Aktuelle Themen:

Evo Morales kündigt nach Protesten Neuwahlen in Bolivien an

Publiziert: 10.11.19, 13:55 Aktualisiert: 10.11.19, 14:35

Boliviens Präsident Evo Morales will nach wochenlangen Protesten Neuwahlen durchführen. Das kündigte er am Sonntag im Fernsehen an.

Kurz zuvor hatte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gefordert, dass die bolivianische Präsidentschaftswahl vom 20. Oktober für ungültig erklärt werden solle.

Bei der Wahl im Oktober lagen Morales und sein Herausforderer Carlos Mesa zunächst Kopf-an-Kopf. Die Auszählung wurde dann für einen Tag unterbrochen. Nach ihrer Wiederaufnahme führte der linke Morales, der das verarmte Land seit 2006 regiert, mit einem Vorsprung von zehn Prozentpunkten.

Dies löste massive Proteste aus. Die Opposition wirft der Regierung Wahlbetrug vor. Am Samstag hatte die Polizei erklärt, nicht gegen die regierungskritischen Demonstranten vorzugehen. Teils schlossen sich Polizisten auch den Protesten an.

Staatsmedien gestürmt

Bei den Protesten haben Regierungsgegner die staatlichen Sender Bolivia TV und Radio Patria Nueva zur Einstellung ihres Betriebs gezwungen. Organisierte Gruppen hätten die Mitarbeiter bedroht und eingeschüchtert.

Anschliessend hätten sie das Personal der Sender gezwungen, ihre Arbeitsplätze zu verlassen, schrieb Morales am Samstagabend (Ortszeit) auf Twitter. «Sie sagen, dass sie die Demokratie verteidigen, verhalten sich aber wie in einer Diktatur.»

Der Radio Patria Nueva-Chef Ivan Maldonado sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag: «Wir sind gewaltsam verjagt und bedroht worden.» Die Mitarbeiter seien aufgefordert worden, von ihren Arbeitsplätzen zu gehen, erklärte er. Dutzende Mitarbeiter hätten daraufhin das Gebäude in La Paz unter den Buh-Rufen hunderter Demonstranten verlassen.

Dienstältester Präsident

Morales ist der dienstälteste Präsident des Kontinents. Bereits seit 2006 leitet der frühere Koka-Bauer die Geschicke Boliviens – wenn es nach ihm geht, will er bis zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit 2025 am Ruder bleiben.

Der 59-Jährige hatte sich zum dritten Mal zur Wiederwahl gestellt, obwohl die Verfassung nur eine Wiederwahl vorsieht. Morales überwand diese Hürde mit Hilfe der Justiz, die die Begrenzung der Amtszeiten als Verletzung seiner Menschenrechte bezeichnete. (sda/afp/reu/dpa)

Lonely Planet: Die Trend-Städte 2020

Platz 10: Denver (USA). Die Stadt sei charmant und habe viel Energie, so Lonely Planet.
Platz 9: Dubai (VAE). 2020 findet in der Wüstenstadt die Expo 2020 statt.
Platz 8: Vancouver (Kanada). Die Stadt will 2020 noch grüner werden.
Platz 7: Kochi (Indien). In der südindischen Stadt locken die Backwaters und eine historische Altstadt.
Platz 6: La Paz (Bolivien). Die Stadt eröffnet 2020 weitere ÖV-Seilbahnen.
Platz 5: Bonn (Deutschland).
Platz 4: Galway (Irland). Die Küstenstadt ist europäische Kulturmetropole 2020.
Platz 3: Kairo (Ägypten). 2020 soll das neue Grand Egyptian Museum in Gizeh öffnen.
Platz 2: Washington, D.C. (USA). Die Stadt feiert 100 Jahre Frauenwahlrecht.
Platz 1: Salzburg (Österreich). Die bekannten Festspiele der Stadt werden 100.

Personenkult um Che Guevara - für seinen Bruder schwierig

Video: SRF / Roberto Krone

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben