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Chinas Armee schreckt sie nicht ab: Wieder Zehntausende auf Hongkongs Strassen



In Hongkong ist ein weiteres Protest-Wochenende im Gang: Zehntausende von Menschen beteiligen sich seit Freitagabend wieder an den Protesten.

Bild: AP

Es sind vor allem Schüler, Studenten und junge Menschen unter 30, die sich an einem friedlichen Protestmarsch beteiligen. Doch aus Angst vor Krawallen schliessen viele Geschäfte früher.

Zehntausende Menschen sind zu einem neuen Protest-Wochenende auf die Strassen Hongkongs zurückgekehrt. Vor allem schwarz gekleidete junge Demonstranten beteiligten sich am Samstag an einem Protestmarsch gegen die Regierung, der zunächst friedlich blieb. Auch Familien mit Kinderwagen waren dabei. Gegen Abend, als sich der Marsch auflöste, versammelten sich einige Hundert vermummte Demonstranten vor einem Polizeirevier.

Zuvor hatten sich Tausende Demonstranten an einer ebenfalls friedlichen Kundgebung beteiligt. Im Verlauf des Wochenendes sind in der ehemaligen britischen Kolonie, die heute als Sonderverwaltungszone zu China gehört, weitere Proteste geplant. Befürchtet wird, dass es wieder zu Ausschreitungen kommt.

Angst vor Krawallen

Aus Angst vor Krawallen schlossen am Samstag viele Geschäfte entlang der Route früher. Auch trugen einige der Demonstranten Gasmasken bei sich, die bei vorangegangen Protesten genutzt wurden, um sich vor dem Tränengas der Polizei zu schützen.

Ebenfalls am Samstag versammelten sich in einem Park Tausende Gegendemonstranten, wie die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» berichtete. Sie schwenkten demnach die chinesische Flagge und sangen die Nationalhymne. Gefordert wurde ein Ende der Gewalt in der Stadt.

In der 7,5-Millionen-Einwohner-Stadt geht ein Teil der Bevölkerung seit mehr als zwei Monaten immer wieder auf die Strasse. Auf dem bisherigen Höhepunkt der Protestbewegung waren es etwa zwei Millionen Menschen. Zu einem Marsch am Sonntag hoffen die Veranstalter vom Bündnis Civil Human Rights Front wieder auf Hunderttausende Teilnehmer.

Hongkong gehört seit dem Abzug der Briten 1997 zu China. Eigentlich hat es bis 2047 noch umfangreiche Sonderrechte wie Presse-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit garantiert. Die Demonstranten werfen der prochinesischen Stadtregierung unter Regierungschefin Carrie Lam aber vor, diese Rechte auf Druck aus Peking immer weiter einzuschränken. Inzwischen wächst international die Sorge, dass China gewaltsam eingreifen könnte.

Die Bewegung wird von der jüngeren Generation getragen. Bei den Kundgebungen sind die meisten Teilnehmer jünger als 30 Jahre alt. Derzeit sind in Hongkong noch Schul- und Semesterferien. Erziehungsminister Kevin Yeung Yun warnte aber jetzt schon davor, den Protest in die Schulen zu tragen. Auf Facebook schrieb er, es gebe andere Orte als Klassenzimmer, um seine Meinung kundzutun.

Zehntausende schon am Freitag auf der Strasse

Am Freitagabend hatten sich nach unabhängigen Schätzungen bereits mehr als 25'000 Menschen in der Innenstadt an einer Kundgebung beteiligt. Die Veranstalter selbst sprachen von mehr als 60'000 Menschen. Die Polizei hielt sich zurück. Mehrere Redner forderten Staaten wie die USA und Grossbritannien auf, Hongkong im Kampf für demokratische Grundrechte nicht allein zu lassen.

Bei der Veranstaltung wurde auch eine Videobotschaft des Demokratie-Aktivisten Ray Wong gezeigt, der in Deutschland lebt. Er forderte vom Westen ebenfalls mehr Druck auf Peking. «Falls sich die chinesische Regierung Hongkong ohne jegliche Konsequenzen einverleiben darf, würde dies andere autoritäre Regime ermutigen.» (aeg/sda/dpa)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • honesty_is_the_key 17.08.2019 16:18
    Highlight Highlight Ich habe Angst um die Demokratie und Redefreiheit in Hong Kong. Was dort gerade passiert finde ich gleichzeitig schlimm wie auch toll.

