Gesellschaft & Politik
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Pegidisten, die ihr mit Eric Weber demonstrieren wollt: Informiert euch rasch in 10 Schritten... 



Eric Weber, Grossrat der fremdenfeindlichen Kleinbasler Volksaktion, will trotz Demonstrationsverbot und -absage durch Pegida Schweiz mit «Getreuen» auf dem Basler Marktplatz demonstrieren. Niemand weiss, wen Weber mit diesen «Getreuen» meint. Aber sicherheitshalber sollten sich diese auf eine Enttäuschung vorbereiten. Weber ist ein Spassvogel und tut nicht immer, was er sagt. So ist er zum Beispiel nicht nach Abu Dhabi ausgewandert wie versprochen, sondern deckt die Basler Verwaltung weiterhin mit einer Flut von Anfragen ein. Sie sind ausnahmslos alle unnütz und dienen ausschliesslich seiner Befriedigung, die Verwaltung und Regierung mit Arbeit einzudecken.  

Hier seine zehn lustigsten Exemplare, jeweils mit den besten Antworten der Regierung: 

1. Sparschweine

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Bild:

In einer allgemeinen Anfrage darüber, wieviele Moscheen es in Basel gebe, sah Weber wegen Agitation muslimischer Mitbürger Sparschweine in Gefahr: 

Frage Weber: «Stimmt es, dass es bei der Basler Kantonalbank keine Sparschweine mehr gibt, da türkische Grossräte eine Protest-Note eingaben?»

Antwort Regierungsrat: «Es gibt keine türkischen Grossratsmitglieder, da der Souverän das Ausländerstimmrecht abgelehnt hat.»

2. Zuwanderung

epa04142686 From L-R Danish Prime Minister Helle Thorning-Schmidt, chairman of Naalakkersuisut, Aleqa Hammond and UN Secretary General Ban Ki-moon pose fore photos in traditional attire as they visit Greenland on 26 March 2014. During the visit the Prime Minister and the Secretary General will be informed of the consequences of climate change and its effect on the arctic inviroment, and as a further consequence the influence on the arctic population who are specifically dependant on nature and climate. The visit is a pre-lead to the UN Climate summit in New York on 23 September 2014. The two will stay in Greenland until 27 March.  EPA/RINO RASMUSSEN DENMARK OUT

Die dänische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt, Aleqa Hammond, Bürgermeisterin von Naalakkersuisut und UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon in traditioneller Inuit-Kleidung.  Bild: EPA/SCANPIX DENMARK

In einer Anfrage zur Zuwanderung beklagt sich Weber darüber, dass zuviele Menschen einwandern und er will wissen, woher diese kommen und wie sich die Regierung die Bevölkerungszusammensetzung Basels im Jahr 2045 vorstelle. Er befürchtet eine qualitative Veränderung der Zuwanderung. Frühere Einwanderung sei mit der heutigen nicht zu vergleichen.

Frage Weber (Auszug): «Es waren Deutsche aus dem Wiesental oder aus Lörrach. Menschen und Bürger aus uns nahen Gegenden. Aber nicht wie heute aus Afrika, Asien und Grönland, um nur ein paar wenige Länder zu nennen.» 

Antwort Regierungsrat: «Wie sich Basel 2045 präsentiert, ist spekulativer Natur und kann deshalb vom Regierungsrat nicht im Detail beantwortet werden.»

3. Scheich und Staatsschreiber

FILE - In this Thursday, July 1, 2010 file photo, Sheik Mohammed bin Rashid al-Maktoum Prime Minister of UAE and ruler of Dubai, center, descends the stairs of an Emirates A380 cargo flight on arrival at World Central-Al Maktoum International Airport, in Dubai, United Arab Emirates. Dubai's ruler has endorsed a $32 billion expansion plan for the city's second airport that officials envision will eventually become the world's biggest, the Middle Eastern commercial hub's airport operator said Monday. (AP Photo/Kamran Jebreili, File)

Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum, Herrscher von Dubai, Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Sponsor von Eric Weber, verlässt ein Flugzeug der Emirates Airlines.  Bild: Kamran Jebreili/AP/KEYSTONE

Im Frühjahr stellte Eric Weber eine «Anfrage betreffend Schriftliche Anfragen und Eric Weber», eine Anfrage in eigener Sache also. Weber wollte wissen, wie viel er den Staat mit seinen Anfragen koste. Beunruhigt hatte ihn folgende Begebenheit: 

«Auf dem Rückflug von Dubai war neben mir Staatsschreiber Heuss und seine Frau Grossrätin. Heuss versicherte mir, er fliege zum ersten Mal in seinem Leben 1. Klasse. Und ich sagte ihm, der Scheich bezahlt bei mir die 1. Klasse. Heuss war überrascht. Er sagte mir dann, ich hätte als junger Grossrat der Regierung richtig viel Arbeit gemacht. Und das hätte einiges gekostet.» 

