Wirtschaft
Börse

Japans Zentralbank führt Negativzins ein – und die Börse freut's

Japans Zentralbank führt Negativzins ein – und die Börse freut's

29.01.2016, 09:3229.01.2016, 09:41

Japans Zentralbank führt zur Ankurbelung der Preise und des Wirtschaftswachstums überraschend Negativzinsen ein. Die Börse reagiert euphorisch.

Wie die Bank von Japan (BoJ) am Freitag nach Abschluss zweitägiger Beratungen bekanntgab, wird künftig ein Negativzins von 0.1 Prozent erhoben. Damit müssen Banken eine Gebühr bezahlen, wenn sie ihr Geld bei der Zentralbank parkieren, statt es weiter zu verleihen.

Die BoJ beschloss zugleich, die Geldmenge unverändert um jährlich 80 Billionen Yen, umgerechnet rund 683 Milliarden Franken, auszuweiten. Die Aktienbörse in Tokio reagierte mit einem kräftigen Kursanstieg. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zum Handelsende 2.80 Prozent im Plus und ging beim Stand von 17'518.30 Zählern ins Wochenende.

Kampf gegen fallende Preise

Die japanischen Währungshüter kämpfen darum, nach fast zwei Jahrzehnten der Deflation mit stetig fallenden Preisen ein Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Doch das gestaltet sich nicht zuletzt wegen des Ölpreisverfalls schwierig. Nun verschob die BoJ das Ziel erneut nach hinten und peilt dies jetzt für die erste Hälfte des Fiskaljahres 2017/2018, das am 1. April beginnt, an.

In Marktkreisen war der Druck auf die Notenbank der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt zuletzt gewachsen, die geldpolitischen Zügel angesichts der Flaute beim grössten Handelspartner China sowie des geringen Preisanstiegs im Inland abermals zu lockern. Sinkende Preise gelten als problematisch, weil sinkende Umsatzerwartungen Unternehmer davon abhalten können, neue Investitionen zu tätigen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Anthropic gibt Banken Zugriff auf neue Hacker-KI – Sorge vor Angriffen wächst weltweit
Das laut US-Entwicklerfirma äusserst leistungsfähige und brandgefährliche neue KI-Modell «Mythos Preview» hält die Finanzbranche auf Trab. Und das rund um den Globus.
Das US-Startup Anthropic will europäischen Banken Insidern zufolge demnächst Zugang zu seinem neuen KI-Modell gewähren. Damit sollen sie Gelegenheit bekommen, ihre Computersysteme auf mögliche Schwachstellen zu testen und entsprechende Sicherheitslücken zu schliessen. Über den genauen Zeitrahmen machten die Insider unterschiedliche Angaben, die von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen reichten.
Zur Story