    Hong Kong ist momentan noch total anders unterwegs als China. Ich hoffe wirklich sehr dass es so bleibt, obwohl ich leider ziemliche Zweifel daran habe.

    Und ja, es bringt mich immer wieder zum Kotzen was sich China erlauben darf, egal wo (Hong Kong, Tibet, Xinjiang, Innere Mongolei etc.), aus reiner Geldgier.
    • AdvocatusDiaboli 17.08.2019 19:39
      Highlight Highlight "Und ja, es bringt mich immer wieder zum Kotzen was sich China erlauben darf, egal wo (Hong Kong, Tibet, Xinjiang, Innere Mongolei etc.), aus reiner Geldgier."

      Und genau darum ist das Schweizer Freihandelsabkommen mit China so absurd. Es macht uns via dem Portmonnaie zu befürwortern von all dem was China gerade macht.
    • α Virginis 17.08.2019 20:54
      Highlight Highlight Leider ist China in der Weltwirtschaft ein elementarer Faktor, den die Schweiz nicht ignorieren kann. Das heisst aber nicht, dass da kein Protest der CH-Regierung an die Chinesen angebracht wäre, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Nur haben die Leute, die was zu sagen haben zuviel Angst, was von ihrem Vermögen opfern zu müssen. Geld regiert zur Zeit halt immer noch die Welt... Ich hoffe, das ändert sich mal und es wird mehr auf Fairness und Menschlichkeit, Verständnis und Frieden wert gelegt... Ich weiss, da bin ich in Euren Augen naiv, aber habe da schon meine Gründe für Optimismus;)
    • AdvocatusDiaboli 17.08.2019 21:37
      Highlight Highlight "Leider ist China in der Weltwirtschaft ein elementarer Faktor, den die Schweiz nicht ignorieren kann."

      Das mag wohl sein, aber es geht ganz sicher auch ohne Freihandel. Es sollte hohe Ehtikstandards geben, das ein Land erfüllen und einhalten muss, um Freihandel mit der Schweiz zu betreiben. Unsere Freihandelspartner Indien und China verhalten sich nicht gerade gut, in letzter Zeit. Solange wir Freihandel mit ihnen betreiben haben wir quasi unsere Hand auf ihrer Schulter und sagen: Schon gut, mach nur weiter so.

      Ich finde das geht gar nicht.
  • Victor Paulsen 17.08.2019 14:52
    Highlight Highlight Sehr gut. Proteste bringen nur was, wenn man sie auch durchzieht
    • α Virginis 17.08.2019 20:47
      Highlight Highlight ...und wenn sie nicht von Diktaturen totgeschlagen werden... Ich fürchte noch viel Blutzoll, bis eine der beiden Parteien gewinnt. Wobei meine Sympathien sicher nicht bei der Diktatur sind.
  • bebby 17.08.2019 14:30
    Highlight Highlight Und was ist mit der Krim? Ich glaube nicht, dass man heutzutage noch irgendjemanden ermutigen muss. Damals haben die Europäer völlig versagt.
    • Max Dick 17.08.2019 17:21
      Highlight Highlight Völlig versagt ist jetzt sehr gross ausgedrückt. Ja die Russen konnten diesen kleinen Teil der Ukraine erobern, haben dafür aber die Ukraine als ganzes verloren, und wirtschaftlich einen sehr hohen Preis bezahlt. Sie würden es wohl rückwirkend nicht nochmals tun.
      Auch wegen Hongkong würden weder Amerikaner noch sonst wer China militärisch daran hindern wollen, aber China könnte den Preis wie auch Russland wirtschaftlich+einflussmässig bezahlen.
  • DomKi 17.08.2019 14:06
    Highlight Highlight Wenn das so weitergeht wird viel Blut vergossen werden
    • α Virginis 17.08.2019 20:48
      Highlight Highlight Leider ist das zu befürchten bei einer Diktatur...
  • Alle haben bessere Namen als ich. 17.08.2019 13:52
    Highlight Highlight Wenn Meinungsfreiheit ein Sonderrecht ist...

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