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1000 Spiele in der National League – Andres Ambühl ist nah dran am Rekord von Mathias Seger. Bild: KEYSTONE

1000 Spiele für Andres Ambühl und spezielle Grüsse von Mathias Seger

1000 Spiele in der höchsten Liga sind wie 100 Jahre leben. Andres Ambühl (35) bestreitet am Dienstag in Fribourg sein 1000. Spiel in der National League. Der Rekord von Mathias Seger (1153 Partien) ist in Gefahr.

Publiziert: 13.10.19, 06:12 Aktualisiert: 13.10.19, 13:13

Andres Ambühl ist ein «ewiger Spieler». Er läuft und läuft und läuft. Er ist für dieses raue Spiel eher klein (176 cm), aber kräftig (85 kg), schlau, zäh, schnell und dank einem tiefen Schwerpunkt standfest.

Gegen den SCB hat er sein 999. Spiel bestritten (und einen Assistpunkt gebucht), am Dienstag darf er in Fribourg das seltene Jubiläum von 1000 Partien in der höchsten Liga feiern. Am Freitag wird er gegen Biel bei der HCD-Heimpremiere der Mann des Spiels sein. Die Davoser werden ihren Captain ehren und ein Verbandsvertreter wird auch da sein, um ihm die Reverenz zu erweisen.

Als Besonderheit werden auf dem Videowürfel beim ersten HCD-Heimspiel der Saison Gruss-Gratulationen von verschiedenen Hockeygrössen übermittelt.

Die originellste wird vom aktuellen Rekordhalter Mathias Seger (1153 Partien) kommen. Er würdigt Andres Ambühl per Video auf originelle Art und Weise («Du wirst immer schneller, ich bin immer langsamer geworden.») und zu Ehren des Jubilars steht er in einem blau-gelben Dress vor der Kamera. Am Schluss kommt die ZSC-Kultfigur ganz ins Bild und dann zeigt sich: Er trägt nicht das blau-gelbe HCD-Gewand. Sondern das blau-gelbe Ehrenkleid seines Stammklubs Uzwil. Dort hat er das Hockey-ABC erlernt.

Mathias Seger – das ZSC-Urgestein – muss damit rechnen, dass sein Rekord geschlagen wird. Bild: KEYSTONE

Mathias Segers Rekord ist in Gefahr. Andres Ambühls Vertrag läuft noch bis zum Ende der nächsten Saison. Er kann diese Saison ohne Playoffs auf 1042 und nächste Saison, wiederum ohne Playoffs, auf 1092 Partien kommen.

Der HCD-Leitwolf ist am 14. September 36 geworden. Sportdirektor Raeto Raffainer schliesst eine Vertragsverlängerung im Frühjahr 2021 nicht aus.

Der hockeytechnische Alterungsprozess bei diesem Spielertyp ist langsamer als bei den grösseren, schwereren Titanen. Andres Ambühls Tore sind mehr das Produkt seiner Laufmeter, seiner Energie und seiner Schlauheit, als seiner Wucht und Durchschlagskraft. Er skort und fechtet mit dem Florett, nicht mit dem Zweihänder.

«Feiern geht nicht. Wir spielen am Dienstag, dann trainieren wir und am Freitag ist schon das nächste Spiel.»

Nach wie vor ist er der Dynamo im HCD-Spiel und seine Verlässlichkeit ist geradezu legendär: Er hat in seinen letzten elf Saisons in der Qualifikation nur elf Spiele verpasst.

Aus dem anstehenden Jubiläum macht er keine grosse Sache. Er sagt, er wisse schon, dass er am Dienstag das 1000. Spiel bestreiten werde. «Wenn man so lange dabei ist, schaut man ja schon mal auf die Statistik…» Aber grosse Worte oder gar eine Party? Das ist nicht die Art dieses bescheidenen, freundlichen Bauernsohns aus dem Sertig, dem Seitental bei Davos, in dem es nur zwei Wirtshäuser gibt: Den «Bergführer» und das «Walserhuus». Eine Feier habe er nicht im Plan. «Feiern geht nicht. Wir spielen am Dienstag, dann trainieren wir und am Freitag ist schon das nächste Spiel.»