Frage Weber: «Stimmt es, dass ich politisch überaktiv bin, dass ich den Kanton Basel jeden Monat rund 20'000 Franken koste?» 

Antwort Regierungsrat: «Die Grossratsmitglieder werden nicht als Kostenstelle aufgeführt.»

4. Klingelstrategie

Rund 7000 Anhaengerinnen und Anhaenger der Sekte Zeugen Jehovas aus der ganzen Deutschschweiz versammelten sich am Freitag, 29. Juli 2005, im Fussballstadion Letzigrund zur ihrem Bezirkskongress mit dem diesjaehrigen Motto

Zeugen Jehovas bei einer Versammlung 2005 im Zürcher Leichtathletik-Stadion Letzigrund. Bild: KEYSTONE

In Anlehnung an den amerikanischen Wahlkampf will Eric Weber nach eigenen Angaben 70'000 Basler Nichtwähler in Hausbesuchen dazu bringen, seine Volksaktion zu wählen. Doch er sieht Tücken: «Wer für seine Partei an fremden Wohnungen klingelt, muss damit rechnen, für einen Zeugen Jehovas gehalten zu werden.» Deshalb will Weber zielgerichtet klingeln. 

Frage Weber: «Kann ein normaler Bürger in Basel-Stadt die Adressen aller Wahlberechtigten erhalten?»

Antwort Regierungsrat: Nein.

5. Basler Nationalhymne

Eine farbige Lampenkette und eine Schweizer Fahne haengen unter dem Betondach der Johanniterbruecke bei den Vorbereitungen zur 1. August-Feier am Rhein in Basel am Donnerstag, 31. Juli 2014. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Schweizer Flagge unter der Johanniter-Brücke anlässlich des Festes zum Nationalfeiertag am 31. Juli 2013.  Bild: KEYSTONE

Für Eric Weber ist die Stadt Basel nicht eine Stadt oder ein Kanton, sondern mindestens einer Nation gleichwertig

Frage Weber: «Kann der Kanton Basel ab sofort einführen, an allen Schulen, dass zu Beginn des neuen Schuljahres immer die Basler Nationalhymne ‹Basel an meinem Rhein – Ja da möchte ich sein› gesungen wird?»

Antwort Regierungsrat: «(...) Einen Kanton Basel gibt es derzeit nicht.»

6. Sarrasani vs. Knie

ARCHIVE --- AUS DER GESCHICHTE DES NEUGESTALTETEN SECHSELAEUTENPLATZES IN ZUERICH, DER AM 22, APRIL EINGEWEIHT WIRD, STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Der Zirkus Knie stellt am Montag, 25. April 2005 auf der Sechseleutenwiese in Zuerich sein Zelt auf. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Der Zirkus Knie auf dem Sechseläutenplatz in Zürich.  Bild: KEYSTONE

Eric Weber mag nicht nur den politischen, sondern auch den richtigen Zirkus. Auf dem Magen liegt ihm, dass sein Lieblingszirkus Sarrasani nicht mehr nach Basel kommt. 

Frage Weber: «(...)Ich kann mich noch erinnern, dass früher sehr gerne auch der Zirkus Sarrasani nach Basel kam. Dann gab es einmal einen Zirkus-Krach in Basel. Ich glaube, dass der Zirkus Knie bessere Zeiten bekam für seine Gastspiele in Basel. Und der Zirkus Sarrasani eine ungünstige Zwischenzeit. Wird der Zirkus Knie in Basel bevorzugt behandelt?»

Antwort Regierungsrat: «Nein, das Bewilligungsverfahren ist für jeden Zirkus gleich.»

7. Knasturlaub für Grossräte

Gefängnis, Knast, Haft, Justiz,

Nicht jeder Grossrat ist zu jeder Zeit frei. Bild:

Weber ist kurz vor seiner Wahl wegen mutmasslichen Wahlbetrugs in U-Haft genommen worden. Deshalb fragte er wohl in eigener Sache für allfällig zukünftige Gelegenheiten an, ob und wie man Knastaufenthalt und Grossratssitzungen kombinieren könne. 

