Wirtschaft

Herbert Bolliger tritt nach 13 Jahren als Migros-Chef ab. Bild: KEYSTONE

Migros-Chef Bolliger: «Ein Lädeli-Sterben sehe ich nicht mehr»

Herbert Bolliger tritt nach fast 13 Jahren an der Spitze des Migros-Genossenschafts-Bundes ab. Im grossen Interview spricht er über verpasste Deals, den Kauf seines Lebens und über den «Herzwert» des orangen Riesen.

10.12.17, 02:12 10.12.17, 11:19

PATRIK MÜLLER, BEAT SCHMID / schweiz am wochenende

Ein Artikel von

Herbert Bolliger empfängt uns in seinem Büro im 19. Stock des Migros-Hochhauses am Zürcher Limmatplatz. «Ich bin nicht immer hier, sondern oft unterwegs», sagt er. Vor gut zwölf Jahren zog Bolliger hier als CEO ein. Das Büro sieht aus wie damals – die Möbel, die er von seinem Vorgänger Anton Scherrer übernommen hat, sind immer noch dieselben. «Ich habe hier nichts investiert, die Dinge müssen 50 Jahre halten.»

Herr Bolliger, können Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag hier im Chef-Büro erinnern?
Nein. (blickt aus dem Fenster) Aber ich erinnere mich an die Aussicht. Das Bild hat sich komplett verändert: Der Prime Tower ist entstanden, die Europa-Allee – damals stand noch die alte Sihlpost.

CEOs sind selten so lange im Amt. Hätten Sie damals gedacht, dass Sie das bis zur Pensionierung machen würden?
Es ist tatsächlich lang. Aber was hätte ich sonst machen sollen? Im Detailhandel gibt es nichts, das spannender ist. Die einzige Alternative wäre gewesen, Verwaltungsratsmandate anzunehmen, aber ich wollte mich nicht aus der operativen Verantwortung zurückziehen.

Kommt die Verwaltungsrats-Karriere jetzt?
Ich würde nicht von Karriere sprechen. Aber drei Mandate – das kann ich mir gut vorstellen.

Bei Grossunternehmen?
Die Grösse spielt keine Rolle, das Honorar auch nicht. Es muss einfach interessant sein und Spass machen.

Wann hatten Sie in all den Jahren schlaflose Nächte? 
Schlafen konnte ich eigentlich immer gut. Es gab aber Entscheide, die mich stark beschäftigt haben. Zum Beispiel die Denner-Übernahme Anfang 2007. Diese habe ich im Wesentlichen selber verhandelt, den Vertrag haben wir ohne Übernahme-Spezialisten «gebastelt». Ich war anfänglich nicht sicher, wie unsere Migros-Gremien – insbesondere der Verwaltungsrat – reagieren wird, wenn wir einen Discounter kaufen.

Die Verwaltung MGB (Verwaltungsrat) segnete den Denner-Deal dann ab. Liefen Sie mit anderen Projekten auf?
Bei wichtigen Entscheiden geht man normalerweise nicht ohne Vorgesprä- che in das Gremium rein. Sondern man sondiert zuerst. Bei Hotelplan kam es einmal vor, dass wir an einem grösseren Geschäft waren und mehrere Verwaltungsräte das Signal aussandten: Das ist uns zu riskant. Da zog ich es zurück.

Sie sind erstaunlich skandalfrei durch Ihre CEO-Zeit gekommen.
Es sei denn, Ihre Zeitung hat eine knallige Schlagzeile gebracht, wie die, dass ich den Bauern an den Karren fahre.

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass Amazon in der Schweiz ein Lagerhaus baut.»

Wenn das der grösste Skandal war … Vielleicht kommt noch etwas nach Ihrem Rücktritt. Gibt es Leichen im Keller?
Ich warte auf die grosse Enthüllung im nächsten Jahr. Wahrscheinlich findet jemand heraus, dass ich überall noch beteiligt war, am Denner, an Digitec, Globus und so weiter. (lacht)

Wo lagen Sie rückblickend falsch?
Ich habe im Textilmarkt das Tempo unterschätzt, mit dem die Digitalisierung diese Branche umpflügt. Ich konnte nicht glauben, dass ein Geschäft profitabel sein kann, bei dem jeder zweite Artikel zurückgeschickt wird, wie das bei Kleider-Shops im Internet der Fall ist.

