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President Donald Trump looks to the cheering crowd as he arrives to speak at a rally at Allen County War Memorial Coliseum, Monday, Nov. 5, 2018, in Fort Wayne, Ind. (AP Photo/Carolyn Kaster)

Donald Trump bei einem Auftritt am Montag in Indiana. Bild: AP/AP

Analyse

Trump nach den Midterms: Wird er jetzt brav oder schmeisst er den Bettel hin?

Donald Trump ist mit einem neuen Phänomen konfrontiert: einem gespaltenen Kongress. Vieles ist möglich: Er kann auf die Demokraten zugehen. Oder den Bettel hinschmeissen.



Ist Donald Trump ein politisches Genie oder ein Scharlatan? So richtig klar ist dies nicht nach einem Wahlabend, der bei ihm und seinen Gegnern gemischte Gefühle erzeugt haben muss. Da ist auf der einen Seite der – erwartete – Erfolg der Demokraten im Repräsentantenhaus. Im Senat aber haben die Republikaner ihre Mehrheit ausgebaut, und das in erster Linie dank Trump.

Seine Strategie, sich wie kein Präsident zuvor bei Zwischenwahlen persönlich ins Zeug zu legen, hat sich ausbezahlt. Seine Auftritte in Staaten wie Florida, Indiana und Missouri haben den Republikanern geholfen, enge Rennen für den US-Senat und Gouverneursämter für sich zu entscheiden. Mit seiner scharfen Wortwahl, die die Grenze zu Hetze und Rassismus mehrfach überschritt, konnte Trump die republikanische Basis mobilisieren.

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Video: srf

Gleichzeitig hat er das Land noch tiefer gespalten. Nach den grossen Städten verlieren die Republikaner zunehmend auch die Vororte, während sie in den ländlichen Regionen dominant bleiben. Damit konnten sie den Senat halten, doch das Repräsentantenhaus mussten sie wegen den starken Verlusten in bevölkerungsreichen Regionen an die Demokraten abtreten.

Blockade oder Zusammenarbeit

Was bedeutet das für Trumps Präsidentschaft? Er muss mit einem gespaltenen Kongress regieren. Das führt im schlechteren Fall zur Blockade, bis hin zu möglichen Stilllegungen des Regierungsapparats, weil sich die beiden Kammern nicht auf ein gemeinsames Budget einigen können. Trump könnte aber auch versuchen, auf die Demokraten zuzugehen.

Der Präsident mag ein unberechenbarer Irrläufer sein, ein notorischer Lügner, dessen Weg mit Skandalen gepflastert ist. Er ist aber kein Ideologe. Seine Überzeugungen hat er des öfteren gewechselt. Was ihn antreibt, ist das Bestreben, Amerika wieder «gross» zu machen, die Sehnsucht nach der politisch, militärisch und wirtschaftlich «unantastbaren» Supermacht seiner Jugend.

Noch vor Mitternacht am Wahltag hat Trump mit Nancy Pelosi telefoniert, der mutmasslich neuen Vorsitzenden im Repräsentantenhaus. Er gratulierte ihr nicht nur zum Erfolg ihrer Partei, sondern auch zu ihrem Bekenntnis zur überparteilichen Zusammenarbeit. Er könnte versuchen, mit beiden Parteien Lösungen für umstrittene Themen wie die Krankenversicherung zu suchen.

Wähler verlangen Härte

Das tief gespaltene Land wäre dringend auf mehr Zusammenarbeit angewiesen. Doch die Chancen sind nicht allzu gross, denn ein anderer Aspekt der Polarisierung sind die Erwartungen der jeweiligen Wählerschaft. Donald Trumps Anhänger, die ihn fast schon gottgleich verehren, werden ihm einen Kuschelkurs mit den Demokraten kaum verzeihen.

