Glückskette führt Sammeltag für Opfer in Indonesien durch
Die Glückskette führt am Freitag einen nationalen Sammeltag für die Opfer des Erdbebens und Tsunamis auf der indonesischen Insel Sulawesi durch. Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat zugesagt, Spendeversprechen via Telefon entgegenzunehmen.
Solidarität über die Welt sei nun entscheidend, sagte Bundesrat Johann Schneider-Ammann gegenüber Radio SRF. Er lade die Schweiz ein, den Indonesiern dabei zu helfen, deren Schaden zu tragen.
Schneider-Ammann will in Zürich Spendentelefone entgegennehmen. In drei weiteren Sammelzentralen in Genf, Lugano und Chur nehmen gegen vierzig Freiwillige an Telefonen seit 6 Uhr bis 23 Uhr die Spendenversprechen entgegen. Auch online kann gespendet werden. In der ersten Stunde sind gemäss Radio SRF über 143'200 Franken zusammengekommen.
Mit den gesammelten Geldern will die Glückskette in erster Linie Projekte der Partnerhilfswerke ADRA, Caritas Schweiz, Heks, Solidar Suisse und des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) unterstützen, schreibt das Hilfswerk.
Über 1550 Todesopfer
Eine Woche nach den Erdbeben und dem Tsunami ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 1558 gestiegen. Internationale Hilfe komme zwar an, wegen der zerstörten Infrastruktur könne sie aber noch nicht alle bedürftigen Menschen erreichen, teilte der Sprecher des nationalen Katastrophenschutzes in Indonesien, Sutopo Nugroho am Freitag mit.
Elf Länder, darunter die Schweiz, Australien, Grossbritannien und die USA hätten bisher Flugzeuge mit Hilfsgütern in die betroffenen Gebiete gesendet. Indonesien nimmt nach Angaben des Katastrophenschutzes nur Hilfe in Form von Zelten, Wasseraufbereitungsanlagen, Generatoren und medizinischer Unterstützung an.
Seit Tagen wurden keine Überlebenden mehr unter den Trümmern entdeckt. Am heutigen Freitag läuft eine vorläufige Frist für die Rettungseinsätze ab. Danach gelten die Chancen als sehr gering - und viele traumatisierte Familien dürften allmählich traurige Gewissheit haben.
Schweiz schickt 900 Kilo Material
Die Schweiz schickte am Donnerstag ein zweites Team mit fünf Experten und 900 Kilogramm Hilfsmaterial ins Katastrophengebiet los. Die Spezialisten würden dringend benötigte Hilfe wie Material für sauberes Trinkwasser und Zelte für Menschen, die nach dem Tsunami alles verloren hätten, bringen, erklärte der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis auf Twitter. Indonesien bat die Schweiz am Vortag offiziell um Unterstützung, sie Cassis Departement mitteilte.
Bauingenieur Peter Hilti vom Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe sagte am Freitag gegenüber Radio SRF, in Palu auf Sulawesi lägen einzelne Stadtgebiete in Trümmern. Mancherorts habe sich der Boden verflüssigt. Zudem seien mehrere Häuserkomplexe zusammengebrochen. Im Vergleich zu anderen Naturkatastrophen wie etwa auf Haiti 2010 seien die Schäden aber geringer. Die Stadt Palu sei nicht flächendeckend zusammengebrochen.
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