«Es sind dumme Leute»: Trump holt zum Rundumschlag gegen MAGA aus
Die aktuelle Iran-Politik von US-Präsident Donald Trump kommt bei vielen seiner eigenen Anhängerinnen und Anhänger gar nicht gut an. Dass er am Ostersonntag in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social dem Iran drohte, eine komplette Zivilisation auszulöschen, und sich mit den Worten «Gelobt sei Allah» über die islamische Religion lustig machte, scheint einigen zu weit gegangen zu sein.
MAGA-Kommentatoren rechnen mit Trump ab:
Das wiederum sorgt bei Trump für Unmut. In einem Beitrag auf Truth Social holte er am Donnerstag zu einem Rundumschlag gegen ehemalige treue Unterstützerinnen und Unterstützer aus. Er richtete seine Worte direkt an Tucker Carlson, Megyn Kelly, Candace Owens und Alex Jones, denen er vorwarf, ihn «seit Jahren zu bekämpfen» – obwohl sie sich tatsächlich erst vor Kurzem von ihm abgewandt hatten. Zugleich unterstellte er ihnen, sie fänden es «grossartig», wenn der Iran über Atomwaffen verfüge. Eines hätten sie gemeinsam, schrieb Trump: «einen niedrigen IQ». Und weiter:
Es handle sich um «Verrückte», «Unruhestifter», die «nicht einmal mehr ins Fernsehen eingeladen» würden.
Die Ansichten der oben Genannten seien das Gegenteil von MAGA, denn sonst hätte Trump laut eigener Aussage die US-Präsidentschaftswahl nicht mit einem «Erdrutschsieg» gewonnen. Marjorie Taylor Greene, ebenfalls ehemalige MAGA-Supporterin, im Beitrag aber nicht erwähnt, konterte sofort:
President Trump has gone mad as he wages war against Iran, a broken campaign promise.
— Marjorie Taylor Greene 🇺🇸 (@mtgreenee) April 9, 2026
I fought alongside Tucker Carlson, Megyn Kelly, Candace Owens, and Alex Jones to help get Trump elected.
And now he goes off on a rambling rant attacking all of us in one post.
We NEVER… pic.twitter.com/dMnrt2ZjCw
Auch Alex Jones äussert sich mit einem Video zu Trumps «beispielloser Attacke». Er sagt:
Er bete, dass Gott Trump von den «dämonischen Einflüssen» befreie, unter denen er stehe.
Melania Trump just contradicted her husband and said that the Epstein case cover-up is real and needs to be investigated.
— Alex Jones (@RealAlexJones) April 9, 2026
In the below report, I respond to President Trump’s unprecedented attack against myself and his other former top supporters.. https://t.co/ufqKs7ghv6 pic.twitter.com/ei9oXXF1gZ
Als Trump in seiner Wuttirade gegen Candace Owens austeilte, nahm er sogar Brigitte Macron, «die hoch angesehene First Lady von Frankreich», in Schutz. Owens hatte das Gerücht verbreitet, dass die Frau des französischen Präsidenten eine Transfrau sei. Gegen sie wurde daraufhin eine Klage eingereicht. Nun greift Trump Owens persönlich an, dabei hatte er selbst in der Vergangenheit wiederholt über die Beziehung der Macrons gespottet. Brigitte Macron sei «eine weitaus schönere Frau als Candace», schreibt der US-Präsident.
Owens reagiert mit einem knappen Kommentar auf Trumps Äusserungen: «Vielleicht wird es Zeit, Opa ins Pflegeheim zu geben.»
It may be time to put Grandpa up in a home. pic.twitter.com/ruBJFA3RZw
— Candace Owens (@RealCandaceO) April 9, 2026
Trump schreibt weiter, dass sich für die Genannten keiner interessiere, dass niemand über sie rede – und verfasst beinahe 3000 Zeichen über seine ehemaligen Anhängerinnen und Anhänger. MAGA stimme ihm zu, schreibt der Präsident. Aktuelle Umfragen zeichnen jedoch ein anderes Bild – der Präsident wird im eigenen Land angesichts des von ihm gestarteten Iran-Kriegs immer unbeliebter.
Trump's followers on Truth Social are extremely upset about his attacks on Candace Owens, Megyn Kelly, Alex Jones, and Tucker Carlson. pic.twitter.com/cmriGfkVJG
— Headquarters (@HQNewsNow) April 9, 2026
Trump ist davon überzeugt, dass er Carlson, Kelly, Owens und Jones «jederzeit» wieder auf seine Seite ziehen könnte, wenn er wollte. Sollten sie ihn jedoch kontaktieren, würde er nach eigenen Angaben nicht reagieren, da er «zu sehr mit weltpolitischen und nationalen Angelegenheiten beschäftigt» sei. Das mag sein, denn Herausforderungen gibt es derzeit genug, bröckelt doch die Waffenruhe im Iran-Krieg bereits wieder. Die Beschäftigung dürfte dem Präsidenten also nicht ausgehen.
(hkl)
