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epa07865506 Lei Jun, Founder and CEO of Chinese mobile internet company Xiaomi Technology Co. Ltd., displays the Xiaomi MIX Alpha smartphone during the Xiaomi new 5G smartphone product launch ceremony in Beijing, China, 24 September 2019. Xiaomi releases its new mobile phone products 'Mi 9 Pro 5G' and 'Xiaomi MIX Alpha' on 24 September 2019.  EPA/WU HONG

Xiaomi-CEO Lei Jun bei der Präsentation des Mi 9 Pro 5G im September: Der chinesische Konzern drängt auf den europäischen Markt. Bild: EPA

Wird Billig-Hersteller Xiaomi das neue Huawei? Heute folgt der nächste Streich

Seit einiger Zeit macht die chinesische Marke mit Geräten zu Spottpreisen und überzeugender Technik auf sich aufmerksam. Am Mittwoch stellt das Unternehmen seine neuen Produkte für den europäischen Markt vor.

Laura Stresing / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Smartphones und Gadgets von Xiaomi werden hierzulande immer beliebter. Kein Wunder: Der China-Konzern drängt mit einer radikalen Billig-Strategie nach Europa und kann es sich inzwischen leisten, Journalisten für eine Produktshow nach Madrid einzufliegen. Auch t-online.de ist der Einladung gefolgt. Die Reisekosten übernimmt Xiaomi. Dies beeinflusst unsere Berichterstattung nicht.

Am Mittwoch sollen in der spanischen Hauptstadt neue Smartphones und Wearables vorgestellt werden, möglicherweise auch ein Smart TV. Das Event kann man im Livestream verfolgen, wie Xiaomi auf Twitter ankündigte. Start ist um 11.30 Uhr.

Viele hiesige Fans und Journalisten werden sich das aufmerksam ansehen, jedenfalls mehr als früher. Denn obwohl man die Smartphones von Xiaomi in den Shops der deutschen Mobilfunkbetreiber und in Elektronikfachmärkten oft vergeblich sucht, haben die Geräte eine wachsende Fangemeinde.

Und in der Schweiz hat Xiaomi Anfang Oktober den ersten eigenen Laden eröffnet. Das Verkaufsgeschäft in Wallisellen ZH ist nach Paris der zweite Flagship-Store der Chinesen in Europa.

Auf Amazon zählen Xiaomi-Smartphones regelmässig zu den Bestsellern. Die ausgesprochen günstigen Fitnesstracker und smarten Heimgeräte der Chinesen werden auch im Einzelhandel oft an prominenter Stelle präsentiert. Zusammen mit den aufwändig inszenierten Produktshows ergibt sich so das Bild eines etablierten, durchaus konkurrenzfähigen Herstellers von Mobilgeräten, Heim- und Unterhaltungselektronik.

Apple, Samsung und Huawei geraten unter Preisdruck

Xiaomis Erfolgsrezept baut vor allem auf eine radikale Preisstrategie. Die Geräte werden nahezu zum Produktionspreis angeboten, die Gewinnmarge für den Hersteller ist minimal. Dadurch kosten die Smartphones weniger als die Hälfte oder sogar nur ein Drittel dessen, was Apple, Samsung und Huawei für ihre aktuellen Geräte verlangen – und das bei einer vergleichbaren Ausstattung.

Auch auf dem Event in Madrid ist die Ankündigung eines neuen Top-Smartphones zu erwarten. Aller Voraussicht nach handelt es sich dabei um eine auf den europäischen Markt angepasste Variante des eben in China vorgestellten Xiaomi CC9 mit einer 108 Megapixel Kamera mit fünf Objektiven. Bereits im Frühjahr hatte sich die Marke Nokia an einem solchen Gerät versucht . Es erwies sich als Flop.

In Europa soll das neue Xiaomi-Handy unter dem Namen Mi Note 10 vermarktet werden. In der Ausstattung dürfte es sich nahezu gleichen: Ähnlich wie das chinesische Vorbild dürfte das Mi Note 10 über einen 6.47 Zoll-OLED-Display, einen optischen In-Display-Fingerabdruckscanner und einen Akku mit 5'260 Milliamperestunden verfügen. Über die Preise ist noch nichts bekannt. Der Vorgänger kam für etwa 450 Euro nach Europa.

Daneben könnte Xiaomi auch ein Budget-Smartphone sowie eine Smartwatch vorstellen. Ob die in China vorgestellten QLED-Fernseher für den Schweizer Markt vorgesehen sind, ist unklar.

Wird Xiaomi das nächste Huawei?

Xiaomi rangiert derzeit auf Platz elf der wertvollsten chinesischen Konzerne. Wettbewerber Huawei hat seine Europa-Expansion früher vollzogen und belegt Platz 6. Das könnte sich bald ändern: Die US-Sanktionen gegen Huawei bremsen dem Erfolg der Android-Smartphones. Die neuen Huawei-Geräte müssen nämlich ohne Google-Dienste auskommen – auf dem europäischen Markt haben sie damit kaum eine Chance.

Xiaomi ist von den Handelsbeschränkungen bislang nicht betroffen. Das könnte der Marke helfen, sich als Huawei-Alternative zu positionieren und ihre gewonnenen Marktanteile weiter auszubauen.

Mit dem Erfolg wächst aber auch der Druck auf Xiaomi. Sowohl Verbraucherschutzorganisationen als auch Medien und Tester, Sicherheitsexperten und staatliche Behörden werden die Xiaomi-Produkte sorgsam unter die Lupe nehmen.

Noch konnte sich Xiaomi vor negativer Berichterstattung schützen. Doch das könnte sich schnell ändern, wenn der Sprung aus der Nische gelingt. Gerade in Deutschland wird mit Kritik an Tech-Konzernen selten gespart. Wer auf einer Stufe mit Apple genannt werden will, muss darauf vorbereitet sein.

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