Midterms: Gewinner und Verlierer

Das Gleiche gilt für deren nach links gerückte Basis. Sie erwartet, dass die Demokraten dem ihnen zutiefst verhassten Präsidenten die Hölle heiss machen. Die Möglichkeiten sind vorhanden, denn die Ausschüsse im Kongress verfügen über viel Macht. Sie können per Subpoena die Herausgabe von Dokumenten verlangen, etwa Trumps Steuererklärungen, und Zeugen vorladen.

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Das Potenzial für unangenehme Enthüllungen ist gross, denn die Liste von Trumps Skandalen ist lang. Vielleicht zieht er von sich aus die Konsequenzen und schmeisst den Bettel hin. Zuzutrauen wäre es ihm, schliesslich gibt es die nicht ganz unbegründete Vermutung, wonach er gar nie Präsident werden, sondern seine Kandidatur einzig zu PR-Zwecken inszenieren wollte.

Vielleicht zieht er sein Ding aber durch und tritt 2020 erneut zur Präsidentschaftswahl an. Die Midterms haben gezeigt, dass er durchaus nicht chancenlos wäre. Allerdings besteht seine Anhängerschaft vereinfacht gesagt aus älteren weissen Männern. Das ist in dem sich wandelnden Land nicht gerade ein Wachstumssegment. Ohne Frauen und Minderheiten wird es schwer.

Trumps mögliche Gegner 2020

Auch die Demokraten müssen sich fragen, wie sie Trump an einer möglichen Wiederwahl hindern wollen. Nach der Wahl ist vor der Wahl, schon bald werden sich die ersten Bewerber für 2020 aus der Deckung wagen. Soll man gegen Trump ebenfalls vereinfacht gesagt mit einem moderaten weissen Mann antreten, oder mit einer linken Frau mit multiethnischem Background?

Die Fragestellung zeigt, dass Donald Trump eben auch ein Gewinner der Midterms ist. Er wird sein Land und die Welt noch einige Zeit in Atem halten.

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gawayn 07.11.2018 15:32
    Highlight Highlight Schlimm für mich zu zu geben, das Trumps Rechnung aufgegangen ist.

    Besser hätte es für ihn gar nicht sein können.

    Der Senat steht hinter ihm.
    Die Demokraten wollen ihm am Kragen.
    Gelingen wird es nicht.
    Wenn irgendwas nicht läuft, wird Trump ganz bequem auf die Demokraten verweisen.
    "Die haben mich blockiert. Die sind Schuld"
    In 2 Jahren, wird man die Dems fragen, was sie trotz Mehrheit im Haus erreicht haben.

    Wenn sie nur gegen Trumpel gehen, wird es fast nichts sein.

    Das ist zum kotzen!
  • Imnon 07.11.2018 15:00
    Highlight Highlight Eigentlich ist es simpel. Der Mann ist pathologischer Narzisst. Ein Narzisst ist immer so lange in einer Rolle, wie sie ihn befriedigt. Sobald er mehr Ärger und Kritik als Beifall erntet und keine Chance sieht, das nochmal zu wenden, ist er schneller weg, als man Blubb sagen kann.
    Solange er Beifall erntet, bleibt er. Egal mit welchen Mitteln. Alles was für diese Persönlichkeit zählt ist Anerkennung. Wird sie ihm entzogen, bleibt nur Flucht. Weil das Ego eines Narzissten immer von Aussen genährt wird, bricht es ohne Anerkennung zusammen. Das ist die grösste Angst jedes Narzissten.
  • Magnum44 07.11.2018 14:12
    Highlight Highlight Für Trump ist die Situation doch perfekt: Die nächsten 2 Jahre zurücklehnen und den Demokraten - die werden alle seine Vorstösse blockieren - für alles die Schuld geben. Dann wiedergewählt werden (die "Mehrheit" hat er ja heute schon, siehe Senat) und dann mit dem neuen Parlament sich und seine Freunde weiter bereichern.
    • Zarzis 07.11.2018 22:31
      Highlight Highlight Mmmh, das wird eben nicht Funktionieren. Denn trotz allen Manipulationen die die Reps machen. War gestern das Stimmenverhältnis 55% Dem zu 45% Reps. Damit ist nichts zu Gewinnen.
      Der einzige Grund weshalb er den Senat halten kann ist das halt die kleinen Bibelbelt Staaten alle wie Sekten Mitglieder hinter den Reps stehen. Das ist halt wenn wir hier jeden Kanton 2 Ständeräte hätte und die zwei Appenzell, Ob NW, Uri und einige mehr Klein Kantone zusammen den Ständerat kontrollieren würden aber nicht mal 20-30% der Wähler ausmachen würden.
  • Don Sinner 07.11.2018 14:11
    Highlight Highlight Angenehm ausgewogener, gescheiter Kommentar nach zwei Jahren Hysterie auf allen Kanälen bei jeder Handbewegung des Präsidenten. Man darf gespannt sein. Mr. Trump ist in erster Linie ein Dealmaker - man erinnert sich, er kommt aus der Businesswelt, im Ggsatz zu Mrs. "Classe politique"-Clinton vor 2 Jahren - und damit in vielen Belangen bisher sehr erfolgreich gewesen.
  • Skeptischer Optimist 07.11.2018 13:47
    Highlight Highlight "Wird er jetzt brav oder schmeisst er den Bettel hin?"

