Warum dieser Elektro-Kleinwagen zum Hit wird
Der kommende ID. Polo bedeutet eine Zäsur für VW. Und das betrifft vor allem das Design: Während die bisherigen Elektromodelle, von ID.3 über ID.4, ID.5 bis zum grossen ID.7 eher durch ein ausgefallenes Äusseres und einen technisch wirkenden Innenraum auffielen, machen die Deutschen beim Kleinwagen eine Kehrtwende.
Das noch in bunte Folie gehüllte Vorserienmodell deutet an, dass die Marke beim Design zu ihren Kernwerten zurückkehrt – schlicht, vielleicht nicht unbedingt aufregend, aber massenkompatibel und zeitlos.
Gegenüber dem bisherigen Verbrenner-Polo wächst der Kofferraum gleich um 24 Prozent von 351 auf 435 Liter – das ist mehr als beim Golf. Spannend ist auch der Blick in den Kofferraum: Unter dem verstellbaren Ladeboden steckt ein sogenannter Subtrunk, ein zusätzliches tiefes Staufach. Zwei Wasserkisten passen hier herein, auch ein Kinderwagen oder ein halber Autotester findet hier Platz. Wichtig zu wissen: Wird das optionale Soundsystem bestellt, nimmt der Subwoofer ein wenig Platz weg.
Was viele freuen wird: Mit dem ID. Polo übernimmt VW das klassische Design der Verbrenner-Autos für seine E-Autos. Auch künftige Stromer und die neuen Versionen von ID.3 und ID.4 werden das vertraute Design erhalten.
Endlich wieder Knöpfe
Das Gleiche gilt auch für den Innenraum des ID. Polo, den VW Anfang 2026 erstmals gezeigt hat. Nach heftiger Kritik der Kunden am reduzierten Bedienkonzept mit berührungsempfindlichen Flächen am Lenkrad oder sogenannten «Touchslidern» statt Knöpfen für die Bedienung von Lautstärke und Co. zieht hier wieder Konservatismus im guten Sinne ein. Und ein Hauch Wohnzimmer-Atmosphäre.
bild: vw
Stoff statt Kunststoff
Der Instrumententräger ist optisch in die Breite gezogen und – das ist neu – mit Stoff bespannt. Selbst der mittige Lautsprecher des Soundsystems ist mit demselben Material bezogen, sodass das Ganze an eine Soundbar unter dem heimischen Fernseher erinnert.
Textilflächen ziehen sich auch in die Türen, in der höheren Ausstattung sind zusätzlich die Türtafeln im Fond mit Stoff bespannt. In der Basisvariante gibt es dunkle Farbtöne, in der höheren Version haben die Kunden die Wahl zwischen hellen und dunklen Tönen.
Unter dem zentralen Display befindet sich eine Leiste mit Kippschaltern, mit der unter anderem Klimatisierung oder die Heckscheibenheizung gesteuert werden. Dazu ist in der Mittelkonsole ein kleiner Lautstärkeregler eingebaut, was die Bedienung endlich wieder intuitiv macht – das war lange eine Stärke bei VW, war aber in den vergangenen Jahren teils verloren gegangen.
Das Zweispeichenlenkrad ist ebenfalls horizontal gestaltet, links und rechts finden sich Bedieninseln für Funktionen wie den Tempomaten oder die Steuerung des Instrumentendisplays hinter dem Lenkrad.
Dieses wiederum ist erstmals in einem ID.-Modell kein an das Lenkrad gepapptes Bildschirmchen, sondern ein richtiger Screen und beinhaltet alle wichtigen Informationen.
Nostalgiegefühle auf Knopfdruck
Auf dem Instrumentendisplay gibt es drei verschiedene Ansichten, von runden Skalen über einen Modus mit digitalen Ziffern bis zur Navikarte, die sich über den kompletten Bildschirm legt.
Das grössere Zentraldisplay ist aufgeräumt, die Bedienlogik funktioniert ähnlich wie bei anderen VW-Modellen wie Golf, Tiguan oder T-Roc. Der Homescreen lässt sich nach persönlichen Vorlieben anpassen, die Anordnung wirkt logisch.
Nostalgische Gefühle lässt der Retro-Modus aufkommen, auf den die Digital-Designer sichtlich stolz sind.
Per Tipp sieht das Fahrerdisplay beinahe aus wie im ersten Golf GTI, die Navikarte auf dem Zentralbildschirm bekommt einen Retro-Look, eine animierte Kassette symbolisiert die laufende Musik, eine klassische Skala mit darunter liegenden animierten Walzen zeigt den Akkustand an. Dazu kann man sich noch Sticker-Sets für das typische 70er- und 80er-Feeling anzeigen lassen. Ein gelungener Gag.
So steht es ums Platzangebot
Das Raumgefühl ist für einen Kleinwagen sehr gut: Vorn sitzt es sich im 4,05 Meter langen Kleinwagen komfortabel, auch hinten haben die Passagiere genug Kniefreiheit und Platz für die Füsse unter den Sitzen. Das ist längst nicht in jedem E-Auto der Fall. Drei verschiedene Sitze stehen je nach Ausstattung zur Wahl.
Gegenüber dem bisherigen Verbrenner-Polo wächst der Kofferraum gleich um 24 Prozent von 351 auf 435 Liter – das ist mehr als beim Golf. Spannend ist auch der Blick in den Kofferraum: Unter dem verstellbaren Ladeboden steckt ein sogenannter Subtrunk, ein zusätzliches tiefes Staufach. Zwei Wasserkisten passen hier herein, auch ein Kinderwagen oder ein halber Autotester findet hier Platz. Wichtig zu wissen: Wird das optionale Soundsystem bestellt, nimmt der Subwoofer ein wenig Platz weg.
Aber wieso ist hier so viel Platz? Kurz gesagt: Die Rückkehr zum Frontantrieb ermöglicht diese grosse Mulde.
Und wer sich nun fragt, ob der ID. Polo auch aussen wieder so zeitlos aussieht, muss noch etwas warten: Das zeigt VW dann im Frühjahr.
Fazit: Na bitte, geht doch
Zwar ist das Äussere des Elektro-Polo noch ein Geheimnis – zumindest ein wenig – doch der Blick in den Innenraum zeigt, dass VW aus Fehlern gelernt hat. Der ID. Polo wirkt beim ersten Check reif und durchdacht, wird endlich wieder intuitiver und hochwertiger. Wie sich das Ganze im Alltag schlägt, wird sich später zeigen.
Preis und Verfügbarkeit
Der ID. Polo ist ab April 2026 bestellbar. Das Modell mit dem 52 kWh grossen Akku für 450 Kilometer Reichweite wird ab August oder September ausgeliefert. Das Basismodell mit dem 37 kWh grossen LFP-Akku für 300 Kilometer folgt ein paar Monate später.
Die Preise starten bei 24'990 Euro (Schweizer Preise stehen noch nicht fest), mit Vollausstattung werden wohl gegen 35'000 Euro fällig. In Deutschland können davon dank staatlicher Kaufprämie für E-Autos 3000 bis 6000 Euro abgezogen werden.
Der Basispreis des ID. Polo liegt 8000 Euro unter dem ID.3, VWs bislang günstigstem Stromer.

