Digital
Wirtschaft

Microsofts 69 Milliarden teurer Activision-Blizzard-Kauf ist auf der Zielgeraden

File - An image from Activision's Call of Duty is shown on a smartphone near a photograph of the Microsoft logo in this photo taken in New York, Thursday, June 15, 2023. A judge handed Microsoft  ...
Microsoft will sein Gaming-Geschäft mit dem Kauf von Activision Blizzard stärken.Bild: keystone

Microsofts 69 Milliarden teurer Activision-Blizzard-Kauf ist auf der Zielgeraden

22.09.2023, 09:3722.09.2023, 11:42
Mehr «Digital»

Microsoft ist der Übernahme des Videospiele-Riesen Activision Blizzard einen grossen Schritt näher gerückt. Britische Wettbewerbshüter teilten am Freitag mit, dass ihre bisherigen Bedenken von Microsofts Zugeständnissen nach vorläufiger Einschätzung ausgeräumt werden.

Microsoft hatte unter anderem angeboten, Cloud-Gamingrechte für 15 Jahre an den Spielekonzern Ubisoft abzutreten. Ubisoft darf die Spiele auch auf Cloud-Gaming-Dienste ausserhalb der Windows- und Xbox-Plattform bringen. Diese bedeutet, dass Microsoft, wenn es seine geplante Übernahme abschliesst, nicht in der Lage sein wird, Spiele von Activision Blizzard exklusiv auf Xbox Cloud Gaming zu veröffentlichen.

Die Blockade durch die britische Wettbewerbsaufsicht CMA ist vorerst die letzte Hürde für den Abschluss des Deals. Über 40 weitere Länder hatten den Deal bereits abgesegnet. Die EU gab unter der Bedingung grünes Licht, dass Spielerinnen und Spieler anderer Plattformen in der EU in den nächsten zehn Jahren Zugang zu aktuellen und künftigen Spielen von Activision Blizzard haben werden.

Die britischen Kartellwächter befürchteten vor allem, dass der Kauf von Activision Blizzard den Wettbewerb beim Cloud-Gaming einschränken würde. Dabei laufen die Spiele auf Servern im Internet und werden auf die Geräte der Nutzer nur übertragen. Microsoft ist bereits stark in dem Geschäft.

Die CMA will nun noch beraten, bevor sie eine endgültige Entscheidung trifft. Microsoft und Activision Blizzard hatten ihre Frist für den Abschluss der Übernahme bis zum 18. Oktober verlängert. Man werde darauf zuarbeiten, bis dahin eine Genehmigung zu erhalten, betonte Microsoft-Manager Brad Smith am Freitag.

Deal über 69 Milliarden US-Dollar

Microsoft und Activision Blizzard hatten den damals rund 69 Milliarden US-Dollar schweren Deal Anfang 2022 angekündigt. Microsoft will sich mit dem Kauf von Activision Blizzard beliebte Videospiele wie «Call of Duty» für sein Game-Pass-Abo sichern. Gleichzeitig würde man so umsatzstarke Mobile-Games wie «Candy Crush» erhalten, die zu Activision gehören.

Eine anfängliche Befürchtung von Wettbewerbshütern war, der Konzern würde die Games danach nur noch auf seiner Xbox-Konsole und dem hauseigenen Cloud-Dienst anbieten. Im Zuge der Untersuchungen versprach der Konzern, die Spiele zehn Jahre lang auch für andere Konsolen wie Sonys Playstation oder Nintendos Switch sowie Cloud-Plattformen anderer Anbieter verfügbar zu machen. Danach müsste ein neuer Deal ausgehandelt werden.

(oli/sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das Surface Laptop Studio: Mehr als ein Laptop
1 / 25
Das Surface Laptop Studio: Mehr als ein Laptop
Das Display hat in der Mitte ein Scharnier. Es lässt sich so verstellen, dass der Touchscreen effektiv nützlich wird.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Microsoft verspricht ab 2030 CO2-negativ zu sein
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Wegen Flaute bei E-Autos: Mercedes verschiebt Verbrenner-Aus
Der Ausbau der E-Mobilität lahmt aktuell. Mercedes-Benz zieht daraus Konsequenzen. Was das für die kommenden Jahre bedeutet.

Mercedes-Benz will wegen des langsameren Umstiegs der Kunden auf Elektroautos auf eine neue Plattform für die elektrischen Spitzenmodelle S- und E-Klasse verzichten. Statt der ab 2028 geplanten Architektur MB.EA werde aus Kostengründen die bestehende E-Auto-Plattform Electric Vehicle Architecture (EVA2) weiterentwickelt, berichtete das «Handelsblatt» am Montag.

Konkret zu der Plattform äusserte sich der Autobauer zunächst nicht. Mercedes teilte jedoch mit, dass bis in die 2030er-Jahre hinein sowohl Elektroantriebe als auch Verbrenner produziert werden sollen. Die künftige Produktion sei flexibel für Verbrenner- und Elektroantriebe aufgestellt.

Zur Story