Wie fit ist heute die Migros in Sachen Digitalisierung?
Wir sind klar am weitesten in der Schweiz. Für mich ist jedoch klar: Die Digitalisierung steht noch am Anfang. Die Kadenz nimmt zu. Bei uns sind die reinen Online-Firmen, allen voran Digitec/Galaxus, viel weiter als diejenigen Shops, die im Internet als Zusatz zu einem stationären Geschäft entstanden. Dort mangelt es oft an der Entschlossenheit, weil man befürchtet, man nehme den eigenen Läden den Umsatz weg. Es gibt aber eine Ausnahme: ExLibris macht inzwischen 60 Prozent seines Umsatzes im Internet.

Die Übernahme von Denner bereitete Bolliger einst Schlaflose Nächte.  Bild: KEYSTONE

Was passiert, wenn Amazon in die Schweiz kommt?
Bestellen kann man ja schon lange in die Schweiz. Das ist nichts Neues. Amazon erwirtschaftet ohne einen einzigen Arbeitsplatz hier schon einen beträchtlichen Umsatz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Amazon in der Schweiz ein Lagerhaus baut. Das geht von Deutschland her günstiger.

Sind auch die klassischen MigrosLäden mit Lebensmitteln durch das Internet bedroht?
Die Kunden entscheiden je länger, je weniger zwischen physischem und digitalem Einkaufen. Mal gehen sie in den Laden, mal lassen sie sich die Ware nach Hause schicken. Ein Lädeli-Sterben sehe ich aber nicht. Es könnte sogar das Gegenteil eintreffen: eher wieder mehr stationäre Präsenz, dafür auf weniger grossen Flächen. Wir gehen wieder mehr in die Quartiere.

Wird die Migros in Zukunft mehr oder weniger Verkaufsfläche haben?
Ich sehe kein grosses Flächenwachstum mehr. Insbesondere dürften keine grossen Verkaufsflächen mehr entstehen.

Im Zentrum von Städten und Dörfern verschwinden viele Läden, auch weil vermehrt online eingekauft wird. Ist die Migros auch schuld an dieser Entwicklung?
Im Gegenteil. Vor zehn Jahren habe ich Gemeinden erlebt, die Blechhallen mit Parkplätzen vor dem Dorf bewilligten, und sich jetzt darüber wundern, dass sich das Dorf entleert und plötzlich der Metzger und der Bäcker dichtmachen. Die Gemeindepolitiker müssen sich schon selber an der Nase nehmen. Zudem haben viele Gemeinden die Bauauflagen so verschärft, dass es sehr aufwendig und teuer ist, im Zentrum einen neuen Laden zu bauen.

Herbert Bolliger, der Langzeitchef

Nach fast 13 Jahren tritt Herbert Bolliger als Chef des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) per Ende Jahr ab. Aufgewachsen ist Bolliger (Jahrgang 1953) in Wettingen AG als Ältester von drei Geschwistern. Sein Vater arbeitete als Metzger bei der Grossmetzgerei Bell. Bolliger studierte Betriebswirtschaft an der Universität Zürich. 1994 startete er seine Karriere im Migros-Genossenschaftsbund als Informatikleiter. 2005 trat Bolliger, der verheiratet ist und zwei erwachsene Kinder hat, seine Stelle als oberster Migros-Chef an. 2016 setzte die Migros im Inund Ausland 27,7 Milliarden Franken um. Während seiner Amtszeit erhöhte Migros den Anteil am Schweizer Detailhandel von 18 auf 22 Prozent. Bolligers Nachfolger wird der 47-jährige Westschweizer Fabrice Zumbrunnen, der im MGB die Personalabteilung sowie die Bereiche Kulturelles, Soziales und Freizeit leitet.

