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Autonomes Fahren: Tesla schiesst PR-Eigentor

Ein Mann sitzt im Tesla mit aktivem FSD-Assistenzsystem und Händen weg vom Lenkrad, während das Fahrzeug mit Kamera selbstständig fährt.
Hände vom Lenkrad: Tesla ermöglicht es bereits. Bild: imago-images.de

Autonomes Fahren: Tesla schiesst PR-Eigentor

Tesla feiert die Freigabe seines Fahrassistenten Full Self-Driving in Dänemark mit einem PR-Video. Eine Analyse findet darin gleich mehrere Verstösse gegen das Verkehrsrecht.
15.06.2026, 20:2815.06.2026, 20:59
Laura Helbig / t-online
Ein Artikel von
t-online

Autonomes Fahren soll die Zukunft der Mobilität sein – doch bei uns oder auch in Deutschland ist man noch recht weit davon entfernt, die Hände vom Lenkrad zu lassen. In einigen Ländern sieht das allerdings anders aus. Dänemark hat erst vor einigen Tagen dem Tesla-Assistenten FSD grünes Licht gegeben.

Dabei handelt es sich um die Funktion Full Self-Driving Supervised, auf Deutsch also überwachtes vollselbstständiges Fahren. Das «überwacht» bezieht sich darauf, dass sich das Fahrzeug unter ständiger menschlicher Aufsicht befinden muss. Tesla feierte den Erfolg in Dänemark mit einem Video in den sozialen Netzwerken.

Dieses wurde jedoch zum PR-Eigentor: Die dänische Zeitung «Politiken» analysierte die Aufnahmen, die in der Nähe des Rådhuspladsen im Herzen Kopenhagens entstanden sind, und identifizierte mehrere Verstösse gegen dänisches Verkehrsrecht. Das Fahrzeug fuhr auf einer Busspur sowie auf einem Radweg, bog trotz eines entsprechenden Verbotsschilds rechts ab, missachtete ein Einfahrtverbot und befuhr die Vesterbrogade – eine Strasse, die für Autos gesperrt ist.

Die dänische Zeitung «Politiken» deckt in Teslas Werbevideo für den Fahrassistenten «Full Self-Driving» mehrere Verkehrsverstösse auf.
Die dänische Zeitung «Politiken» deckt in Teslas Werbevideo für den Fahrassistenten «Full Self-Driving» mehrere Verkehrsverstösse auf.screenshot: politiken

Der dänische Automobilverband FDM bewertete die gezeigte Fahrweise als «besorgniserregend» und «ziemlich kritisch». Tesla äusserte sich gegenüber «Politiken» nicht zu den Vorwürfen.

Fahrer hätte eingreifen müssen

FSD Supervised erfordert, dass der Fahrer jederzeit aufmerksam bleibt und im Zweifel eingreift. Bei den gezeigten Verkehrsverstössen wäre das die Pflicht der Person am Steuer gewesen. Tesla sichert sich rechtlich stets mit diesem Hinweis ab – im Werbematerial wird FSD Supervised jedoch regelmässig als weitgehend autonomes System dargestellt.

Ende Mai 2026 veröffentlichte Teslas offizieller Account auf X ein Video, in dem ein Fahrer während der Fahrt mit einer tragbaren Kaffeemaschine Espresso zubereitet – Hände vom Steuer, Blick von der Strasse. Teslas eigener Begleittext lautete: «With FSD Supervised, your Tesla can drive you anywhere you want. Try it yourself.»

Im Kleingedruckten findet sich zwar der Hinweis, dass der Fahrer das System stets beaufsichtigen muss. Der eigentliche Inhalt des Videos vermittelt jedoch das genaue Gegenteil. Das Video wurde bislang 5,6 Millionen Mal aufgerufen.

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Die beliebtesten Kommentare
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Okay, Boomer
15.06.2026 20:43registriert Juli 2022
Fachleute erklären seit Jahren, dass autonomes Fahren nur mit Kameras nicht funktionieren kann. Jeder Teslafahrer kann das bestätigen, auch die Fanboys. Stichwörter: Regen, Nebel, Schnee, Nacht, alles vorherige in beliebiger Kombination, tiefstehende Sonne, verschmutzte Kameras.
Aber Elmo ist ja ein „Genie“.
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