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So viel verdienen Schweizer Uber-Fahrer

Weil er wachsen möchte, legt der Fahrdienstvermittler genauere Zahlen vor.

Publiziert: 13.10.19, 06:11 Aktualisiert: 13.10.19, 13:06
Thomas Pohl / ch media

Der Online-Fahrdienstvermittler Uber ist in der Schweiz im letzten Jahr deutlich gewachsen. Das Unternehmen sieht seine Ausbaugelüste aber durch einen Fahrermangel und regulatorische Hürden behindert. Deshalb legt Uber nun Zahlen zum Einkommen seiner Fahrer auf den Tisch.

Bis jetzt fährt Uber in Zürich, Genf, Basel und Lausanne. Bild: EPA/EPA

Heute ist Uber in Zürich, Genf, Basel und Lausanne aktiv. Die Zahl der aktiven Nutzer stieg zwischen Juli 2018 und Oktober 2019 um rund 30 Prozent auf 400'000, die Zahl der Fahrer von 2600 auf 3200 (+23%), wie Uber am Freitag bekannt gab. Üblicherweise veröffentlicht das Unternehmen, das seit kurzem an der Wall Street kotiert ist, eigentlich keine länderspezifischen Zahlen.

Mit etwas mehr Transparenz will Uber nun aber dem Widerstand hierzulande gegen sein Geschäftsmodell begegnen. «Wir würden gerne auch in andere Schweizer Städte gehen», sagte Steve Salom, Generaldirektor von Uber Schweiz, Frankreich und Österreich. «Aber die Verfahren und Reglemente dafür sind sehr kompliziert.»

Besonders in der Romandie und speziell in Genf, wo Uber mit dem Kanton im Streit um den Status seiner Fahrer liegt, sei die Regulation sehr strikt. Der Konflikt bedrohe die Präsenz von Uber in der Stadt, sagte Salom. Man sei daher auch bereit, vor Gericht zu gehen. Der Konflikt dreht sich vor allem um den Schutz der Arbeitnehmer und ob diese Angestellte von Uber oder selbständig Erwerbende sind. Uber stellt sich auf den Standpunkt, dass das Unternehmen lediglich Fahrten vermittle.

In diesem Zusammenhang machte Uber nun am Freitag Zahlen zum Einkommen seiner Chauffeure öffentlich: Das mittlere Einkommen eines unabhängigen Fahrers über die Uber-App beträgt demnach 26,81 Franken pro Stunde. Dabei ist die Provision von 25 Prozent, die an Uber bezahlt werden muss, bereits abgezogen.

Steve Salom würde gerne expandieren – die Schweizer Bürokratie macht es jedoch schwierig. Bild: KEYSTONE

Nach Abzug aller Kosten wie Amortisation des Fahrzeugs, Benzin und Versicherung bleiben den Chauffeuren laut Uber unter dem Strich 21 Franken. Dabei wird für die Berechnung von einem Standard-Automodell ausgegangen, konkret dem Kompaktwagen Toyota Prius. Zudem hätten seit der Einführung der Trinkgeldfunktion Nutzer rund 1,6 Millionen an Trinkgeld über die App an die Fahrer überwiesen, hiess es weiter.

Rund 70 Prozent der Fahrer nutzten dabei die Uber-App weniger als 40 Stunden pro Woche während 33 Wochen im Jahr. Dabei können sie auch für andere Plattformen fahren.

Fahrdienst Uber

Die Taxi-App Uber ist u. a. in Zürich, Genf und Basel aktiv. KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT
Uber und sein CEO Travis Kalanick sind gerade dabei, das Taxi-Business auf der ganzen Welt umzukrempeln. Das führt zu Widerstand. EPA/EPA / WILL OLIVER
Am 3. März 2015 protestierten Taxifahrer in Brüssel: «Nein zu Uber!» X00380 / YVES HERMAN
Am 18. Februar 2015 fanden sich Taxifahrer in Den Haag zu einer Demonstration ein. EPA/ANP / Bart Maat
Über 1000 lizenzierte Taxifahrer protestierten am 17. Februar 2015 in Turin. EPA/ANSA / ALESSANDRO DI MARCO
Auch in San Francisco, wo das Hauptquartier von Uber steht, gibt es am 5. Februar 2015 Proteste. X02798 / STEPHEN LAM
In Indien wurde Uber verboten, nachdem ein Fahrer mutmasslich eine Mitfahrerin vergewaltigt hatte. EPA/EPA / STR
Nach dem Verbot protestierten in Neu-Delhi wiederum Uber-Fahrer für den Dienst. X03223 / ANINDITO MUKHERJEE
An dieser Demo vom 11. Juni 2014 in Madrid ging es hart zu und her: Ein Demonstrant tritt das Auto eines mutmasslichen privaten Taxifahrers. AP/AP / Paul White
Am 15. Dezember 2014 brachten Taxifahrer in Paris aus Protest den Verkehr zum Erliegen. Uber wurde daraufhin in Frankreich verboten. AP/AP / Remy de la Mauviniere
Hooligans? Nein, Taxifahrer an einer Anti-Uber-Demo in Barcelona am 1. Juli 2014. Getty Images Europe / David Ramos

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