DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In der aktuellen System-Software fürs iPhone ist ein Hinweis auf «Li-Fi» versteckt.<br data-editable="remove">
In der aktuellen System-Software fürs iPhone ist ein Hinweis auf «Li-Fi» versteckt.
Bild: JONATHAN ALCORN/REUTERS

Lichtstrahlen statt WLAN: Apple experimentiert mit ultraschnellem «Li-Fi» für iPhones

Eine neuartige Technologie zur Datenübertragung mittels Licht ist 100 Mal schneller und sicherer als Funkwellen. Rund um den Globus liefern sich Forscher ein Wettrennen. Offensichtlich ist auch der iPhone-Hersteller an Li-Fi interessiert.
19.01.2016, 18:1620.01.2016, 14:16

Beherrscht das iPhone 7 eine neuartige, ultraschnelle Technologie zur Datenübertragung mittels Lichtstrahlen, kurz Li-Fi genannt?

In der seit Oktober verfügbaren System-Software iOS 9.1 gibt's jedenfalls Hinweise auf eine solche Technologie. Ein japanischer Twitter-Nutzer machte zunächst auf den Begriff «LiFi Capability» aufmerksam.

Der US-Blog Apple Insider hat den Hinweis Anfang dieser Woche aufgegriffen und gemäss eigenen Angaben selber überprüft. In der am Montag veröffentlichten Story heisst es, Apple experimentiere mit ultraschnellem, lichtbasierten Li-Fi, um bei zukünftigen iPhones drahtlos Daten zu übertragen.

Noch befinde sich die Li-Fi-Technologie in der experimentellen Phase, es arbeiteten aber mehrere Unternehmen daran, sie zu kommerzialisieren.

Das indische Start-up Velmenni mit Niederlassungen in Delhi und Estland integriert die Technologie in vergleichsweise günstige LED-Glühbirnen. Das folgende Video zeigt, wie Songs von einem Laptop durch Lichtstrahlen auf ein Smartphone gestreamt werden.

Sobald die Hand vor den Sensor gehalten wird, unterbricht die Datenübertragung, weil kein Licht durchdringt.
YouTube/VelmenniIndia
Light Fidelity
Li-Fi, auch «Light Fidelity» genannt, ist eine neuartige Technik zur kabellosen Datenübertragung mittels Lichtstrahlen (LED). Sie könnte langfristig WLAN-Verbindungen (auf Englisch «Wi-Fi») ersetzen. Bestenfalls werden bis zu 224 Gigabit pro Sekunde erreicht.

Geht Apple voraus?

Die Datenübertragung mit Li-Fi ist 100 Mal schneller als über eine WLAN-Verbindung. Ein Spielfilm in HD-Qualität liesse sich so in wenigen Sekunden herunterladen. Unter Laborbedingungen haben Forscher sogar Tempi bis zu 224 Gigabit pro Sekunde erreicht.

Das iPhone 7 kommt voraussichtlich im Herbst. Wohl zu früh, um einen Abgesang aufs WLAN anzustimmen.

Apple habe 2013 ein Patent zur Datenübertragen mittels Lichtstrahlen beantragt (und erhalten), berichtet Apple Insider weiter. Bis zur Marktreife der Li-Fi-Technologie dürfte es noch etwas dauern. 

Das iPhone 7 kommt voraussichtlich im Herbst auf den Markt. Wohl zu früh, um einen Abgesang aufs WLAN anzustimmen und auf eine 100 Mal schnellere Datenübertragung zu hoffen.

Apple ist zudem bekannt dafür, neue Technologien relativ spät zu übernehmen. Bekanntes Beispiel ist die Near-Field-Technologie, kurz NFC. Die Kalifornier haben sehr lange abgewartet, um schliesslich 2014 das iPhone 6 mit NFC-Chip zu lancieren. Dieser wurde gebraucht, um den sicheren iPhone-Bezahl-Dienst Apple Pay zu lancieren.