Sie haben den Einstieg der deutschen Harddiscounter erlebt. War das die grösste Veränderung, die Sie in Ihrer Amtszeit erlebten?
Man muss die Kirche im Dorf lassen. Der grösste Discounter in der Schweiz ist immer noch Denner. Wir machen mehr Umsatz als Aldi und Lidl zusammen. Aber der Medienhype um die deutschen Harddiscounter war um ein Vielfaches grösser als um Denner in den letzten Jahren.

«Die Voraussetzungen, dass der Frauenanteil steigt, sind heute so gut wie noch nie.»

Haben Sie mal gehofft, dass sich die beiden wieder zurückziehen?
Nein, damit habe ich nie gerechnet. Die Besitzer haben mehr als genug Geld, um lange durchzuhalten. Es ist auch selten, dass sie sich aus einem Land zurückziehen. In der Schweiz haben sie den Markt bewegt und sind hier inzwischen eine feste Grösse.

Der Preiskampf scheint inzwischen eingeschlafen. Was ist geschehen?
Die Preise wurden in den letzten Jahren bei vielen Produkten, vor allem auch bei Pflegeprodukten gesenkt. Zudem gab es eine Verschärfung bei den Rabatten. Heute werden Produkte nicht mehr nur 20 Prozent gesenkt, sondern gleich um 50 Prozent. Das ist eine völlig neue Entwicklung.

Stand je zur Debatte, das soziale Engagement wie zum Beispiel das Kulturprozent wegen der harten Konkurrenz durch Aldi oder den Einkaufstourismus herunterzufahren?
Diese Diskussion kam nie auf. Das kulturelle und soziale Engagement der Migros ist wichtig und macht uns einzigartig. Zudem bringt es uns in Umfragen immer beste Reputationswerte ein. Es wäre falsch, das über Bord zu werfen.

Unter Ihnen ist die Migros stark gewachsen. Der Umsatz stieg von 20 auf 27 Milliarden Franken. Der Marktanteil kletterte von 18 auf 22 Prozent. Gibt es überhaupt noch Wachstumspotenzial in der Schweiz?
Wir wollen zum Beispiel den Bereich Gesundheit ausbauen. Auf unserer Internet-Plattform Impuls ist ersichtlich, in welchen Gesundheitsbereichen wir bereits aktiv sind. Dort führen wir die Themen Ernährung, Bewegung, Sport und Prävention zusammen und bieten viele gute Dienstleistungen und Tipps an. Wachsen wollen wir selbstverständlich auch mit den Onlineshops Digitec und Galaxus, zudem müssen wir bei den Lebensmitteln die gestiegenen digitalen Kundenbedürfnisse besser abdecken, indem wir den stationären Laden mit Le Shop verbinden.

Das Wachstum ist zwar gut für die Migros, aber ist das auch gut für die Schweiz?
Das ist natürlich sehr gut für alle. Denn je höher unser Umsatz ist, desto mehr können wir fürs Kulturprozent ausgeben. Für die Schweiz ist unsere Grösse überhaupt kein Problem. Die Migros gehört ja zwei Millionen Genossenschaftern. Das ist etwas ganz anderes, als wenn die Migros einer einzigen Familie gehören würde.

Ist die Migros too big to fail für die Schweiz, also zu gross, um zu scheitern?
Wenn schon sind wir «too loved to fail» (lacht). Die Migros wird von vielen Menschen mit positiven Gefühlen verbunden, sie hat einen Herzwert, das können nicht viele Firmen von sich behaupten.

Wie wird das Weihnachtsgeschäft?
Wir sind nicht schlecht unterwegs. Eine Unsicherheit ist, dass wir im Dezember wegen der Feiertagskonstellation zwei Verkaufstage weniger haben. Meist bedeutet das weniger Umsatz. Aber ich hoffe natürlich, dass es sich die Menschen hier in der Schweiz gut gehen lassen, sich etwas gönnen und ihre Kühlschränke mit feinen Migros-Produkten füllen.

Und welche Erwartungen haben Sie fürs kommende Jahr?
Da sind wir eher vorsichtig. Aufgrund des laufenden Jahres kann ich mir nicht vorstellen, dass der Konsum stark anziehen wird. Bei den Preisen sehe ich eine kleine Bewegung nach oben.