    Weder noch, liebe/lieber Headline Schreiberin/Schreiber.

    Er bleibt wie er ist.
  • MacB 07.11.2018 13:23
    Highlight Highlight Für Trump ist es doch das Beste, was passieren kann. Endlich hat er die Schuldigen gefunden, weshalb all seine tollen Pläne nicht aufgehen. Die Demokraten verhindern alles...
  • Nuscheltier 07.11.2018 13:12
    Highlight Highlight ...oder er kümmert sich nicht um die "watson'schen" Möglichkeiten und macht so weiter wie gehabt...
    Eine Änderung bzw. das Ende von Trumps engstirnigen und gefährlichen Gehabe wurde schon so oft herbeigeschrieben... geändert hat sich noch nie was.
    • Natascha Flokati 07.11.2018 13:30
      Highlight Highlight Man darf ja wohl noch träumen.
    • Nuscheltier 07.11.2018 14:22
      Highlight Highlight sicher! und ich kann mir kein passenderes meme als dein "hide thepain harold" dazu vorstellen ;)
  • PatsNation 07.11.2018 13:03
    Highlight Highlight So wie ich das sehe, wird das Trumpeltier auch 2020 gewählt. Bei all den Fake News und das aufhetzen gepaart mit dem Amerikanischen IQ wird das wieder der Trump machen... Ich hoffe es aber nicht...
    Sanders und Biden sind zu alt... Aber hey, wie wärs mit Michelle Obama =)
    • Hans Jürg 07.11.2018 13:07
      Highlight Highlight Michelle Obama ist leider zu intelligent, um sich das anzutun. Sie weiss ja, was auf sie zukommen würde.
    • MacB 07.11.2018 13:22
      Highlight Highlight Warum MIchelle? Nur weil sie First Lady war? Ich mag sie ja auch aber nur weil jetzt ein UNfähiger ein Amt innehat, muss man nicht gleich nach möglichst Politikfremden suchen.
    • Schnäggebei 07.11.2018 13:49
      Highlight Highlight Jeder Politik fremde mit Anstand und normalem Menschenverstand ist besser als Trump...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hans Jürg 07.11.2018 13:00
    Highlight Highlight Warum brav werden ODER den Bettel hinschmeissen?
    Ich hoffe doch, dass er brav wird UND deshalb den Bettel hinschmeisst.

