal dreimal die Quadruple 20. «Twoo-Hundreed-and-Foortyyy», rief der Caller auf der Bühne.
Taylor brachte es aber nicht viel Glück: Der damals 32-Jährige unterlag dem Schotten 2:4. Jocky Wilson erreichte den Final, in dem er Dennis Priestley unterlag. Dieser wurde einige Monate später dann übrigens erster PDC-Weltmeister. Ein Titel, den Taylor zwischen 1995 und 2013 14 Mal erringen sollte.
Das UK Matchplay mit dem speziellen Board wurde nur viermal ausgetragen. Viele Spieler waren davon nämlich bloss mässig begeistert, da es völlig neue Wege zum Finishen gab, was für Verwirrung sorgte und Zeit gebraucht hätte, um diese einzustudieren. Die letzte Ausgabe 1996 gewann Phil Taylor. Der Mann aus Stoke-on-Trent blieb damit einer von wenigen, denen in einem offiziellen Turnier eine 240er-Aufnahme gelang. Eine offizielle Liste gibt es nicht, nur vier weitere Spieler haben dies sicher geschafft. Das perfekte Leg – hier wäre ein 7-Darter möglich gewesen – gelang jedoch niemandem.
Heute werden alle PDC-Turniere auf demselben Board gespielt. Nur der World Grand Prix weicht zudem vom üblichen Spielmodus ab. In Leicester wird nämlich nicht nur Double-Out, sondern auch Double-In gespielt. Sowohl das erste als auch das letzte getroffene Feld muss also ein Doppel sein, damit dieses zählt.
Dem Darts tat es gut, dass es das klassische Board behielt. Schon vor Taylors Rücktritt Anfang 2018 begann ein zuvor nicht gesehener Hype. Mittlerweile ist dieser auch eng mit dem Namen Luke Littler verbunden, doch noch immer wird «The Power» bei so gut wie jedem Turnier geehrt. Auch wenn sie dabei kaum an seine perfekte Aufnahme im März 1993 denken, singen die Fans jeweils: «There's only one Phil Taylor!»