Das wäre eine historische Wende. Jahrelang gingen die Preise ja nur runter.
Das wäre tatsächlich so. Dieses Jahr ist die Preisentwicklung immer noch leicht negativ, bei etwa minus 0,3 Prozent. Ich gehe davon aus, dass es nächstes Jahr Anpassungen nach oben geben wird. Das hat auch mit dem schwächeren Franken zu tun, der Importe wieder verteuert. Vor allem Produkte aus dem Euroraum wieder etwas teurer. 

Mit Ihrem Abgang rückt eine Frau in die Generaldirektion nach, die unter Ihnen ein reiner Männerklub war. Warum ist der Frauenanteil so klein?
Das greift zu kurz, da die Migros ein sehr grosses Unternehmen ist. Über den ganzen Konzern betrachtet, haben wir nämlich viele Frauen in Führungsfunktionen. Zum Beispiel hier am Limmatplatz führt eine Frau eine grosse Migros-Filiale. Sie verantwortet einen Millionen-Umsatz und führt etwa 70 Mitarbeitende. In andern Unternehmen wäre sie Mitglied der Direktion. Ich bin überzeugt: Die Voraussetzungen, dass der Frauenanteil steigt, sind heute so gut wie noch nie. In unseren Traineeprogrammen für Hochschulabsolventen ist die Mehrheit heute weiblich.

Die Migros ist als Genossenschaft organisiert. Ist die heutige Struktur überhaupt noch zukunftstauglich?
Gegenfrage: Glauben Sie, dass die Schweiz mit ihrem direktdemokratischen Modell noch zukunftstauglich ist?

Ein Unternehmen ist aber kein Staat.
Solange die Schweiz eine Zukunft hat mit ihrer Struktur hat auch die Migros eine.

Aber im Unterschied zu den Stimmbürgern können die Genossenschafter nicht wirklich mitbestimmen. Die meisten Genossenschafter dürften nicht mal wissen, dass ihnen die Migros gehört.
Wie kommen Sie denn da drauf? Unsere Genossenschafter wissen, dass sie die Besitzer der Migros sind. Ich gebe Ihnen aber recht, wir müssen sie noch stärker einbinden. Da gibt es tatsächlich ein Potenzial, das brachliegt und das wir in Zukunft vermehrt nutzen müssen. Auf Social Media und anderen Kanälen sind unsere Kundinnen und Kunden schon sehr aktiv. Da beziehen wir sie bereits stark ein.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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32
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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • leu84 10.12.2017 20:30
    Highlight Lädelistärbe? Wohl eher Lädelischlucken bzw. deren guten Standorte übernehmen
    2 0 Melden
  • ErklärBart 10.12.2017 19:23
    Highlight Ich habe ihn vor etwa 3 Monaten an einem Forum referieren sehen. Feiner Herr, ruhig, souverän und sehr glaubwürdig.

    Nur etwas finde ich schade - mit der Frage: "wie würde die Migros ohne Marken aussehen? So wie es Gottlieb Dutweiler machte?" hat er Mühe und weicht aus. Schade auch dass man sie ihm nie vor Publikum so direkt stellt.

    Bin weder Migros noch Coop Kind. Kaufe überall ein.

    Wäre aber definitiv ein Migros Kind wenn diese ohne wenn und aber die Philosophie von GLD beibehalten hätte - also NULL Marken, nur Eigenmarken und Budget.
    1 0 Melden
  • derlange 10.12.2017 16:23
    Highlight Der Konsument geht nicht mehr ins Lädeli... es ist doch nicht die Migros die das lädeli verdrängt- der Konsument entscheidet wo er einkauft.
    11 3 Melden
  • ThePower 10.12.2017 14:09
    Highlight Natürlich gibts kein Lädelisterben mehr. Die sind alle entweder eingegangen oder wurden von Coop/Migros aufgekauft. Ist ein ziemlicher Einheitsbrei geworden im Detailhandel, ein Quasi-Duopol und mit mehr oder weniger identischen Produkten, Preisen und Aktionen. Schade.
    13 3 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 10.12.2017 16:41
      Highlight Einheitsbrei ist gut. Du kannst quasi in einen beliebigen Coop oder Migros gehen und man findet immer die gleichen langweiligen Standardprodukte. Und das alles dann auch noch in einer unterirdischen Qualität.
      6 7 Melden
    • ThePower 10.12.2017 18:57
      Highlight @Silent Speaker

