John Scott macht, was er am besten kann.
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Die All-Star-Game-Nomination des Prügelknaben John Scott sorgte in Übersee für massenhaft Schlagzeilen. Nun wurde er getradet und vom neuen Verein gleich in die AHL abgeschoben. Der Wechsel stösst auf Unverständnis und Kritik.
John Scott ist nicht gerade das, was man sich unter einem NHL-Star vorstellt. Im Gegenteil: Der 33-jährige Kanadier ist ein «Enforcer» (Beschützer der Stars) und «Goon» (Schlägertyp). Will heissen, er ist nicht gerade für seine Skills und sein feines Händchen am Stock bekannt, sondern durch seine Postur, seine physische Schlagfertigkeit und sein körperbetontes Spiel.
Du weisst nicht was ein «Goon» ist? Schau dir den Trailer an.
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Scott machte in Vergangenheit schon öfters mit unfairen Checks und spektakulären Prügeleien auf sich aufmerksam, Skorerpunkte (11 in 284 NHL-Partien) sammelte der Stürmer nur selten. Solche Spieler haben eigentlich nie eine grosse Fan-Gemeinschaft. Entweder spielt er in deinem Team und du liebst ihn, oder er gehört zum Team des Gegners und du verachtest ihn, so lautet das Motto.
So machte John Scott in Vergangenheit auf sich aufmerksam.
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Um so erstaunlicher, dass der Prügelknabe in diesem Jahr ins All-Star-Team gewählt wurde. Seine Nomination grenzt schon fast an ein Wunder und ist einem Scherz zu verdanken. Einige Hockey-Fans fanden es offensichtlich lustig, einen Spieler mit wenig Talent ans All-Star-Game zu wählen.
Ein Werbe-Video für Scott.
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Sie erstellten Videos und verbreiteten diese im Netz. Mit Erfolg. Am Ende gewann Scott zusammen mit den drei Superstars Jaromir Jagr, Alex Owetschkin und Patrick Kane das Fan-Voting. Keiner hätte das für möglich gehalten. Logisch, dass Scott nun seit Wochen die Schlagzeilen bestimmt.
Doch nun gerät sein Fall etwas ausser Kontrolle. Grund dafür ist, dass Scott von seinem Team, den Arizona Coyotes, «angeblich» nicht mehr gebraucht wird. Klassische «Goons» – sprich Prügelknaben, die den Gegner einschüchtern – gibt es in der NHL nämlich immer weniger.
Spieler wie Scott gibt es kaum mehr in der NHL.
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In der vergangenen Woche veranlassten die Coyotes einen Trade mit den Montreal Canadiens. Im Tausch für John Scott und Victor Bartley erhielten die Coyotes die Verteidiger Jarred Tinordi und Stefan Fournier. Scott wurde nach dem Trade allerdings sofort zu Montreals Farmteam, den St.John’s Ice Caps, abgeschoben und spielt nun dort in der AHL. Gut möglich, dass seine Karriere in der Hockey-Provinz bald endet.
Natürlich wird nun wild spekuliert. Laut dem «TSN»-Insider Bob McKenzie haben die Coyotes und die NHL mit dem Raubein das Gespräch gesucht und ihn darum gebeten, die Nomination abzulehnen. Doch der schwerfällige Stürmer wollte angeblich nichts davon wissen. Warum auch? Galls sein Team beim Show-Event gewinnt, kassiert er 90'000 Dollar. Eine stattliche Summe bei einem jährlichen Salär von 575'000 Dollar.
Wer mit seinem Team beim All-Star-Game gewinnt, kriegt 90'000 Dollar.
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Angenehm ist die Lage für Scott sicherlich nicht. Denn der Wechsel wird weder für die ambitionierten Canadiens, noch für ihn selber von wertvoller Bedeutung sein. Kommt noch hinzu, dass er vom Süden der Westküste in den Norden der Ostküste umziehen muss, während seine Freundin in Arizona Zwillinge erwartet.
Der Stürmer gibt sich relativ gelassen. In seinem ersten Interview bei den St.John's Ice Caps meint er: «Ich war ein wenig überrascht, als ich erfuhr, dass ich nach Montreal getradet werde. Aber so funktioniert halt das Business.» Er wisse noch nicht, ob er ans All-Star-Game dürfe, von der NHL habe er bisher noch nichts gehört. Über die Nominierung freue er sich allerdings riesig.
Scott bezieht Stellung.
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Die NHL sowie die Spieler-Gewerkschaft (NHLPA) haben sich zum Vorfall noch nicht geäussert. Fakt ist aber, dass am Ende auch noch die Gewerkschaft ein Wörtchen mitzureden hat, sofern Scott die Teilnahme verweigert wird. Und letztendlich hat der «Enforcer» ja auch noch eine grosse Fan-Gemeinschaft, die Sturm laufen wird, sofern er am 30./31. Januar nicht beim All-Star-Weekend in Nashville auflaufen darf. Zu wünschen wäre ihm eine Verbannung nach seiner Degradierung auf jeden Fall nicht.