Frage Weber: «(...) Es ist nichts Neues, dass der politische Gegner einfach hinter Gefängnismauern eingekerkert wird. Wenn ein Grossrat in Untersuchungshaft ist, kann er dann auch an der Grossratssitzung teilnehmen?» 

Antwort Regierungsrat: «Es trifft nicht zu, dass in Basel-Stadt politische Gegner ‹hinter Gefängnismauern eingekerkert› werden.»

8. Studenten

ZUM BERICHT DER SECO UEBER DIE EU-ZUWANDERUNG UND DEN DAMIT VERBUNDENEM WIRTSCHAFTSWACHSTUM STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - 
Studierende folgen den Ausfuehrungen von Professor Dr. Thomas Berndt waehrend seiner Vorlesung zum Thema

Studenten sind Eric Weber ein Dorn im Auge. Zumindest ausländische in Basel. Hier eine Vorlesung im Hörsaal Audimax der Universität St.Gallen.  Bild: KEYSTONE

Nicht nur Gastarbeiter, auch ausländische Studenten sind Weber ein Dorn im Auge. Insbesondere Studenten aus Osteuropa passen Weber nicht. Deshalb stellt er allgemein ein paar Fragen zum Universitätsbetrieb. Besser als die Frage ist in diesem Fall die Antwort des Regierungsrates. 

Frage Weber: «Wie viele Studenten gibt es in Basel?» 

Antwort Regierungsrat: «An der Universität Basel studieren 5'751 Studenten. Es studieren dort auch noch 6'800 Studentinnen.»

9. England oder Basel?

A Scottish Saltire flag, second left, flies alongside the other flags of the countries in the U.K. next to

England, Grossbritannien, Vereinigtes Königreich, Schottland, Basel?  Bild: Matt Dunham/AP/KEYSTONE

Aus Frust über seine abschlägig beantwortete Bewerbung für den Posten des Sekretärs des Präsidialdepartementes fragt Weber an, warum bereits in der Stellenausschreibung Anglizismen enthalten seien. Besonders stört er sich am Wort «Helpdesk (First Level Support)».

Frage Weber 1: «Kann man das nicht auch auf Deutsch schreiben? (...)» 

Antwort Regierungsrat: «Bei den monierten Ausdrücken handelt es sich um etablierte Fachbegriffe aus der IT-Welt, welche (...) schlecht auf Deutsch übersetzt werden können (‹Helpdesk› = ‹Hilfe-Tisch›; ‹First-Level-Support› = ‹Erst-Ebenen-Unterstützung›; ‹Homepage› = ‹Zuhause-Seite›).»

Frage Weber 4: «Warum hat Eric Weber diese ausgeschriebene Stelle nicht bekommen, obwohl er sich dafür beworben hat?»

Antwort Regierungsrat: «Auf die besagte, ausgeschriebene Stelle haben sich rund 150 Kandidatinnen und Kandidaten beworben, worunter einige noch besser dem Anforderungsprofil entsprachen.» 

10. Treffpunkte für Säufer

The meeting point in the main train station in Zurich, Switzerland, pictured on July 3, 2012. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Der Treffpunkt im Hauptbahnhof Zuerich, aufgenommen am 3. Juli 2012. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Treffpunkt: Hier derjenige für alle im Hauptbahnhof Zürich. Bild: KEYSTONE

Das Erscheinungsbild des Kleinbasler Claraplatzes liegt Weber am Herzen. Eine Anfrage richtete er an die Regierung, weil die Turmuhr der Clarakirche für seinen Geschmack zu lange defekt war, was besonders während der Uhren- und Schmuckmesse peinlich sei. 

Dauerhaft stören ihn daselbst sitzende Randständige. «Kein schönes Bild. Wenn Uhren- und Schmuckmesse ist, ist das der Wahnsinn», urteilt Weber und lässt fragen, ob die Stadt etwas dagegen zu tun gedenke und ob sie einen Überlick habe, wo sich die Randständigen treffen. Ob die Regierung die Frage absichtlich missverstanden hat oder nicht, weiss man nicht. 

Frage Weber: «Wo gibt es Treffpunkte für Säufer? Wie sieht die Regierung das Claraplatzproblem?» 

