Glückskette hat für Indonesien 1 Million Franken gesammelt

Glückskette hat für Indonesien 1 Million Franken gesammelt

05.10.2018, 10:4005.10.2018, 10:40

Die Glückskette führt am Freitag einen nationalen Sammeltag für die Opfer des Erdbebens und Tsunamis auf der indonesischen Insel Sulawesi durch. Kurz nach 10 Uhr meldete die Organisation einen Spendenstand von knapp einer Million Franken.

Konkret meldete die Glückskette den Eingang von rund 996'000 Franken seit Freitagmorgen um 6 Uhr. In den Sammelzentralen Zürich, Genf, Lugano und Chur nehmen insgesamt rund 500 Freiwillige an Telefonen seit 6 Uhr und bis 23 Uhr die Spendenversprechen entgegen. Auch online kann gespendet werden.

Wer sich in Zürich per Telefon meldet, hat die Chance, einen Bundesrat an den Draht zu bekommen. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hatte nämlich im Vorfeld zugesagt, in Zürich Spendeversprechen via Telefon entgegenzunehmen.

Mit den gesammelten Geldern will die Glückskette in erster Linie Projekte der Partnerhilfswerke ADRA, Caritas Schweiz, Heks, Solidar Suisse und Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK) unterstützen, schreibt das Hilfswerk.

Über 1550 Todesopfer

Eine Woche nach den Erdbeben und dem Tsunami ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 1558 gestiegen. Internationale Hilfe komme zwar an, wegen der zerstörten Infrastruktur könne sie aber noch nicht alle bedürftigen Menschen erreichen, teilte der Sprecher des nationalen Katastrophenschutzes in Indonesien am Freitag mit.

Elf Länder, darunter die Schweiz, Australien, Grossbritannien und die USA hätten bisher Flugzeuge mit Hilfsgütern in die betroffenen Gebiete gesendet. Indonesien nimmt nach Angaben des Katastrophenschutzes nur Hilfe in Form von Zelten, Wasseraufbereitungsanlagen, Generatoren und medizinischer Unterstützung an.

Seit Tagen wurden keine Überlebenden mehr unter den Trümmern entdeckt. Am heutigen Freitag läuft eine vorläufige Frist für die Rettungseinsätze ab. Danach gelten die Chancen als sehr gering - und viele traumatisierte Familien dürften allmählich traurige Gewissheit haben.

Schweiz schickt Material

Die Schweiz schickte am Donnerstag ein zweites Team mit fünf Experten und 900 Kilogramm Material ins Katastrophengebiet. Die Spezialisten würden dringend benötigte Hilfe wie Material für sauberes Trinkwasser und Zelte bringen, erklärte Aussenminister Ignazio Cassis dazu auf Twitter. Indonesien bat die Schweiz am Vortag offiziell um Unterstützung, wie Cassis Departement mitteilte.

Bauingenieur Peter Hilti vom Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe sagte am Freitag gegenüber Radio SRF, in Palu auf Sulawesi lägen einzelne Stadtgebiete in Trümmern. Mancherorts habe sich der Boden verflüssigt. Zudem seien mehrere Häuserkomplexe zusammengebrochen.

Im Vergleich etwa mit dem Erdbeben auf Haiti 2010 seien die Schäden aber geringer, sagte Hilti. Die Stadt Palu sei nicht flächendeckend zusammengebrochen.

https://spenden.glueckskette.ch/@b/spenden (sda/dpa)

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