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Zika-Virus: Schon 4000 Fälle von Schädelfehlbildungen in Brasilien

Publiziert: 27.01.16, 16:21 Aktualisiert: 27.01.16, 17:55

Mehr als 20 Länder Amerikas sind bereits vom mysteriösen Zika-Virus betroffen, in Brasilien steigen die Fälle von Schädelfehlbildungen. Nun wird der Mücken-Kampf verschärft – auch wegen des Karnevals.

Die Zahl von Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen ist in Brasilien auf über 4000 geklettert. Wie die Zeitung «O Globo» unter Verweis auf Daten des Gesundheitsministeriums berichtete, gibt es derzeit pro Woche rund 200 neue Verdachtsfälle.

Das sich rasant ausbreitende, von Mücken übertragene Zika-Virus, steht im Verdacht, bei einer Infektion von Schwangeren die sogenannte Mikrozephalie beim Kind auslösen. Diese führt meist wegen des zu kleinen Gehirns zu geistiger Behinderung.

Was steckt hinter dem Zika-Virus?

In den vergangenen Monaten sind in Brasilien rund 4000 Babys mit zu kleinem Kopf auf die Welt gekommen. AP/AP / Felipe Dana
Die Anzeichen verdichten sich, dass das Zika-Virus dahinter steckt. Getty Images South America / Mario Tama
Bei den Neugeborenen wurde «Mikrozephalie» festgestellt. Dabei ist der Kopfumfang des Kindes zu klein, was meistens zu geistigen Behinderungen führt. AP/AP / Felipe Dana
Das Virus wurde 1947 im Zikawald in Uganda entdeckt, daher der Name. AP/AP / Felipe Dana
Übertragen wird der Krankheitserreger durch sogenannte Tigermücken, das sind dieselben Insekten, die auch das Denguefieber übertragen. AP/AP / Andre Penner
Laut WHO ist das Virus bereits in 21 Ländern Lateinamerikas präsent. Besonders betroffen ist Brasilien. AP/AP / Felipe Dana
Rund 400'000 schwangere Frauen sollen in Brasilien nun kostenlos Moskitoschutzmittel erhalten. AP/AP / Felipe Dana
Bei Erwachsenen ruft das Virus Fieber, Gelenkschmerzen und Hautausschlag hervor. Meistens klingen die Syptome nach einer Woche wieder ab. Getty Images South America / Mario Tama
Allerdings könnte das Zika-Virus weitaus gefährlichere Folgekrankheiten hervorrufen. Diese werden momentan untersucht. AP/AP / Felipe Dana
Dieser Peruaner versucht auf einem Friedhof die Mücken unschädlich zu machen. AP/AP / Martin Mejia
In Brasilien wurden derweil 220'000 Soldaten entsandt, um das Virus zu bekämpfen. Getty Images South America / Mario Tama
Auch in der Schweiz wurden die ersten zwei Zika-Fälle gemeldet. Es handelt sich um zwei Personen, die sich in den Tropen infiziert haben. AP/AP / Leo Correa
Schwangere Frauen sollen deshalb nicht in die betroffenen Gebiete reisen, rät das Bundesamt für Gesundheit. EPA/SECRETARY OFFICE OF HEALTH / SECRETARY OFFICE OF HEALTH / HANDOUT
Einige Experten vermuten, dass das Virus mit den vielen Reisenden während der Fussball-WM 2014 nach Brasilien gelangt ist. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
In Brasilien stehen dieses Jahr Grossevents wie der Rio Carnaval und die Olympischen Spiele auf dem Programm. Der Druck auf die brasilianische Gesundheitsbehörde ist deshalb besonders gross. X00856 / PILAR OLIVARES
Ob das Virus auch sexuell übertragbar ist, lässt sich momentan noch nicht sagen, entsprechende Untersuchungen sind im Gange. EPA/EPA / AZHAR RAHIM

Mit dem zuvor als eher harmlos geltenden Zika-Virus – Symptome sind leichtes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Hautrötungen - sollen sich in Brasilien bereits mindestens 500'000 Menschen infiziert haben.

Brasiliens Armee kämpft gegen das Zika-Virus.
Bild: SERGIO MORAES/REUTERS

Soldaten im Einsatz – auch mit Blick auf die Olympiade

Staatspräsidentin Dilma Rousseff kündigte einen energischen Kampf an – am 13. Februar sollen im Rahmen eines Aktionstages bis zu 220'000 Soldaten helfen, die weitere Ausbreitung der virenübertragenden Stechmückenart Aedes aegypti einzudämmen und deren Ei-Ablageplätze zu zerstören. Bisher gibt es keine Impfung gegen das Zika-Virus.

Im berühmten Sambadrom, wo Hunderttausende Menschen ab Ende kommender Woche den Karneval feiern werden, versuchen Spezialisten in Schutzanzügen mit Insektenbekämpfungsmitteln und Saugern der Aedes-Mücke den Garaus zu machen und jede Infektionsgefahr mit dem Zika-Virus oder Dengue-Fieber zu vermeiden.

Zum Karneval werden rund eine Million Menschen erwartet. Auch für die Olympischen Spiele in Rio im August wurden bereits besondere Schutzmassnahmen angekündigt.

13'000 Infektionen in Kolumbien

In Kolumbien wurde ebenfalls Gesundheitsalarm wegen Zika ausgerufen. Alle unter einer Höhe von 2200 Metern liegenden Ortschaften sollten Notvorsorge treffen, erklärte das Gesundheitsministerium. Öffentliche und private Kliniken sollten Massnahmen in Kraft setzen, um den erwarteten Anstieg der Fälle beherrschen zu können.

Hier wird in Managua, Nicaragua, gegen Mücken vorgegangen.
Bild: OSWALDO RIVAS/REUTERS

Bisher wurden in Kolumbien bereits mehr als 13'000 Infektionen registriert. Die Behörden rieten Frauen dazu, gewollte Schwangerschaften zu verschieben.

Obama will Forschung fördern

US-Präsident Barack Obama rief bei einem Treffen mit Gesundheitsexperten zu grösseren Anstrengungen bei der Erforschung des Zika-Virus auf. Man brauche eine verbesserte Diagnostik, zudem müssten Impfstoffe und Heilungsansätze entwickelt werden, sagte er.

Alle Amerikaner müssten sich über das Virus informieren können und wissen, wie sie sich vor einer Infektion schützen könnten, sagte Obama nach dem Treffen am Dienstag laut Angaben des Weissen Hauses. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat diese Woche vor einer Ausbreitung des Virus auf dem gesamten amerikanischen Kontinent gewarnt.

(sda/dpa/afp)

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