      Naja, unterirdisch ist etwas hart ausgedrückt, die Qualität ist in Ordnung. Ich bedaure eher, dass die Vielfalt verloren geht. Klar gibt es noch andere Möglichkeiten, aber die sind entweder sauteuer (Loeb Lebensmittel) oder es ist ohne Auto ein grosser Zeitaufwand dort einzukaufen (Lidl, Aldi), da keine gewisse Dichte an Filialen besteht. Besonders schade finde ich den Wegfall von Carrefour und von Aperto (sind mittlerweile auch Coop).
      0 1 Melden
  • Corahund 10.12.2017 10:22
    Highlight Die Lädeli sind schon lange tot
    23 2 Melden
  • Schneider Alex 10.12.2017 09:26
    Highlight So wie Migros und Coop vor Jahrzehnten der Schreck der unabhängigen Detailhändler waren, so sind Aldi und Lidl heute die harten Konkurrenten der beiden Kolosse. Ihre Discountpreise sind zum grössten Teil auf ihr Logistik-, Laden- und Sortimentskonzept zurückzuführen. Ihre Strategie ist effizient und klar auf die Hauptbedürfnisse der Kunden ausgerichtet. Migros und Coop haben sich im Lauf der Zeit einen grossen Rucksack an Fixkosten mit den vielen EKZ mit ihrer tiefen Flächenproduktivität und dem riesige Sortiment mit den hohen Bewirtschaftungskosten aufgeladen.
    26 2 Melden
  • IMaki 10.12.2017 09:06
    Highlight Nachdem Migros und Coop seit 30 Jahren den Bau von Konsumtempeln auf der grünen Wiese vorangetrieben und die Innenstädte systematisch leergesaugt haben, ist das Geschwafel vom nicht vorhandenen Lädelisterben schon ziemlich unverfroren. Und nun will man angeblich wieder mehr ins Quartier (und gleichzeitig alles digitalisieren)? Dann hätte man die kundennahen Strukturen nicht kaputtschlagen müssen. Und: Wachstum "ist natürlich sehr gut für alle". Was uns alle in die Scheisse geritten hat, wird uns einmal mehr als Leckerbissen verkauft, versüsst mit einem Prozent Kultur. Lernfähigkeit Null.
    94 44 Melden
    • Chääschueche 10.12.2017 10:06
      Highlight Inwiefern hat die Migros und Coop die Innenstädte Leergesaugt?

      Es fibt einen einfachen Grund weshalb grosse Einkaufszentren ausserhalb der Städte sind: Parkplätze.
      Besres beispiel ist der grosse Mediamarkt in Bern. Der Rentiert nicht weil man nicht parkieren kann. Da kauft man kleinkram aber keine grossen dinge da man seinen TV nicht durch die Halbe Stadt schleppen will.
      Des weiteren sind die Städte nicht leer sondern es befinden sich wie an der Langstsrrasse in ZH vermehrt teure Läden. Diese Mieten kann ein miniladen nicht mehr bezahlen.



      17 4 Melden
    • ujay 10.12.2017 12:23
      Highlight Quatsch...durch absurde Planung wurde das Kleingewerbe in den meisten Städten systematisch kaputt gemacht. Siehe Baden, Altstadt: Verkehrsfrei, wie ein Museum, aber tot. Das Kleingewerbe ist in Rekordzeit verschwunden. Wettbewerbsfrage: Warum ist der Detailhandel auf die grüne Wiese geflüchtet?
      3 4 Melden
    • ujay 10.12.2017 12:26
      Highlight @iMaki. Du siehst die Reihenfolge verkehrt. Die Städte haben das Gewerbe vertrieben, aber gemäss deinen Kommentaren checkst du das eh nie.
      3 2 Melden
    • jjjj 10.12.2017 14:03
      Highlight Und wieder das Märchen mit den fehlenden Parkplätzen... 🙃
      6 9 Melden
    • Chääschueche 10.12.2017 16:45
      Highlight @jjjj
      Dann beweis mir das Gegenteil.

