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Ukraine-Krise

In Donezk ist ein Demonstrant ums Leben gekommen. Bild: AP

Töteten «Kreml-Agenten» prorussische Demonstranten, um eine Invasion zu rechtfertigen?



Die Ukraine hat nach Krawallen in Charkiw und Donezk mit drei Toten dem Nachbarland Russland Provokation vorgeworfen. Die Gewalt im Osten des Landes sei das Werk von «Kreml-Agenten», sagte der amtierende Präsident Alexander Turtschinow am Samstag vor dem Parlament in Kiew. Innenminister Arsen Awakow zufolge wurden am späten Freitagabend in Charkiw ein 20- und ein 31-jähriger Mann getötet. «Angeheuerte Provokateure aus einem Nachbarland betreiben professionelle Provokationen», sagte er.

Ein «Kreml-Agent»?

Am Donnerstagabend war bereits in Donezk ein Demonstrant ums Leben gekommen. Die Regierung in Kiew fürchtet, dass Russland Gewalt gegen russisch-stämmige Bürger zum Anlass für eine Invasion im Osten nehmen könnte.

«Angeheuerte Provokateure aus einem Nachbarland betreiben professionelle Provokationen»

Militär wehrt russischen Vorstoss nahe der Krim ab

Das ukrainische Militär hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew einen Vorstoss russischer Truppen abgewehrt, in ein an die Krim angrenzendes Gebiet einzudringen. Russische Fallschirmjäger hätten in einen Landstreifen in der Region Cherson vorrücken wollen, teilte das Ministerium am Samstag in Kiew mit. Einheiten des ukrainischen Militärs hätten die russischen Kräfte daran gehindert. Das Gebiet ist ein langgezogener Landstreifen, der parallel zur Ostküste der ukrainischen Halbinsel Krim liegt.

Die Situation in der Ostukraine, wie hier in Donezk, ist unübersichtlich. Bild: Reuters

Russland blockiert mit Veto Krim-Resolution im UNO-Sicherheitsrat

Russland hat im UNO-Sicherheitsrat eine Resolution zur Krim-Krise per Veto verhindert. Moskaus Botschafter Witali Tschurkin stimmte am Samstag bei einer Sondersitzung des mächtigsten UNO-Gremiums wie erwartet gegen den von den USA vorgelegten Entwurf und blockierte ihn so trotz der Stimmen von 13 der 15 Staaten.

China enthielt sich. In dem Papier sollten alle Staaten aufgerufen werden, das für diesen Sonntag vorgesehene Unabhängigkeitsreferendum der ukrainischen Halbinsel Krim nicht anzuerkennen.

«Zustand der Rechtlosigkeit» beenden

Menschenrechtler kritisierten Druck und Übergriffe auf Aktivisten und Journalisten. Paramilitärische Einheiten sowie selbsternannte Verteidigungskräfte würden Gegner des Referendums sowie Reporter angreifen und entführen, teilte die Organisation Human Rights Watch (HRW) am Samstag mit. HRW forderte die Krim-Behörden auf, den «Zustand der Rechtlosigkeit» zu beenden, die Uniformierten zu entwaffnen und die Schuldigen für die Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen.

Auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim bereiteten sich die Bewohner derweil mit einem «Tag der Ruhe» ohne politische Agitation auf das für Sonntag geplante umstrittene Referendum vor. In der Hauptstadt Simferopol bildeten sich am Samstag bei sonnigem Wetter Warteschlangen an Geldautomaten.

Die Bevölkerung der autonomen ukrainischen Teilrepublik soll in einem Referendum am Sonntag über eine mögliche Angliederung an Russland entscheiden. Der Westen wirft der Regierung in Moskau vor, mit einem völkerrechtswidrigen Volksentscheid die Spaltung der Ukraine voranzutreiben. (whr/sda)

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