    OK. Ich bin ein Träumer. Es wird beides nicht geschehen.
  • Mantrax 07.11.2018 12:49
    Highlight Highlight "Allerdings besteht seine Anhängerschaft vereinfacht gesagt aus älteren weissen Männern." da macht man es sich aber zu einfach. 2016 hat - auch nach allen "grab them by the ..."-Diskussionen - die Mehrheit der weissen Frauen mit College Abschluss Trump gewählt. Ich bezweifle, dass sich das 2020 komplett ändern würde
    • Hans Jürg 07.11.2018 13:01
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • jonas3344 07.11.2018 14:04
      Highlight Highlight Laut cnn Exitpolls haben dieses Mal 59% der weissen Frauen mit College-Abschluss demokratisch gewählt.
  • smoothdude 07.11.2018 12:46
    Highlight Highlight die demokraten blockieren, trump schiebt den stillstand in der politik den demokraten in die schuhe, er wird wiedergewählt. trump interessiert es nur zu gewinnen, ob dabei das land vor die hunde geht ist ihm egal. die hoffnung, dass er auf die demokraten zugehen könnte finde ich sehr naiv
    • bebby 07.11.2018 14:49
      Highlight Highlight Er wird - und die Anhänger werden im dies, genauso wie alles andere, verzeihen (Blunschi ist unlogisch, wenn er behauptet, Trump werde gottgleich behandelt, aber man würde ihm das nicht verzeihen).
      Er könnte zum Beispiel weiter auf big pharma, China und Amazon losgehen, da machen die Demokraten gerne mit. Und ohne Tea Party kann auch der Geldhahn weiter aufgemacht werden: Tiefere Steuern für alle, mehr Staatsausgaben für Medicare und Armee.
      Ihm geht es nicht um links oder rechts, ihm geht es um Trump selbst.
      Immerhin würde er so keinen neuen Krieg anfangen, das ist auch schon was wert.
  • Moelal 07.11.2018 12:22
    Highlight Highlight Am besten für die USA und die Welt wäre ein geordneter Rückzug in seinen Trump-Tower.
  • Saul_Goodman 07.11.2018 11:46
    Highlight Highlight Verlässliche quellen sagen, dass trump bereits vor der nächsten präsidentschaftswahl stirbt ;) die frage ob er wieder antritt hat sich also erübrigt
    • DieFeuerlilie 07.11.2018 13:23
      Highlight Highlight Ja.. die Vorhersage des offenbar hellsichtigen Aura-Gurus Zoller ist auch eine meiner letzten Hoffnungen.. :)
    • batschki 07.11.2018 13:27
      Highlight Highlight Verlässlich??
    • René Obi 07.11.2018 14:07
      Highlight Highlight Verlässlich, naja... :-) Aber mit dem ersten Teil seiner Prognose, dem Verlust an Macht, hatte die Quelle ja schon mal recht. War aber auch nicht besonders schwierig.
  • Platon 07.11.2018 11:41
    Highlight Highlight Ich dachte eigentlich Trump würde in Flammen aufgehen oder irgendsowas ähnliches wie beim Rumpelstilzchen, wenn er endlich einmal verliert. Wo bleibt eigentlich sein Tweet, dass die GOP nie besser als bei seiner Präsidentschaft abgeschnitten hat bei den Midterms?
  • Sharkdiver 07.11.2018 11:38
    Highlight Highlight Nein es gibt nicht nur a) Aufgeben oder B) Kooperation, es gibt auch T) für wie gehabt und öffentlich die Demokraten bashen und Ihnen für alles die Schuld geben. „Sehr die bösen Demokraten, verhindern alles“
  • Asmodeus 07.11.2018 11:32
    Highlight Highlight "Was ihn antreibt, ist das Bestreben, Amerika wieder «gross» zu machen, die Sehnsucht nach der politisch, militärisch und wirtschaftlich «unantastbaren» Supermacht seiner Jugend."


    Was ihn antreibt ist der Wunsch für sich und seine Familie (also auch sich) soviel Geld und Macht heraus zu holen wie möglich.

    Alles andere ist typisches blabla. Trump hat den Sumpf nicht trocken gelegt. Er wurde zum Sumpf.


    Da er erst gestern noch über Nancy Pelosi hergezogen ist, hoffe ich dass sie ihm die Hölle heiss macht.
    • bebby 07.11.2018 14:53
      Highlight Highlight Nancy Pelosi ist ein super Gegner - sie stammt aus derselben Ecke wie Clinton...die Demokraten würden besser ihre jungen Kräfte positionieren.

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