Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nach dem Vox-Debakel

Bund sucht Alternativen zu Claude Longchamp

Claude Longchamp, Schweizerische Gesellschaft fuer praktische Sozialforschung (gfs.), orientiert an der Medienkonferenz zu 50 Jahre WWF Schweiz in Zuerich am Dienstag, 1. Maerz 2011 ueber seine Untersuchung rund um den WWF Schweiz. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Unter Druck: Politologe Claude Longchamp. Bild: KEYSTONE

Ob vor, während oder nach den Abstimmungen: Wo immer politische Entscheide zu deuten sind, findet Claude Longchamp eine Bühne. Doch der Druck auf den Politologen wächst. Der Bund überprüft derzeit die Zusammenarbeit mit der Vox-Forschungsgemeinschaft, für welche Longchamp die Daten liefert. Der Vertrag läuft Ende Juli aus.

Danach will die Bundeskanzlei die repräsentative Analyse der eidgenössischen Urnengänge erstmals öffentlich ausschreiben, «mit einem detaillierten Pflichtenheft», wie Sprecherin Ursula Eggenberger sagt. Dies berichtet die «NZZ am Sonntag». Offen ist allerdings, ob sich andere Anbieter finden, die den Auftrag übernehmen könnten. 

Gleichzeitig steht die Zusammenarbeit mit der SRG auf dem Prüfstand, für die Longchamp jeweils Umfragen liefert. Mit SVP, FDP, CVP, BDP, Grünen und Grünliberalen setzt sich eine breite Front für mehr Wettbewerb bei der Polit-Analyse ein.

Untersuchung gegen die Vergabepraxis der Bundeskanzlei

Auf eine öffentliche Ausschreibung des Auftrags verzichtete die Bundeskanzlei bisher. Doch gemäss Beschaffungsrecht des Bundes müssen Dienstleistungen ab einem Schwellenwert von 230'000 Franken öffentlich ausgeschrieben werden. Allein letztes Jahr kassierten Longchamp und seine Forschungspartner 411'480 Franken Steuergelder, schreibt die «SonntagsZeitung».

Die Begründung der Bundeskanzlei: Es gebe kein anderer Anbieter, der diese Leistungen erbringen konnte. Dafür erntet sie Kritik. Rudolf Joder, der Präsident der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Nationalrats, kündigt gemäss «SonntagsZeitung» eine Untersuchung an. 

Die Bundeskanzlei zahlte der Forschungsgemeinschaft Vox-Analysen, zu der neben Longchamps Firma GFS Bern auch die Universitäten Zürich, Bern und Genf gehören, in den letzten vier Jahren über 1,2  Millionen Franken. Der Bund unterstützt die Vox-Analysen seit 1987 und wurde 2008 zum Hauptfinanzierer. Verträge gelten in der Regel für vier Jahre. (rey)



Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • corsin.manser 20.04.2014 15:22
    Highlight Highlight Gegen eine öffentliche Ausschreibung dieser Aufgabe ist meines Erachtens nichts einzuwenden, doch mit der Kritik an Claude Longchamp und sein Team sollte man vorsichtig sein. Dass bei komplizierten Gewichtungsverfahren für die Stichproben von Meinungsumfragen Ungenauigkeiten vorkommen können, ist kaum vermeidbar. Herr Longchamp als tendenziösen Betrachter hinzustellen, der nach Abstimmungen lediglich seine Meinung kundtut, hat auf jeden Fall weder Hand noch Fuss, ist er doch einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Wahlverhaltensforschung - sicher was die Schweiz betrifft!
  • Oberon 20.04.2014 14:22
    Highlight Highlight Wären die richtigen Leute in den richtigen Positionen hätten wir weniger Probleme.
  • papparazzi 20.04.2014 12:33
    Highlight Highlight Wieso um alles in der Welt, wird ein so wichtiger Posten erst jetzt öffentlich ausgeschrieben? Ich finde das eine Frechheit und einen Affront gegenüber jedem Schweizer Steuerzahler! ut (dp)
  • Schneider Alex 20.04.2014 10:44
    Highlight Highlight Longchamp und seine fehlerhafte Umfragemethode

    Jeder Umfrage-Profi weiss, dass bei emotional aufgeladenen politischen Fragestellungen die Leute bei Befragungen nicht ihre wahren Absichten preisgeben. Dies sollte bei der Darstellung der Ergebnisse über Fehlerspielräume zum Ausdruck kommen. Die Leute sagen nicht immer die Wahrheit, ob sie abstimmen gehen oder nicht und schon gar nicht immer, wie sie abstimmen werden. Sie haben zum Beispiel Angst, als Fremdenfeinde dazustehen.

    Longchamp geht nie auf diesen Effekt ein und behauptet bei seinen Fehlprognosen immer, die Abstimmungskampagne habe die Meinung der Leute in den letzten Abstimmungswochen und -tagen verändert. Das sind Ausreden. Er würde sich besser damit auseinandersetzen, wie er bei den Umfragen zu den wahren Absichten der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger kommt. Vielleicht sollte er einige Tiefeninterviews führen, um den Fehlerspielraum abschätzen zu können.
  • Lumpirr01 20.04.2014 09:21
    Highlight Highlight Endlich, endlich kommt auch hier in diesem Bereich ein bisschen mehr Wettbewerb. Obwohl einige links denkende watson - Mitglieder die Leistungen von Claude Longchamp und seinem Team bei der Einwanderungsinitiative als hervorragend darstellten, sind diese in meinen Augen mehr als zweifelhaft; schliesslich waren die Prognosen bezüglich Endresultat in mehreren Abstimmung schlechthin falsch! Die Umfrageanalysen sollten nicht dem Zwecke dienen, Abstimmungspropoganda mit öffentlichen Geldern zu finanzieren!
    • Oberon 20.04.2014 14:24
      Highlight Highlight Die Frage ist nur, warum das so lange gedauert hat...
  • ilex minor 20.04.2014 08:24
    Highlight Highlight Claude Longchamp`s Nachbetrachtungen zu Abstimmungen und Wahlen sind persönliche Ansichten. Mit Wissenschaft haben sie nicht viel zu tun. Dass er sich das Ganze auch noch vom Steuerzahler finanzieren lässt, ist eine Frechheit.

In Indien wird gewählt

Der grösste Urnengang der Welt

Indien steht bei der Parlamentswahl, die an diesem Montag beginnt, vor einer Herkulesaufgabe. Fast 815 Millionen Menschen sollen ihre Stimme abgeben, das sind ungefähr 100 Millionen mehr als vor fünf Jahren.

Die Wahlkommission und die Sicherheitskräfte, die in Indien am Montag alle 930'000 Wahllokale bewachen sollen, können das nicht an einem einzigen Tag bewältigen. Deswegen wird an neun Tagen zwischen dem 7. April und dem 12. Mai abgestimmt, vier Tage später soll dann das Ergebnis verkündet werden.

Die Zeichen stehen auf Wechsel. Die Menschen in Indien sind unzufrieden mit der Regierung, denn die Wirtschaft schwächelt, die seit Jahren hohe Inflation lässt die Preise vor allem für Lebensmittel …

Artikel lesen
Link zum Artikel