Andres Ambühl ist ein «Jahrhundert-Spieler» im Wortsinn: Sein Debüt geht zurück in die Saison 1999/00. Dem heimatlichen Eis ist er treu geblieben. Er hat nur zwischen 2009 und 2013 ein paar Lehr- und Wanderjahre in Amerika (eine AHL-Saison) und in Zürich (drei Saisons, Meister 2012) verbracht. Seit 2013 dient er wieder seinem HCD und nimmt beim Aufbau eines neuen Teams und einer neuen Hockeykultur eine zentrale Rolle ein.

Nach den Rücktritten von Reto von Arx und Kulttrainer Arno Del Curto ist er der letzten Mohikaner des Ruhmes: Der letzte beim HCD aktive Spieler aus dem ersten Meisterteam der Ära Del Curto im Frühjahr 2002. Aktiv sind in der höchsten Liga auch noch Torhüter Jonas Hiller und Verteidiger Beat Forster (bei Biel). Und nicht zu vergessen: auch Nationaltrainer Patrick Fischer gehörte zu dieser Meistermannschaft.

Auch der ist in der höchsten Liga noch aktiv: Jonas Hiller (Biel). Bild: KEYSTONE

Offen ist, ob der «Poster Boy» aus dem «Hockey-Heidiland» im nächsten Frühjahr bei der WM in Zürich noch einmal dabei sein wird. Mit 263 Länderspielen ist er zwar nicht Rekord-Internationaler. Mathias Seger (305 Länderspiele) und Ivo Rüthemann (270) haben öfters für die Schweiz gespielt.

Andres Ambühl spielt auch für die Schweizer Nationalmannschaft. Bild: KEYSTONE

Aber Andres Ambühl hat bei 15 WM-Turnieren 107 Partien für die Schweiz gespielt – ein Spiel mehr als der bisherige WM-Rekordhalter Mathias Seger. Noch mehr oder gleich viele WM-Einsätze haben nur noch Udo Kiessling (119), Alexander Malzew (110), Jiri Holik (109), Ville Peltonen und Oldrich Machak (107).

Das erste Titelturnier hatte Andres Amühl 2004 in Prag unter Ralph Krueger bestritten. Er hat den Aufstieg der Schweiz vom mauernden Aussenseiter zum stürmenden, silbernen Titanen miterlebt (WM-Silberheld von 2013), ja mitgeprägt. Er war nie nur dabei. Er war immer mittendrin und ist es noch immer.

Wir sollten nicht ausschliessen, dass Andres Ambühl 2020 bei der WM noch einmal dabei sein wird.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

