Wirtschaft
Schweiz

Schweiz: Arbeitslosigkeit könnte 2026 nach Anstieg wieder abnehmen

Ein Arbeiter sperrt die Haltestelle Bahnhofquai am Hauptbahnhof in Zuerich ab, am Tag vom Fahrplanwechsel, am Sonntag, 14. Dezember 2025 in Zuerich. Die Verkehrsbetriebe VBZ stehen heute vor dem &quot ...
Auf dem Bau steigt der Bedarf nach Arbeitskräften an.Bild: keystone

Schweizer Arbeitsmarkt vor der Wende: Arbeitslosigkeit könnte 2026 sinken

Die Arbeitslosenquote ist während zwei Jahren immer mehr angestiegen – jetzt deuten Umfragen auf eine Wende hin.
02.02.2026, 22:5703.02.2026, 05:36
Niklaus Vontobel / ch media

Vom Schweizer Arbeitsmarkt gab es zuletzt bloss schlechte Nachrichten. Die Arbeitslosenquote stand im Dezember 2025 bei 3 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) festhielt. Damit ist sie seit 2023 fortlaufend leicht angestiegen.

Laut der Raiffeisen-Bank hat die Arbeitslosenquote damit in der Schweiz stärker zugenommen als in den meisten anderen Ländern. Sie sei zudem nahezu gleich stark angestiegen wie in der grossen Finanzkrise von 2008.

Unschön sieht es auch im internationalen Vergleich aus. Dafür muss man die Arbeitslosenquote betrachten, welche die Internationale Organisation für Arbeit (ILO) erhebt. Demnach liegt Quote nicht bei 3 Prozent wie beim Seco, sondern bei 5 Prozent.

Damit verliert die Schweiz einen Spitzenplatz. Sie war laut dem KOF-Institut der ETH Zürich im internationalen Vergleich lange die Beste, sie war «Weltmeisterin der Beschäftigung». Heute nicht mehr. Deutschland ist besser. Die Niederlande sind besser.

Doch jetzt mehren sich die Anzeichen für eine Wende. Zwei Indikatoren des KOF-Instituts deuten beide darauf hin, dass die Arbeitslosenquote bald nicht weiter steigen könnte – oder gar wieder fallen.

Vergangene Woche meldete das KOF, dass sein Konjunkturbarometer im Januar nun bereits den vierten Monat in Folge über dem mittelfristigen Durchschnittswert von 100 Punkten gelegen habe. Positive Entwicklungen habe es vorwiegend beim verarbeitenden Gewerbe sowie bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern gegeben.

Die Zürcher Kantonalbank kommentiert dies so: Das Barometer bestätige das Bild einer sich verbessernden Konjunktur. «Wir rechnen im laufenden Jahr mit einer graduellen Erholung des Schweizer Wirtschaftswachstums.» Das würde sich mit der Zeit auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen.

Diese Woche meldete das KOF-Institut, sein Beschäftigungsindikator sei im ersten Quartal 2026 um 1,1 Punkte gestiegen und liege damit wieder über dem langjährigen Durchschnitt. Die leichte Erholung des Indikators, die mit dem Wert des vorherigen Quartals begann, habe sich damit fortgesetzt. Zusammenfassend bedeutet dies laut KOF: «Die Aussichten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt verbessern sich leicht.»

Nach seinem Höchststand Mitte 2022 sei der Indikator über rund drei Jahre kontinuierlich gesunken und im dritten Quartal 2025 erstmals seit der Covid-Pandemie in den negativen Bereich gerutscht. Doch mit dem aktuellen Anstieg des Indikators setze sich die Erholung nun das zweite Quartal in Folge fort. Damit hat der Indikator im ersten Quartal 2026 einen Wert von 2,4 Punkten erreicht.

Baugewerbe mit besseren Aussichten

Grundlage des Indikators sind Umfragen, an denen jeweils rund 4500 Unternehmen teilnehmen. Der Anstieg des Indikators ist laut dem KOF-Institut hauptsächlich auf die verbesserten Erwartungen zurückzuführen. Insgesamt würden mehr Unternehmen mit einem Stellenaufbau rechnen, als es Unternehmen gebe, die von einem Stellenabbau ausgehen. Der Indikator deute damit auf verbesserte Stellenaussichten im laufenden und im kommenden Quartal hin.

Allerdings seien die Unterschiede zwischen den Branchen weiterhin gross. Im Handel etwa bleiben die Aussichten gedämpft, ebenso im Detailhandel. Im verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe habe sich der Indikator etwas erholt, bleibe aber im negativen Bereich. Eine positive Entwicklung gibt es primär im Baugewerbe, wo der Indikator den höchsten Stand seit über zwei Jahren erreicht.

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