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Du gehst heute zum Klimastreik? Das haben dir Politiker aus allen Parteien zu sagen

Am Freitag werden wieder zehntausende Schüler in der ganzen Welt auf die Strasse gehen und für mehr Klimaschutz demonstrieren. watson hat im Bundeshaus bei Politiker aller Parteien gefragt, welche Worte sie an die Klimajugend richten wollen.

Publiziert: 14.03.19, 18:29 Aktualisiert: 15.03.19, 09:46

Die Botschaften der Politiker

Video: nfr

Unten findet ihr die vollständigen Statements aller befragten Politiker. Wegen Tonproblemen konnten einige Passagen nicht für das Video verwendet werden. Wir bitten um Entschuldigung.

Mauro Tuena, SVP

Bild: watson/cbe

«Liebe Schülerinnen und Schüler, ich hoffe schwer, dass ihr, wenn ihr schon streiken geht, auch entsprechend lebt. Das heisst: nehmt nicht das Flugzeug, bestellt nicht bei Zalando und benutzt keine Handys, insbesondere keine Smartphones. Denn all das schadet dem Klima. Wenn ihr auf all das nicht verzichtet, finde ich es schwierig, wenn ihr gleichzeitig streiken geht und öffentliches Aufsehen erregt.»

Cédric Wermuth, SP

Bild: watson/cbe

«Liebe Schülerinnen und Schüler, ich finde es grossartig was ihr seit Monaten macht. Ganz wichtig ist: Bleibt dran und lasst euch nicht einlullen. Nicht von denen, die euch angreifen, aber auch nicht von denen, die euch sagen, es sei jetzt alles gelöst. Die Politik hat versagt! Bleibt auf der Strasse, haltet den Druck aufrecht und bildet eine breite Bewegung. Ihr habt mehr verstanden als eine Mehrheit des Parlaments. Wir zählen auf euch!»

Beat Walti, FDP

Bild: watson/cbe

«Liebe klimabesorgte Schülerinnen und Schüler, es ist gut, dass ihr euch mit euren Erwartungen zu diesem Thema meldet. Das ist die Grundlage unserer Demokratie. Bald ist es aber auch wichtig, dass wir Ideen haben, wie wir Fortschritte erzielen können. Fortschritte, die von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen werden. Die Leute müssen einsehen, dass sie Sinn ergeben und es sich lohnt, für diese Ziele einzustehen. Helft mit, diese Ziele zu erreichen!»

Martin Candinas, CVP

Bild: watson/cbe

«Liebe Schülerinnen und Schüler, ich finde es gut, dass ihr euch mit dem Thema Klima auseinandersetzt. Die CVP setzt sich sehr stark dafür ein, etwa bei Förderungen der erneuerbaren Energien oder beim CO2-Gesetz. Wir brauchen Massnahmen, aber wichtig ist auch, dass jeder Einzelne von euch das im Alltag auch lebt. Dass ihr darauf achtet, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und der Umwelt Sorge trägt. Das bringt am Schluss am meisten.»

Aline Trede, Grüne

Bild: watson/cbe

«Liebe Klimastreikenden, ich finde es super was ihr macht und unterstütze euch! Es braucht den Druck der Strasse, den Druck der Jungen. Ihr habt schon einiges bewirkt hier im Parlament. Wir haben gewisse Geschäfte durchgebracht, die positiv sind für das Klima. Dafür haben wir im Dezember noch keine Mehrheit gefunden. Macht weiter so, ich treffe euch am Freitag auf der Strasse!»

Jürg Grossen, GLP

Bild: watson/cbe

«Liebe Klimajugend, ich bin sehr dankbar, dass ihr mit euren Streiks auf die von der Klimaveränderung verursachten Probleme hinweist. Bleibt dran! Wir Grünliberalen setzen uns im Parlament mit allen Mitteln dafür ein, dass die Schweiz ihre Verantwortung beim Klimaschutz wahrnimmt. Ich danke euch dafür, dass ihr dranbleibt!»

Martin Landolt, BDP

Bild: watson/cbe

«Ich finde es super, was ihr macht und begrüsse euren Streik. Wichtig ist: Wenn man wirklich etwas verändern will, dann geht das nur über Wahlen. Im Herbst sind nationale Wahlen. Das ist der Moment, bei dem man die Weichen neu stellen und das Parlament so verändern kann, dass es klimafreundlicher politisiert. Ich weiss, dass die meisten von euch selber noch nicht wählen könnt – leider nicht wie bei mir zuhause im Kanton Glarus, wo wir das Stimmrechtsalter 16 eingeführt haben. Aber mobilisiert in eurem Umfeld und achtet euch darauf, welche Parteien sich für das Klima einsetzen. Das sind übrigens nicht nur die mit dem Wort ‹Grün› im Namen, sondern auch die mit einem B am Anfang.»

Klima-Aktivisten treffen sich in Bern

Die 250 Jugendlichen opfern schliesslich ihr ganzes Wochenende, um mit der Klimabewegung weiter Dampf zu machen. Und sie haben noch viel vor.
Gärtner, Künstlerinnen, Gymnasiasten, Jungpolitikerinnen. Alle sind gekommen. Barfuss. Mit Rastas. Kahlgeschoren. Aus allen Ecken der Schweiz. Romands, Tessiner, Bündner.
Eslem Demirel (22) organisiert in Basel die Klimastreiks.
In unzähligen Workshops entwickeln die Jugendlichen die weitere Zukunft der Klimabewegung. Auch hier läuft viel mit Zeichensprache: Wer mit Diskussionspunkten nicht einverstanden ist, zeigt dies mit gekreuzten Armen.
Laptops sind überall: Die Jungaktivisten führen über sämtliche Diskussionen ein Online-Protokoll.
Linus Dolder (15) plant für den 15. März die erste Demo in Thun.
Pati Kudrnac erhofft sich, dass man während den zwei Tagen gemeinsame Richtlinien erarbeitet, die für alle Leute der Klimastreik-Bewegung gelten. «Es könnte sein, dass jemand auf die Idee kommt, Dummheiten zu machen. Gemeinsame Guidelines sollen dies unterbinden.»
«Welli Zuekunft? Oisi Zuekunft!»: In der Aula peitscht derweil der erst 17-jährige Kantischüler Jonas Kampus die Menge an und erhebt seine Hände.
Die 20-jährige Plenumsleiterin Pati Kudrnac und 250 weitere Jugendliche strecken die Arme in die Höhe und lassen ihre Köpfe kreisen. Mit einer Yoga-Session startet das zweite nationale Treffen der Schweizer Klimastreikenden am Samstagmorgen (23.Februar) im Berner Zentrum Johannes.
Die gesamte Debatte verläuft basisdemokratisch, am Schluss müssen alle Teilnehmer mit dem gefundenen Konsens einverstanden sein. Falls sie dies sind, zeigen sie das mit winkenden Händen.
Kraftfutter für die Klima-Aktivisten: vegane Polenta mit Gemüse.
Eindeutige Botschaften auf den Stickern.
Dominik Waser ist in der Plenumsleitung aktiv.

Wie Greta Thunberg zum Vorbild einer Generation wurde

Video: SRF / Roberto Krone

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