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VW ID. Polo: Warum dieses kleine Elektroauto zum Hit wird

Jakob Hartung/t-online
Redaktor Christopher Clausen am ID. Polo: Bald kommt die ungetarnte Serienversion.bild: bild: Jakob Hartung/t-online

Warum dieser Elektro-Kleinwagen zum Hit wird

Mit dem ID. Polo bringt VW Mitte 2026 sein vorerst kleinstes und günstigstes Elektroauto. Es punktet mit vertrautem Design, reichlich Platz – und einem charmanten Retro-Modus für das Cockpit.
01.02.2026, 19:5501.02.2026, 19:55
Christopher Clausen / t-online
Ein Artikel von
t-online

Der kommende ID. Polo bedeutet eine Zäsur für VW. Und das betrifft vor allem das Design: Während die bisherigen Elektromodelle, von ID.3 über ID.4, ID.5 bis zum grossen ID.7 eher durch ein ausgefallenes Äusseres und einen technisch wirkenden Innenraum auffielen, machen die Deutschen beim Kleinwagen eine Kehrtwende.

Das noch in bunte Folie gehüllte Vorserienmodell deutet an, dass die Marke beim Design zu ihren Kernwerten zurückkehrt – schlicht, vielleicht nicht unbedingt aufregend, aber massenkompatibel und zeitlos.

VW ID. Polo
Noch mit Tarnfolie, aber der Elektro-Polo wird wie ein klassischer Polo aussehen.Bild: vw

Gegenüber dem bisherigen Verbrenner-Polo wächst der Kofferraum gleich um 24 Prozent von 351 auf 435 Liter – das ist mehr als beim Golf. Spannend ist auch der Blick in den Kofferraum: Unter dem verstellbaren Ladeboden steckt ein sogenannter Subtrunk, ein zusätzliches tiefes Staufach. Zwei Wasserkisten passen hier herein, auch ein Kinderwagen oder ein halber Autotester findet hier Platz. Wichtig zu wissen: Wird das optionale Soundsystem bestellt, nimmt der Subwoofer ein wenig Platz weg.

Was viele freuen wird: Mit dem ID. Polo übernimmt VW das klassische Design der Verbrenner-Autos für seine E-Autos. Auch künftige Stromer und die neuen Versionen von ID.3 und ID.4 werden das vertraute Design erhalten.

Endlich wieder Knöpfe

Das Gleiche gilt auch für den Innenraum des ID. Polo, den VW Anfang 2026 erstmals gezeigt hat. Nach heftiger Kritik der Kunden am reduzierten Bedienkonzept mit berührungsempfindlichen Flächen am Lenkrad oder sogenannten «Touchslidern» statt Knöpfen für die Bedienung von Lautstärke und Co. zieht hier wieder Konservatismus im guten Sinne ein. Und ein Hauch Wohnzimmer-Atmosphäre.

Unter dem zentralen Display befindet sich eine Leiste mit Kippschaltern, darunter in der Mittelkonsole ein Drehregler für Lautstärke sowie Wechsel von Songtiteln oder Radiosendern.
Unter dem zentralen Display befindet sich eine Leiste mit Kippschaltern, darunter in der Mittelkonsole ein Drehregler für Lautstärke sowie Wechsel von Songtiteln oder Radiosendern.
bild: vw
Der Innenraum wirkt fast durchweg hochwertig: Stoffbespannungen statt Plastik sorgt für ein behagliches Ambiente.
Der Innenraum wirkt fast durchweg hochwertig: Stoffbespannungen statt Plastik sorgt für ein behagliches Ambiente.bild: vw

Stoff statt Kunststoff

Der Instrumententräger ist optisch in die Breite gezogen und – das ist neu – mit Stoff bespannt. Selbst der mittige Lautsprecher des Soundsystems ist mit demselben Material bezogen, sodass das Ganze an eine Soundbar unter dem heimischen Fernseher erinnert.

Textilflächen ziehen sich auch in die Türen, in der höheren Ausstattung sind zusätzlich die Türtafeln im Fond mit Stoff bespannt. In der Basisvariante gibt es dunkle Farbtöne, in der höheren Version haben die Kunden die Wahl zwischen hellen und dunklen Tönen.