In Schottland erfunden

Li-Fi ist eine relativ neue Technologie. Als Erfinder gilt Harald Haas von der schottischen Universität Edinburgh. 2011 demonstrierte der Informatik-Professor, der auf mobile Kommunikation spezialisiert ist, erstmals, dass man mit einer flackernden LED-Lampe mehr Daten übertragen kann als über eine herkömmliche Handy-Antenne.

Li-Fi steht auch am derzeit in Davos stattfindenden Weltwirtschafts-Forum WEF auf der Agenda. Dank der Technlogie könnte der weltweite digitale Graben («Digital Divide») überwunden werden. Milliarden Menschen könnten so Anschluss ans Internet erhalten. Im vergangenen November wurde auf der WEF-Website ein Beitrag publiziert.

Das Video zeigt mögliche Anwendungen von Li-Fi für das Smartphone

Im vergangenen Dezember zeigte Haas, der aus Deutschland stammt, an einer TED-Konferenz in London ein eindrückliches Experiment. Er streamte ein Video drahtlos, allein durch Lichtstrahlen einer herkömmlichen LED, auf einen Bildschirm. Als Empfänger der Li-Fi-Strahlen fungierte eine handelsübliche Solarzelle.

In diesem Video zeigt Haas, wie Li-Fi mit Solarzellen funktioniert

Harald Haas: «Was wäre, wenn jede Deckenlampe auf der Welt in der Lage wäre, Daten zu übertragen?»
YouTube/TED

Hier erklärt Haas die grundlegende Technik

Treiben uns in Zukunft flackernde Lampen in den Wahnsinn? Laut Fachleuten besteht kein Grund zur Sorge. Die Li-Fi-Impulse erfolgten so schnell, dass sie von blossem Auge nicht zu erkennen seien.

Die Empfangsgeräte müssen Fotodioden besitzen, um die Lichtsignale zurück in elektrische Impulse umwandeln zu können. Das schränkt Li-Fi auf eine direkte Übertragung ein, die Übertragung durch Wände oder andere physische Hindernisse ist unmöglich.

Das wiederum bietet zum einen mehr Sicherheit, weil die übertragenen Daten nicht ungewollt in weitere Räume oder nach draussen dringen, wo sie möglicherweise abgehört werden könnten. Zum andern braucht es aber eine technische Vorrichtung, um die optischen Signale von einem Raum zum nächsten zu transportieren.

Laut dem 2011 gegründeten Li-Fi Consortium, dem Wissenschaftler und Unternehmen angehören, ist ein Li-Fi Connector erforderlich.

Der in die Zwischenwand eingebaute Connector leitet die Lichtsignale über ein Glasfaserkabel und dient in kleineren Räumen auch als Hotspot, so dass man keine zusätzliche Hardware benötigt.

Abschliessend lässt sich sagen, dass Li-Fi wohl erst langfristig das heutige WLAN ablösen wird. In den kommenden Jahren werden sich die Technologien zur kabellosen Datenübertragung ergänzen.

Die wichtigsten Gerüchte zum iPhone 7

1 / 13
Die wichtigsten Gerüchte zum iPhone 7
quelle: x90027 / damir sagolj
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
Du hast watson gern?
Sag das doch deinen Freunden!
Mit Whatsapp empfehlen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Sofort alles stehen und liegen lassen! Denn «Windjammers 2» ist da! Was? Ja genau, WAS?!
In den 90er-Jahren sorgte «Windjammers» für kurzweilige Videospielunterhaltung. Jetzt gibt es eine Fortsetzung zur digitalen Frisbee-Gaudi, die mit viel Retroflair auf eure Bildschirme fliegt. Aber ob das auch heute noch wirklich Spass macht?

«Windjammers» erschien 1994 für die Exoten-Konsole Neo Geo als auch in den Spielhallen und konnte rasch eine grosse Fangemeinde um sich scharen. Kein Wunder, denn der simple wettbewerbsfördernde Spielspass, der im japanischen Original «Flying Power Disc» hiess, erweckte in manchen den schlummernden Sportsgeist und lockte zu blitzschnellen Frisbee-Duellen vor den Bildschirm.

Zur Story