Berühmter Alpensee: Ranger stoppt rücksichtslose Besucher
Der Karersee zählt zu den bekanntesten Naturattraktionen der Dolomiten. In seinem smaragdgrünen Wasser spiegeln sich die Gipfel von Rosengarten und Latemar – ein Fotomotiv, das Besucher aus aller Welt anlockt. Doch der Ansturm hat Folgen. Immer wieder klettern Touristen über Absperrungen, lassen Drohnen steigen oder missachten andere Schutzvorschriften. Südtirol reagierte darauf erstmals mit einem Ranger, wie das Nachrichtenportal der autonomen Provinz Bozen berichtet.
Seit Mitte Mai ist demnach der erfahrene Wanderführer und Skilehrer Giorgio Poschiavin täglich rund um den See im Einsatz. Er unterstützt die Förster des Latemarwaldes und soll bis zum Saisonende Besucher über die Besonderheiten des Schutzgebiets informieren sowie eingreifen, wenn es nötig wird.
«In den vergangenen Jahren ist es immer öfter vorgekommen, dass Personen oft auch in aller Frühe oder am Abend über die Umzäunung des Sees steigen, um Aufnahmen zu machen, um diese Fotos oder Videos in den Social Media zu verbreiten», sagte Andreas Agreiter, stellvertretender Direktor der Agentur Landesdomäne, dem Portal. Es seien schon Drohnen abgestürzt und in den See gefallen oder rund um das Gewässer in den Baumwipfeln hängen geblieben. Poschiavin habe in den vergangenen acht Wochen mehr als 100 Drohnenpiloten angesprochen und auf das Drohnenflugverbot hingewiesen, berichtet Agreiter.
Als Glücksgriff empfindet auch der zuständige Forst- und Tourismuslandesrat Luis Walcher den neuen Ranger. «Mit ihm haben wir eine Ansprechperson, die Besucher informiert, sensibilisiert und dafür sorgt, dass dieser besondere Naturraum auch in Zukunft erhalten bleibt.» Gerade weil der Tourismus immer weiter zunimmt, «müssen wir solche konkreten Massnahmen ergreifen», so Walcher.
Wie viele Besucher zieht es jedes Jahr an den Karersee? Die zuständige Gemeinde Welschnofen, die den Parkplatz am See verwaltet, zählte 2025 insgesamt 196'600 Einfahrten von Fahrzeugen. Südtirol in seiner Gesamtheit verzeichnete im vergangenen Jahr 9,1 Millionen Ankünfte und 38,2 Millionen Übernachtungen.