      Bin auf deinen Beweis gespannt.
      3 0 Melden
  • barbablabla 10.12.2017 09:04
    Highlight Kei Lädelisterben? Diese Woche wurde bekannt gegeben, das Migros an der Langstrasse Einen Teil von Peter&Vreneli wegdrängt, weil Migros mehr bezahlen kann. Umd mehrere wurden bereits von der Migros vedrängt.
    72 12 Melden
    • Chääschueche 10.12.2017 10:08
      Highlight Und nochviel mehr wurden von internationalen Firmen verdrängt. Kannst ja mal durch die Langstrasse schlendern. Da findest du selten einen Schweizer Landen.
      Und wer ist da Schuld? Genau. Der Kunde der dort einkauft und der Geldfeile Hausbesitzer. U.a. Die Banken.
      17 5 Melden
  • Evan 10.12.2017 08:55
    Highlight Ohne den Artikel zu lesen, der Titel könnte auch bedeuten, dass schlicht keine mehr übrig sind, die sterben können. Wo gibt es denn noch Migros und Coop Supermärkte konkurrierende Lädeli?
    39 7 Melden
    • Chääschueche 10.12.2017 10:09
      Highlight In Ländlichen Gebieten gibt es z.B. Volg.

      11 2 Melden
    • Charlie Brown 10.12.2017 12:34
      Highlight Ohne den Artikel zu lesen einen Kommentar absetzen.

      Kann man. Muss aber nicht zwingend sinnvoll sein.
      4 5 Melden
    • Alan Smithee 10.12.2017 12:44
      Highlight Der Volg hat aber auch,sagen wir es so ziemlich "stolze" Preise.

      Da lohnt es sich dann eben auch
      Die Fahrkosten zum nächstgelegenen Supermarkt zu investieren wenn ich dafür mit volleren Einkaufstüten nachhause komme.

      Gerade der Volg in meiner Wohngemeinde lässt Sortimentstechnisch sehr zu wünschen übrig.
      Dafür hat er Wochentags bis 21.00 Uhr geöffnet.
      Ab 19.00 Uhr mit eingeschränktem Sortiment.
      4 0 Melden
    • Chääschueche 10.12.2017 16:52
      Highlight @Alan
      Und trotzdem wächst Volg als Unternehmen.

      Volg war wie das Primo und Vis-A-Vis nie ein Discounter. Die waren alle immer teurer als mMigros/Coop. Aber Sie sind eben in einem Markt tätig den die grossen ignorieren: In den Ländlichen gegenden.
      0 0 Melden
  • ströfzgi 10.12.2017 08:20
    Highlight Kulturprozenz: die zahlreichen Migros Clubschulen gehören auch zu "Kultur". Und diese sind ja bekanntlich gratis ...
    5 36 Melden
    • Charlie Brown 10.12.2017 09:01
      Highlight Hast wohl im Textverständnis nicht aufgepasst. Zu viele Ströfzgi bekommen?

      Niemand sagt, dass vom Kulturprozent unterstütze Angebote gratis sind oder gratis sein müssen.
      39 5 Melden
    • Chääschueche 10.12.2017 10:10
      Highlight Die Preise der Clubschule sind meistens sehr günstig.
      Und ohne die Migros würde es wohl viele Veranstaltungen nicht mehr geben da es immer Schwerer wird so ein Festival oder eine Veranstaltung zu Finanzieren.
      Die grossen Festivals der Schweiz sind ja fast alle ausländisch.
      8 3 Melden
    • ströfzgi 10.12.2017 11:06
      Highlight @charly
      Hast Recht ich habe mich unklar ausgedrückt.

      "Wir versprechen, bis 2020 eine Milliarde Franken in Freizeit, Bildung und Kultur zu investieren." (tönt halt sexy)

      "je höher unser Umsatz ist, desto mehr können wir fürs Kulturprozent ausgeben."

      Quelle: beide die Selbe. Eine Milliarde ist also plötzlich Umsatzabhängig.

