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Falls Sie in Ihrem Leben schon mal gezügelt haben, wissen Sie, die Frau rechts im Bild macht etwas falsch.
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Bild: KEYSTONE
Der Enthüller

Ecopop wird angenommen: Und so geht es mit der Schweiz weiter

06.11.2014, 15:1111.11.2014, 13:41
buzz orgler und Katad Mehdic

Bern (den). Am 30. November stimmt das Volk über Ecopop ab. Als politisch neutrale Publikation wollen wir natürlich niemandem vorschreiben, wie er oder sie zu wählen hat: Nein, nein, nein! Das würden wir niemals tun. Wir gehen jetzt spasseshalber aber einfach mal vom Schlimmsten aus, also einem Ja, und blicken in die Zukunft der Schweiz

30. November 2014, 16:32 Uhr: Volk und Stände nehmen Ecopop an

Die Schweiz nimmt die Ecopop-Initiative an, 54 Prozent sagen Ja. Die Romandie ist radikal dagegen, in gewissen Teilen der Deutschschweiz erhält die Vorlage hingegen bis zu 70 Prozent Zuspruch.

30. November 2014, 17:30 Uhr: Die SVP äussert sich

Die SVP teilt in einem Fernseh-Statement mit, dass sie den Entscheid national sehr bedaure. Währenddem lassen die Sektionen Bern, Zug und Aargau im Hintergrund die Korken knallen. Parteiintern wird ein Flugblatt verteilt. Jetzt sei der ideale Zeitpunkt, für Nachwuchs zu sorgen, da es in Zukunft schwierig werden könne, Spargelstecher aus dem Ausland zu rekrutieren.  

Mit Seifenblasen gegen Ecopop, das soll mal einer verstehen.  
Mit Seifenblasen gegen Ecopop, das soll mal einer verstehen.  
Bild: AFP

30. November 2014, 18:00 Uhr: Der Bundesrat äussert sich

Die Landesregierung akzeptiert das Volksverdikt und wird bis Juni 2015 eine Lösung ausarbeiten, wie Ecopop umgesetzt werden kann. Somit könne die Grütze, pardon, die Initiative noch vor den Wahlen in die richtigen Wege geleitet werden. 

Dezember 2014: Die Bevölkerung geht zur Arbeit

Das Ergebnis der Abstimmung ist das Gesprächsthema Nummer eins. In der S-Bahn kämpft man nach dem Ja weiterhin um einen Sitzplatz. Doch viele Ecopop-Sympathisanten wissen: Schon bald herrscht freie Platzwahl. 

Dank Ecopop hat auch endlich der Rucksack seinen verdienten Sitzplatz.
Dank Ecopop hat auch endlich der Rucksack seinen verdienten Sitzplatz.
buzz orgler

Herbst 2015: Wahlkampfzeit

Eine Debatte über die Umsetzung entbrennt: Welcher Kondom-Hersteller darf die Verhüterli für Afrika produzieren? Wie wird die 0,2-Prozent-Hürde umgesetzt? Die «GomS» (Gesellschaft für eine moderne und offene Schweiz) organisiert eine Gegeninitiative und sammelt innerhalb einer Woche 200’000 Unterschriften.

18. Oktober 2015: Wahltag 

Wen interessiert’s? 

Irgendein Dienstag im April 2018: Der Gummi steht

Mittlerweile ist die Wahl fürs Produzieren der Kondome auf den Hersteller Geilor gefallen. Der Aktienkurs steigt nach der Verkündung um 80 Prozent, für die Produktion am Fliessband müssen zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. Notabene Schweizer. Die Kondome werden zusammen mit Gebrauchsanleitungen über weiten Teilen Afrikas abgeworfen. Da jedoch nur 20 Prozent der Präservative übergross sind, sinkt die Geburtenrate dort weniger stark als erhofft. 

Den Witz von wegen Freistoss schenken wir uns.
Den Witz von wegen Freistoss schenken wir uns.
Bild:Futirinhas.com

Mai 2018: #Condomgate

#Condomgate wird der virale Brüller: Die ganze Welt lacht über die Schweiz, weil sie zu kleine Kondome produziert hat. Die britischen Boulevardmedien titeln «If it’s too tight don’t look for the brand – it must be from Switzerland». Der Song «Das sind nicht 20 Zentimeter, nie im Leben kleiner Peter» steigt wieder in die Charts ein. 

Juni 2018: Scharfe Worte vom Papst

Der neue Papst (Ratzingers bis dato unbekannter Sohn) kündigt der Schweizer Leibgarde. Der Gebrauch von Kondomen, wie ihn die Schweiz propagiere, könne nicht gutgeheissen werden. 

September 2018: Real fatal

Economiesuisse löst sich auf, da die Realwirtschaft komplett eingebrochen ist. Neuer Player wird «Condomsuisse» mit Lukas Reimann als Verbandspräsident. Unterdessen trifft in Afrika die zweite Ladung Kondome ein. Diesmal sind auch die richtigen Grössen dabei.

Ok, wir nehmen den Kommentar unter dem ersten Bild wieder zurück. Anscheinend kann man wirklich Gegenstände auf dem Kopf transportieren.
Ok, wir nehmen den Kommentar unter dem ersten Bild wieder zurück. Anscheinend kann man wirklich Gegenstände auf dem Kopf transportieren.
Bild: EPA

2025: Continental Congress

Afrika organisiert den Continental Congress. Die Geburtenrate ist auf einem Allzeittief, genau wie Afrikas Wirtschaft. Der Kongress soll klären, wie die Gesellschaft in Zukunft geführt werden kann. Der einzige Vorteil an der momentanen Situation sei, dass es kaum noch Kindersoldaten und Kinderarbeit gebe. 

2030: Rentenalter 82

Rund 60 Prozent der Ecopop-Befürworter sind mittlerweile verstorben. Das Durchschnittsalter in der Schweiz liegt bei 63. Das Rentenalter wird auf 82 Jahre angehoben.

Der Enthüller
Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über Schwulenhasser, die in Russland Asyl beantragen oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu. 



www.der-enthüller.ch

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