Endlich wieder Schalter: Beim Vorserienmodell fehlt noch die Gummimatte in der Handyablage.
Endlich wieder Schalter: Beim Vorserienmodell fehlt noch die Gummimatte in der Handyablage. bild: vw
Mit dem Drehregler in der Mittelkonsole lässt sich nicht nur die Lautstärke regulieren, sondern auch Titel und Sender wechseln.
Mit dem Drehregler in der Mittelkonsole lässt sich nicht nur die Lautstärke regulieren, sondern auch Titel und Sender wechseln. bild: vw

Unter dem zentralen Display befindet sich eine Leiste mit Kippschaltern, mit der unter anderem Klimatisierung oder die Heckscheibenheizung gesteuert werden. Dazu ist in der Mittelkonsole ein kleiner Lautstärkeregler eingebaut, was die Bedienung endlich wieder intuitiv macht – das war lange eine Stärke bei VW, war aber in den vergangenen Jahren teils verloren gegangen.

Die physischen Tasten sind auch am Lenkrad zurück.
Die physischen Tasten sind auch am Lenkrad zurück. bild: vw

Das Zweispeichenlenkrad ist ebenfalls horizontal gestaltet, links und rechts finden sich Bedieninseln für Funktionen wie den Tempomaten oder die Steuerung des Instrumentendisplays hinter dem Lenkrad.

Dieses wiederum ist erstmals in einem ID.-Modell kein an das Lenkrad gepapptes Bildschirmchen, sondern ein richtiger Screen und beinhaltet alle wichtigen Informationen.

Nostalgiegefühle auf Knopfdruck

Auf dem Instrumentendisplay gibt es drei verschiedene Ansichten, von runden Skalen über einen Modus mit digitalen Ziffern bis zur Navikarte, die sich über den kompletten Bildschirm legt.

Wahlweise lässt sich für beide Displays der Retro-Modus aktivieren, der an den ersten Golf erinnert. Wer sich damit nicht anfreunden kann, kann einen anderen Look wählen.
Wahlweise lässt sich für beide Displays der Retro-Modus aktivieren, der an den ersten Golf erinnert. Wer sich damit nicht anfreunden kann, kann einen anderen Look wählen. bild: vw
Wer es lieber modern mag, wählt eher dieses Design. Auch die Navikarte lässt sich im Vollbild hinter dem Steuerrad einblenden.
Wer es lieber modern mag, wählt eher dieses Design. Auch die Navikarte lässt sich im Vollbild hinter dem Steuerrad einblenden.bild: vw

Das grössere Zentraldisplay ist aufgeräumt, die Bedienlogik funktioniert ähnlich wie bei anderen VW-Modellen wie Golf, Tiguan oder T-Roc. Der Homescreen lässt sich nach persönlichen Vorlieben anpassen, die Anordnung wirkt logisch.

Nostalgische Gefühle lässt der Retro-Modus aufkommen, auf den die Digital-Designer sichtlich stolz sind.

Auf Wunsch lassen sich alle Anzeigen in einem 70er-Jahre-Look darstellen.
Auf Wunsch lassen sich alle Anzeigen in einem 70er-Jahre-Look darstellen. bild: vw

Per Tipp sieht das Fahrerdisplay beinahe aus wie im ersten Golf GTI, die Navikarte auf dem Zentralbildschirm bekommt einen Retro-Look, eine animierte Kassette symbolisiert die laufende Musik, eine klassische Skala mit darunter liegenden animierten Walzen zeigt den Akkustand an. Dazu kann man sich noch Sticker-Sets für das typische 70er- und 80er-Feeling anzeigen lassen. Ein gelungener Gag.

Der animierte Kassettenrekorder und die Akku-Anzeige im Retro-Stil sollen Emotionen wecken.
Der animierte Kassettenrekorder und die Akku-Anzeige im Retro-Stil sollen Emotionen wecken. bild: vw

So steht es ums Platzangebot

Das Raumgefühl ist für einen Kleinwagen sehr gut: Vorn sitzt es sich im 4,05 Meter langen Kleinwagen komfortabel, auch hinten haben die Passagiere genug Kniefreiheit und Platz für die Füsse unter den Sitzen. Das ist längst nicht in jedem E-Auto der Fall. Drei verschiedene Sitze stehen je nach Ausstattung zur Wahl.

