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BARCELONA, SPAIN - FEBRUARY 24:  CEO and President of Samsung JK Shin presents the new Samsung Gear Fit during the first day of the Mobile World Congress 2013 at Forum Complex on February 24, 2014 in Barcelona, Spain. The annual Mobile World Congress hosts some of the world's largest communication companies, with many unveiling their latest phones and gadgets. The show runs from February 24 - February 27.  (Photo by David Ramos/Getty Images)

Samsung kämpft mit harten Bandagen. Bei den Smartphones zogen die Südkoreaner nach, bei den Smartwatches haben sie vorgelegt. Bild: Getty Images Europe

The Great Smartphone War

Apple gegen Samsung – oder: Wenn Mitarbeiter Geschäftspapiere aufessen

Seit drei Jahren bekämpfen sich Apple und Samsung auf vier Kontinenten. Im Zuge der Gerichtsverfahren kommen immer wieder unglaubliche Dinge ans Licht.



Im März 2011 fuhren vor einer Samsung-Fabrik im südkoreanischen Suwon die Kastenwagen vor. Staatliche Ermittler wollten mit einem «Blitzbesuch» die Geschäftsräume durchsuchen. Es bestand Verdacht auf Preisabsprachen zwischen dem Elektronikhersteller und verschiedenen Mobilfunk-Providern im Land.

Doch die Türen blieben verschlossen, Sicherheitsleute des Unternehmens verweigerten den Zutritt. Die Ermittler mussten ihrerseits die Polizei rufen, um 30 Minuten später doch noch ins Gebäude zu gelangen.

Neugierig darauf, was in der Zwischenzeit im Innern passiert war, beschlagnahmten die Kartellwächter die Videos der internen Überwachungskameras. Was sie darauf entdeckten, war kaum zu glauben.

Kaum hatten die Samsung-Angestellten von der Razzia erfahren, begannen sie offensichtlich damit, verräterische Dokumente zu vernichten und Computer auszutauschen. Einer verschluckte sogar Geschäftspapiere, um die Beschlagnahmung zu verhindern.

Zweifelhafter Erfolg

Das ist nur eine Anekdote aus einer langen und lesenswerten Story des US-Magazins «Vanity Fair». Unter dem Titel The Great Smartphone War wird einer der schlimmsten Wirtschaftskriege der Geschichte beleuchtet.

Seit drei Jahren bekämpfen sich Apple und Samsung mit allen erdenklichen Tricks und Finten. Zu den Gewinnern gehören sicher die Anwälte. Die auf vier Kontinenten ausgetragenen juristischen Grabenkämpfe haben bereits über eine Milliarde US-Dollar verschlungen.

Die Apple-Anwälte erfuhren angeblich während einem Südkorea-Aufenthalt von den Vorkommnissen. Sie hätten sich daraufhin halb scherzhaft gefragt, ob es überhaupt möglich sei, gegen ein Unternehmen mit derart loyalen Angestellten vorzugehen, heisst es.

Lächerliche Beträge

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Apple hat es doch versucht. Mit zweifelhaftem Erfolg. Wie eine dem Unternehmen nahestehende Person verriet, seien die endlosen Kämpfe eine grosse Belastung – sowohl emotional wie auch finanziell.

Zwar hat gerade erst eine US-Jury erneut ein Urteil zugunsten von Apple gesprochen. Die Südkoreaner müssen wegen Patentverletzungen knapp 120 Millionen Dollar Schadenersatz bezahlen. Im selben Prozess wurde aber auch der iPhone-Hersteller wegen Verletzung eines Samsung-Patents zu einer Schadenersatz-Zahlung von 158'400 Dollar verurteilt.

Das sind natürlich keine relevanten Beträge, wenn man die Milliardengewinne betrachtet, die beide Konzerne Jahr für Jahr einfahren. Ungleich schlimmer dürfte aber der Image-Schaden sein, der entsteht, wenn eigentlich vertrauliche Firmen-Interna publik werden.

iPhone und Galaxy S

Das iPhone und das Galaxy S. Bild: jailbreakmodo.com

Patentklagen mit Gegenklagen kontern: Das gehört laut «Vanity Fair» zum Standardprozedere von Samsung. Angeblich genau so wie das bewusste Ignorieren des geistigen Eigentums Dritter. So habe es der südkoreanische Mischkonzern nicht erst seit dem Kopieren des ersten iPhones im Jahr 2007 geschafft, die Konkurrenten im Markt zu überflügeln.

Das unzimperliche Vorgehen zeigen frühere Auseinandersetzungen mit den Unternehmen Sharp (LCD-Bildschirme) und Pioneer (Plasma-Fernseher). In beiden Fällen habe Samsung durch Patente geschützte Technologie kopiert und sich geweigert, Lizenzgebühren zu bezahlen. Es kam zu Rechtsstreitigkeiten, die bis zur letzten Instanz ausgefochten wurden.

Pioneer musste 2010 seine TV-Sparte schliessen, in den USA verloren 10'000 Menschen den Job. Und bei Sharp ist die Ironie der Geschichte ebenfalls gegeben: Das angeschlagene japanische Unternehmen musste sich 2010 helfen lassen. Von Samsung.

Dass sich die ganzen Streitigkeiten aus Sicht der Südkoreaner gelohnt haben, bestätigen laut «Vanity Fair» auch Leute, die mit Apple zusammengearbeitet hatten. Samsung habe sich vom Nachahmer und Trittbrettfahrer zu einem starken Mitbewerber in Sachen Mobile-Technologie entwickelt. Das Unternehmen verweist denn auch in der Öffentlichkeit immer häufiger auf die eigene Innovationskraft. Ein Eigenlob mit bitterem Nachgeschmack – für die Konkurrenz.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 06.05.2014 17:18
    Highlight Highlight Rechtsstreitereien sind Business-Methoden, um die Konkurrenz in Konflikte zu verwickeln und deren Innovationskraft zu torpedieren. Diese Leerlaufkämpfe kosten viel Geld und Zeit. Das überlebt nicht jeder. Es geht nicht darum einen juristischen Prozess zu gewinnen, sondern eine Innovation zeitlich zu blockieren, bis man nachgezogen hat oder dass der andere in der Rechtsstreitphase (kann alles über Jahre blockiert werden) keine Gewinn mit der Idee und Innovation machen kann. Läuft das bei der Pharma auch so (Frage an watson)?
  • adrianoesch 06.05.2014 13:52
    Highlight Highlight everything is a remix! - https://vimeo.com/81745843

Diese wichtige Handy-Funktion kann dein Leben retten – 68% der Schweizer kennen sie nicht

Zwei Drittel der Schweizer haben keine Ahnung, wie man rasch per Tastenkombination mit dem Handy einen Notruf absendet. Die internationale Notrufnummer kennen rund 40 Prozent nicht. Damit gefährden sie ihre eigene Rettung und die Rettung anderer.

Smartphones von Apple, Samsung, Huawei, etc. können über eine vom Handy-Hersteller eingerichtete Tastenkombination einen Notruf absetzen. Wer sich in einer Notsituation befindet und die Notrufnummer nicht wählen kann oder sich – beispielsweise im Schockzustand – nicht daran erinnert, kann so trotzdem jederzeit Hilfe rufen.Das Problem: 68 Prozent der Schweizer wissen nicht, wie man auch bei gesperrtem Handy schnell per Tastenkombination einen Notruf absendet. Gar nur eine von fünf …

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