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Ein Konvoi am Donnerstag. Bild: ABDALRHMAN ISMAIL/REUTERS

Evakuierung läuft an: Erste Verletzte und Zivilisten verlassen Ost-Aleppo 

15.12.16, 14:33 15.12.16, 14:52

In der syrischen Metropole Aleppo hat am Donnerstag die Rettung der dort eingeschlossenen Bewohner begonnen. Über 30 Busse und Krankenwagen mit Verletzten und Zivilpersonen verliessen den Bezirk al-Amirijah.

Sie fuhren am frühen Nachmittag in das von der Regierung gehaltene Viertel Ramussa, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Video: watson.ch

Der Konvoi bewegte sich sehr langsam vorwärts. Angeführt wurde er von Fahrzeugen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sowie des Syrischen Halbmonds, dahinter folgten 13 Krankenwagen und 20 grüne Busse.

Evakuierte sollen in von Rebellen besetztes Gebiet gebracht werden

Von Ramussa aus sollen die Bewohner in den Westen der Provinz Aleppo gebracht werden, der in der Hand der Aufständischen ist. Nachdem eine erste geplante Evakuierungsaktion in Aleppo am Mittwoch gescheitert war und neue Kämpfe aufgeflammt waren, meldeten die Kriegsparteien am Donnerstag die Einigung auf die Aktion.

Die Evakuierung mit den grünen Bussen ist am Donnerstag angelaufen. Bild: ABDALRHMAN ISMAIL/REUTERS

Insgesamt sollten am Donnerstag bereits rund 15'000 Menschen aus den Rebellengebieten abtransportiert werden, wie die Nachrichtenagentur DPA aus syrischen Militärkreisen erfuhr. Neben 5000 Kämpfern soll es sich demnach um deren Angehörige und um Zivilpersonen handeln, die sich noch in den eingeschlossenen Gebieten aufhalten.

Sie sollen in die Provinz Idlib südwestlich von Aleppo gebracht werden. Die Provinz wird grösstenteils von der bewaffneten Opposition kontrolliert.

Ein Verletzter wird abtransportiert. Bild: ABDALRHMAN ISMAIL/REUTERS

Katastrophale Lebensbedingungen

In Ost-Aleppo halten sich noch Zehntausende Menschen auf, von denen viele in zerbombten Häusern untergekommen sind. Wegen einer monatelangen Blockade wird die humanitäre Lage dort immer katastrophaler.

Es fehlt akut an Trinkwasser, Nahrung und medizinischer Versorgung. Weil es kaum Strom und Treibstoff gibt, können die Menschen trotz der Wintertemperaturen nicht heizen.

Insgesamt sollten am Donnerstag bereits rund 15'000 Menschen aus den Rebellengebieten abtransportiert werden Bild: ABDALRHMAN ISMAIL/REUTERS

Aleppo gehörte im rund fünfeinhalb Jahre dauernden Krieg zu den am heftigsten umkämpften Orten. Regierungstreue Truppen konnten seit Beginn einer Offensive im November den allergrössten Teil der bislang von Rebellen gehaltenen Stadtteile im Osten Aleppos erobern. (whr/sda/afp/dpa)

Aleppo ist ein Trümmerfeld 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Radiochopf 15.12.2016 15:12
    Highlight echt jetzt? wieso sollten die Zivilisten aus Ost-Aleppo in Rebellen(Terroristen)-Gebiete transportiert werden (Idlib ist 60kmb von Aleppo) statt nach West-Aleppo, wo die Menschen friedlich leben?!?.. ich glaube eher hier werden die Rebellen ( und Familienangehörige) mit leichten Waffen die aufgegeben haben, nach Idlib zurückgeführt. dies waren jedenfalls ein Teil der Bedingungen.. mittlerweile werden Terroristen schon mit Zivilisten verwechselt..
    9 3 Melden
    • Saraina 16.12.2016 09:26
      Highlight Familienangehörige von Rebellen sind Zivilisten. Auch Familienangehörige von Terroristen sind Zivilisten. Nicht mal Israel treibt die Sippenhaft so weit, dass es Angehörige von Attentätern als Terroristen behandelt.
      1 0 Melden
  • Maett 15.12.2016 15:07
    Highlight 20min hat's übrigens geschafft, zu diesem Thema ein interessantes Interview zu führen, der das Dilemma der westlichen Politik und Medienwelt schön aufzeigt: http://www.20min.ch/ausland/news/story/-Der-Westen-will-in-Aleppo-seine-Todfeinde-retten--20191197
    8 3 Melden
    • Maett 15.12.2016 15:30
      Highlight Find ich übrigens ganz gross von euch (watson), dass ihr Artikel von nationalen Mitbewerbern veröffentlicht, wenn es dem Thema dient.
      3 2 Melden

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