Antwort Regierungsrat: «Weder unterhält der Kanton Treffpunkte für ‹Säufer› noch plant er, solche einzurichten.»

(thi)

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    Alle Leser-Kommentare
  • samy4me 04.02.2016 04:08
    Highlight Highlight Wo kann man seine übrigen Fragen einsehen? 😁
    3 0 Melden
  • Hans Jürg 02.02.2016 18:08
    Highlight Highlight Die Antworten des Regierungsrates sind genial.
    58 1 Melden
    • cbaumgartner 04.02.2016 08:15
      Highlight Highlight Eric Weber hat wohl deinen Kommentar gelesen und ihn "geblitzt" :'D
      9 0 Melden
  • Daniel Caduff 02.02.2016 15:02
    Highlight Highlight Immer dann, wenn von Eric Weber die Rede ist, dürfen diese Videos nicht fehlen:

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    48 1 Melden
    • AdiB 02.02.2016 17:50
      Highlight Highlight hahaha...es erste video isch unter de kategorie komedie..hahaha
      11 0 Melden
  • niklausb 02.02.2016 14:29
    Highlight Highlight Das allerschlimmste ist das er wähler hat bzw. das es Leute gibt die ihn wählen.
    108 1 Melden
  • Hayek1902 02.02.2016 13:50
    Highlight Highlight ich amüsier mich köstlich über den. natürlich macht er nichts schlaues, aber die unterhaltung ist gut und das ist ja wiederum auch etwas nützliches.
    29 9 Melden
    • Hayek1902 02.02.2016 17:37
      Highlight Highlight er ist nicht mein grossrat, von da her bin ich den Basler Steuerzahlern sehr dankbar. Wir haben so ein Verfahren, es nennt sich Grossratswahl. Man muss die betreffenden Kandidaten einfach nicht wählen.
      13 0 Melden
  • Swaghetti Yolonese 02.02.2016 13:41
    Highlight Highlight Ich fands ja auch immer lustig,
    aber wenn man solche Flyer im Briefkasten findet hört der Spass für mich auf.
    User Image
    56 1 Melden
    • Hayek1902 02.02.2016 15:32
      Highlight Highlight Ja, das Design ist wirklich unter aller Sau
      67 0 Melden
  • 90er 02.02.2016 13:27
    Highlight Highlight Auch Legendär ist folgende Anfrage:
    http://www.grosserrat.bs.ch/dokumente/100378/000000378627.pdf&ved=0ahUKEwj0xeC5idnKAhWCKQ8KHU4uBsUQFggfMAI&usg=AFQjCNEWdsqKGvY_VStFphFiiMFl05AvIg&sig2=TMQk6JOEMWFNTW1FIfkLJA
    Kurz Version
    Kann Basel in Eric Weber-Stadt umbenannt werden?
    Regierungsrat: Wir raten davon ab.
    63 0 Melden
  • Pasch 02.02.2016 13:08
    Highlight Highlight Man könnt sich stundenlang schlapplachen ab sonem typen. Moment mal wie kriegt der vogel seine kohle? Zahl ich dafür auch steuern?
    67 0 Melden
  • TanookiStormtrooper 02.02.2016 13:04
    Highlight Highlight Wenn man nur das eine Video kennt, ist es natürlich ganz lustig, aber in der Summe muss man doch sagen, der Mann braucht ganz dringend Hilfe und zwar bevor er sich oder anderen noch was antut! Das ihn ein Komischer Scheich auch noch in seinem Wahn bestärkt finde ich mehr als verantwortungslos. Und warum zum Teufel wählt man so jemanden? Damit es ein bisschen lustig wird wenn er mal wieder einen Zusammenbruch hat? Warum schauen Angehörige und Freunde da noch zu und sagen nicht er solle sich Hilfe suchen?
    95 0 Melden
    • Gantii 02.02.2016 16:50
      Highlight Highlight irgendwann ist es zuspät

      ausserdem - was fällt dir ein so über den jüngsten UND schönsten grossrat der schweiz so zu reden? grad usschaffe gopf!
      23 2 Melden
  • conszul 02.02.2016 12:24
    Highlight Highlight Schade, habe sie diesen Wicht nicht in Abu Dhabi weggesperrt. Andererseits: schmunzeln muss ich ja schon über seine Fragen und auch über die Antworten.
    56 5 Melden

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