      Und unabhängig von den beiden Aussagen und ehrlich wäre: je mehr Kultur desto mehr Umsatz. Ein Kürsli an der Migrosclubschule ist eben nicht gratis. Oder damits ganz klar ist: die Migros investiert aus ihrer Sicht nicht in Kultur, sondern in einen Geschäftszweig.




      5 6 Melden
    • Charlie Brown 10.12.2017 12:32
      Highlight „Und unabhängig von den beiden Aussagen und ehrlich wäre: je mehr Kultur desto mehr Umsatz.“

      Eher umgekehrt.
      2 1 Melden
    • ujay 10.12.2017 12:32
      Highlight @ströfzgi. Was ist überhaupt dein Problem? .....Erbsenzählen? Die Migros gibt das Kulturprozent ja gratis, sie muss nicht. Ich kaufe so oder so dort ein.
      4 2 Melden
  • manhunt 10.12.2017 04:21
    Highlight ein lädelisterben sieht er nicht? und die migros ist in seinen augen auch nicht mitschuldig am verdrängunskampf im deteilhandel? in zürich hat die migros an mindesten zwei (mir persönlich bekannten) standorten aktiv quartierläden verdrängt. und mit dem grossflächigen einstieg ins verkaufs- und reparaturgeschäft für fahrräder, wird die migros bis in spätesten fünf jahren sämtliche veloläden aus dem geschäft gedrängt haben. moll, das sind doch tolle aussichten.
    77 22 Melden
    • Chääschueche 10.12.2017 10:12
      Highlight Alao in der Sradt Bern haben in diesem Jahr 3 neue Veloläden geöffnet. 2 im oberen Preissegment.
      Und da der Velomarkt in der Schweiz noch sehr klein ist wird es da noch lange kein Verdränungskampf geben.
      6 8 Melden
    • manhunt 10.12.2017 12:00
      Highlight beim verkauf wirst du wohl recht haben, da gibt es sehr wohl noch luft nach oben. bei den reparaturkosten setzt bikeworld (migros) tiefer an, als der fahrradladen. wenn man sich dazu einmal anschaut, wieviel denn ein gelernter fahrradmechaniker verdient, wird schnell klar, das kleinere geschäfte da nicht mehr mithalten können. natürlich ist es im endeffekt der kunde, welcher sich für den tieferen preis entscheidet. jedoch ist es die migros, welche in immer mehr marktfelder vordringt, und sich somit aktiv beteiligt, am preiskampf.
      10 0 Melden
    • ujay 10.12.2017 12:37
      Highlight Ja, Preiskampf, das nennt sich freie Marktwirtschaft. Willst wohl lieber monopolisierte Branchen.
      4 3 Melden
    • Chääschueche 10.12.2017 16:49
      Highlight @manhunt
      Das stimmt das die Migros tiefere Preise bieten kann. Ist ja auch logisch. So wie jeder grosse Player durch seine Logistik und den Einkauf günstiger ist.

      Aber der Preis ist eben nicht immer entscheidend sondern der Kundendienst und die Beratung. Und da haben die kleinen definitiv einen Vorteil. Das ist in anderen Branchen auch so.
      Schau dir mal die vielen, kleinen und unabhängigen Autowerkstätten an. Die gibt es trotz der grossen Player immer noch. (Mehrheitlich aber auf dem Land)
      0 0 Melden

«Wir sind die grössten Loser – wenn das BGE mit uns klappt, dann klappt es überall»

Im Zuge eines Experiments darf der Finne Juha Jarvinen zwei Jahre von einem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) leben. Nach nur einem halben Jahr geht er bereits seinem Traumjob nach – und arbeitet mehr als zuvor.

Bereits im Januar haben wir mit Juha Jarvinen gesprochen. Damals steckten seine Projekte noch in den Kinderschuhen. Das Intverview findest du hier:

Herr Jarvinen, wie geht es Ihnen?Ausgezeichnet, ich komme gerade vom Blaubeeren pflücken. Die haben hier Saison. 

Sie erhalten seit über einem halben Jahr ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Im Januar waren Sie voller Tatendrang und hatten diverse Projekte im Kopf. Was hat sich seither getan?Das Bedingungslose Grundeinkommen hat es mir …

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