HC Davos: 5 - Marc Gianola. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
HC Davos: 69 – Sandro Rizzi. PHOTOPRESS / JUERGEN STAIGER
HC Davos: 78 – Jan von Arx. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC Davos: 83 – Reto von Arx. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
SC Bern: 0 – René Kiener. KEYSTONE / Marcel Bieri
SC Bern: 6 – Peter Stammbach.
SC Bern: 7 – Martin Rauch. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
SC Bern: 12 – Roland Dellsperger. KEYSTONE / STR
SC Bern: 16 – Sven Leuenberger. KEYSTONE / MARTIN SCHWEIZER
SC Bern: 18 – Renzo Holzer.
SC Bern: 22 – Patrick Howald. KEYSTONE / JUERG MUELLER
SC Bern: 26 – Marc Reichert. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
SC Bern: 28 – Martin Plüss. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
SC Bern: 31 – Renato Tosio. KEYSTONE / EDI ENGELER
SC Bern: 32 – Ivo Rüthemann. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
SC Bern: 39 – Marco Bührer. KEYSTONE / URS FLUEELER
SC Bern: 72 – David Jobin. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
ZSC Lions: 15 – Mathias Seger KEYSTONE/TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
ZSC Lions: 21 – Reto Sturzenegger. KEYSTONE / STR
ZSC Lions: 23 – Chad Silver. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
ZSC Lions: 31 – Ari Sulander. KEYSTONE / URS FLUEELER
EHC Kloten (wegen der Nostalgie noch dabei): 4 – Marco Klöti. KEYSTONE / GABI MUELLER
EHC Kloten: 7 – Peter Schlagenhauf. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 20 – Reto Pavoni. KEYSTONE / JUERGEN STAIGER
EHC Kloten: 21 – Roman Wäger. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
EHC Kloten: 22 – Viktor Stancescu. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
EHC Kloten: 24 – Felix Hollenstein. KEYSTONE / STR
EHC Kloten: 26 – Mikael Johansson. KEYSTONE / CHRISTOPH RUCKSTUHL
EHC Kloten: 32 – Anders Eldebrink. KEYSTONE / KARL MATHIS
EV Zug: 20 – Philipp Neuenschwander. KEYSTONE / MICHAEL KUPFERSCHMIDT
EV Zug: 21 – Patrick Fischer. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
EV Zug: 33 – André Künzi. KEYSTONE / EDI ENGELER
EV Zug: 57 – Fabian Schnyder keystone / ENNIO LEANZA
HC-Fribourg-Gottéron: 4 – Christian Hofstetter.
HC-Fribourg-Gottéron: 10 – Mario Rottaris. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
HC-Fribourg-Gottéron: 13 – Benjamin Plüss. KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
HC-Fribourg-Gottéron: 19 – Philippe Marquis. KEYSTONE / EDI ENGELER
HC-Fribourg-Gottéron: 44 – Shawn Heins. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
HC-Fribourg-Gottéron: 85 – Gil Montandon. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Fribourg-Gottéron: 90 – Wjatscheslaw Bykow. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
HC Fribourg-Gottéron: 91 – Andrei Chomutov. KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA VALLE
HC Lugano: 1 – Alfio Molina. KEYSTONE / STR
HC Lugano: 2 – Sandro Bertaggia. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 3 – Julien Vaucliar. KEYSTONE / ADRIEN PERRITAZ
HC Lugano: 4 – Pat Schafhauser. KEYSTONE / GABRIELE PUTZU
HC Lugano: 8 – Steve Hirschi. TI-PRESS / SAMUEL GOLAY
HC Lugano: 33 – Petteri Nummelin. KEYSTONE / KARL MATHIS
HC Lugano: 40 – Flavien Conne. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
HC Lugano: 44 – Andy Näser. PHOTOPRESS / KARL MATHIS
HC Ambri-Piotta: 8 – Nicola Celio. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
HC Ambri-Piotta: 15 – Dale McCourt. KEYSTONE
HC Ambri-Piotta: 19 – Peter Jaks. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
HC Ambri-Piotta: 46 – Paolo Duca. TI-PRESS / FRANCESCA AGOSTA
EHC Biel: 30 – Olivier Anken. KEYSTONE / STR
EHC Biel: 12 – Mathieu Tschantré. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
SCL Tigers: 12 – Todd Elik. KEYSTONE / MARCEL BIERI
SCL Tigers: 17 – Daniel Aegerter. KEYSTONE / EDI ENGELER
SCL Tigers: 26 – Martin Gerber. KEYSTONE / ARNO BALZARINI
SCL Tigers: 44 – Walter Gerber. KEYSTONE / MICHELE LIMINA
Genève-Servette HC: 0 – Daniel Clerc.
Genève-Servette HC: 4 – Eric Conne.
Genève-Servette HC: 6 – Fritz Naef.
Genève-Servette HC: 12 – Philippe Bozon. PHOTOPRESS / FABRICE COFFRINI
Genève-Servette HC: 24 – Jean-François Regali.
Genève-Servette HC: 28 – Igor Fedulov.
Lausanne HC: 10 – Gérard Dubi.
Lausanne HC: 16 – Claude Friederich.
Lausanne HC: 21 – Beat Kindler. KEYSTONE / FABRICE COFFRINI
Lausanne HC: 39 – Cristobal Huet. KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
SCRJ Lakers: 6 – Cyrill Geyer. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

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