Geräumig: Auch bei grösserem Fahrer ist ausreichend Platz hinten; die Füsse passen auch unter den Sitz.
Geräumig: Auch bei grösserem Fahrer ist ausreichend Platz hinten; die Füsse passen auch unter den Sitz. bild: vw

Gegenüber dem bisherigen Verbrenner-Polo wächst der Kofferraum gleich um 24 Prozent von 351 auf 435 Liter – das ist mehr als beim Golf. Spannend ist auch der Blick in den Kofferraum: Unter dem verstellbaren Ladeboden steckt ein sogenannter Subtrunk, ein zusätzliches tiefes Staufach. Zwei Wasserkisten passen hier herein, auch ein Kinderwagen oder ein halber Autotester findet hier Platz. Wichtig zu wissen: Wird das optionale Soundsystem bestellt, nimmt der Subwoofer ein wenig Platz weg.

Redaktor in der Kofferraumwanne: Unter den Ladeboden passen auch zwei Wasserkisten.
Redaktor in der Kofferraumwanne: Unter den Ladeboden passen auch zwei Wasserkisten.bild: vw

Aber wieso ist hier so viel Platz? Kurz gesagt: Die Rückkehr zum Frontantrieb ermöglicht diese grosse Mulde.

Und wer sich nun fragt, ob der ID. Polo auch aussen wieder so zeitlos aussieht, muss noch etwas warten: Das zeigt VW dann im Frühjahr.

Fazit: Na bitte, geht doch

Mit wertigem Innenraum, eingängiger Bedienung und überzeugenden technischen Daten könnte der ID. Polo zum Verkaufshit avancieren.
Mit wertigem Innenraum, eingängiger Bedienung und überzeugenden technischen Daten könnte der ID. Polo zum Verkaufshit avancieren. bild: vw

Zwar ist das Äussere des Elektro-Polo noch ein Geheimnis – zumindest ein wenig – doch der Blick in den Innenraum zeigt, dass VW aus Fehlern gelernt hat. Der ID. Polo wirkt beim ersten Check reif und durchdacht, wird endlich wieder intuitiver und hochwertiger. Wie sich das Ganze im Alltag schlägt, wird sich später zeigen.

Preis und Verfügbarkeit

Der ID. Polo ist ab April 2026 bestellbar. Das Modell mit dem 52 kWh grossen Akku für 450 Kilometer Reichweite wird ab August oder September ausgeliefert. Das Basismodell mit dem 37 kWh grossen LFP-Akku für 300 Kilometer folgt ein paar Monate später.

Die Preise starten bei 24'990 Euro (Schweizer Preise stehen noch nicht fest), mit Vollausstattung werden wohl gegen 35'000 Euro fällig. In Deutschland können davon dank staatlicher Kaufprämie für E-Autos 3000 bis 6000 Euro abgezogen werden.

Der Basispreis des ID. Polo liegt 8000 Euro unter dem ID.3, VWs bislang günstigstem Stromer.

Wir drehen eine Runde: Der VW ID. Polo im ersten Test

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90 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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PetNat
01.02.2026 20:54registriert März 2014
Ein Auto in diesem Format und in dieser Preiskategorie hatte Elon Musk schonal 2020 angekündigt - es kam aber nie.

Es hätte Model 2 oder Model Q heissen sollen. Hätte, wäre, wenn...

Jetzt bringen halt die Chinesen und VW endlich solche Autos unter 30k CHF, während Elon nur noch von Fantasie-Robotern fabuliert.

Tja, so schnell kann man eine Pionierfirma wie Tesla im Bereich Elektromobilität an die Wand fahren....

PS: Uebrigene sehen auch die Zwillings-Autos von Skoda und Cupra sehr interessant aus, folgen ebenfalls in den nächsten Monaten.
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klar+deutlich
01.02.2026 21:43registriert Juni 2021
Kein Monstergrill, keine riesigen Lufteinlässe, kein seltsam verbautes Heck. 👍
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benn
01.02.2026 20:22registriert September 2019
endlich wieder zurück zum alten design und weg vom fahrenden schreibtisch design, danke! aber leider wird der preis auch wieder typisch deutsch sein, für alles zahlst du zusätzlich und am ende zahlst du für einen kleinwagen 50k, da bleibe ich doch lieber bei hyundai!
7045
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