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Nach tödlichem Unfall: Tesla legt sich mit US-Behörde an

Die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk hat eine Beschwerde beim Kongress angekündigt. Und bei der Produktion des Model 3 scheinen die Probleme anzuhalten.



Tesla liegt wegen der Aufklärung eines tödlichen Unfalls, bei dem das Fahrassistenz-System «Autopilot» eingeschaltet war, mit der US-Aufsichtsbehörde im Clinch. Das zuständige National Transportation Safety Board (NTSB) schloss Tesla am Donnerstag (Ortszeit) in einem ungewöhnlichen Schritt von der Mitwirkung an der Untersuchung aus.

Zuvor hatte die Firma die Vereinbarung zur Kooperation bereits ihrerseits aufgekündigt. Später heizte Tesla die Lage weiter an und kündigte sogar eine Beschwerde über die Behörde beim US-Kongress an.

Informationen weitergegeben

Im Zentrum des Streits steht der Vorwurf, Tesla habe sich nicht daran gehalten, während der Ermittlungen keine Informationen zum Unfall zu veröffentlichen.

Das Unternehmen hatte nach dem Unfall dem dabei ums Leben gekommenen Fahrer die Schuld gegeben und dies auf Informationen aus der eigenen Unfalluntersuchung gestützt. Nachdem die Familie des Fahrers sich ebenfalls zu Wort gemeldet hatte, bekräftigte die Firma ihre Sicht der Dinge.

Tesla habe ohne Erlaubnis Informationen an die Öffentlichkeit gegeben, teilte das NTSB mit. So etwas führe häufig zu «Spekulationen und falschen Annahmen».

Das Abkommen sei «inakzeptabel», da es für mehr als ein Jahr untersage, Informationen zum Fahrassistenten «Autopilot» zu veröffentlichen, hielt Tesla entgegen. Doch damit nicht genug: Später legte die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk nach und griff die Behörde scharf an. Das NTSB kümmere sich mehr um Schlagzeilen als um Sicherheitsfragen, hiess es in einem ausführlichen Statement. Die Behörde habe selbst wiederholt unvollständige Informationen an die Medien durchgestochen und damit ihre eigenen Regeln verletzt. «Wir werden eine offizielle Beschwerde beim Kongress einreichen.»

Bei dem tödlichen Unfall war am 23. März ein Tesla Model X auf einer Autobahn im kalifornischen Silicon Valley gegen einen Beton-Poller gefahren. Mit dem «Autopilot» hatte es bereits zuvor Unfälle gegeben. Laut Tesla ist die einzige Erklärung für den tödlichen Zwischenfall jedoch ein Versagen des Fahrers. Dieser habe mehrere visuelle und eine akustische Warnung bekommen - und etwa fünf Sekunden Zeit und 150 Meter Entfernung bis zum Aufprall gehabt. Seine Hände seien vor der Kollision sechs Sekunden lang nicht auf dem Lenkrad gewesen.

Weitere Lieferschwierigkeiten

Unterdessen dauern die Schwierigkeiten bei Teslas Hoffnungsträger Model 3 an. Die bisher massiv hinter den eigenen Zielen zurückgebliebenen Fertigungszahlen dürften für Kunden, die auf ihr Auto warten, zu einer «Zeitverschiebung» von sechs bis neun Monaten führen, sagte Musk dem Sender CBS. Davon seien drei Monate aber schon vergangen und man mache Fortschritte. «Sie werden Ihr Auto definitiv bekommen», versprach der Tesla-Chef. Musk räumte ein, dass einige der Hunderttausenden Vorbestellungen inzwischen storniert wurden.

Die Erwartungen an Teslas ersten Mittelklassewagen für den Massenmarkt sind enorm hoch. Das ab 35'000 Dollar erhältliche Auto soll die Firma und damit auch die E-Mobilität von der Nische in den Mainstream bringen. Doch beim Anlauf der Serienfertigung hakt es bislang gewaltig, Musks ehrgeizige Ziele mussten schon mehrfach nach hinten verschoben werden. Bei Anlegern kamen die Nachrichten nicht gut an - Teslas Aktien schlossen am Donnerstag 2.3 Prozent schwächer.

Währenddessen tüftelt Tesla-CEO am Hirn 2.0

Video: watson

(dsc/sda/dpa)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
peigi
13.04.2018 07:08registriert June 2016
Zum Relativieren: Der neue CEO des VW Konzerns hat gestern angekündigt 2020 100’000 Elektrofahrzeuge bauen zu wollen. Das hat Tesla immerhin 2017 schon erreicht. 2018 ist Tesla, trotz Verzug, auf Kurs ca. 200’000 Autos zu bauen.
Das bedeutet nicht, dass Tesla alles super macht oder dass VW und Co dem Untergang geweiht ist. Es wäre aber verheerend Tesla weiterhin zu unterschätzen und nicht ernst zu nehmen.
Die Ablösung von Müller durch Deiss (klarer Elektro-Befürworter) ist ein Zeichen, dass dies nun auch der Aufsichtsrat von VW verstanden hat.
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Teslaner
13.04.2018 07:30registriert April 2015
2300 anstatt 2500 pro Woche sind also „gewaltig hinterherhinken“.
Die Schuld am Unfall hat Tesla nicht nur dem Fahrer gegeben (wie es der Artikel suggeriert). Sie haben jedoch gesagt, dass ein aufmerksamer Fahrer den Unfall verhindert hätte!
Eigentlich sollte man solcher Berichterstattung gar keine Aufmerksamkeit schenken. Seit Jahren wird gegen Musk gewettet - bisher hat er jedoch immer geliefert... Die Leute, die das nicht sehen, glaubten wohl auch nicht an Apple.
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Ton
13.04.2018 07:21registriert February 2014
Haha, 2.3% im Minus. Als Tesla-Investor ist man sich viel stärkere Volatilität gewohnt, damit rechnet man ja und es lässt sich genau damit Geld machen. Zudem laufen jetzt schon viel mehr Model 3 vom Band als der Volt usw. Die Probleme sind überwunden und nur die Schlagzeilen hinken noch hinterher. Auch damit lässt sich Geld machen. :)
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