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Eltern des schwerkranken Säuglings Charlie geben juristischen Streit auf

Eltern des schwerkranken Säuglings Charlie geben juristischen Streit auf

24.07.2017, 15:5224.07.2017, 16:35
The parents of critically ill baby Charlie Gard, mother Connie Yates, left, and father Chris Gard arrive at the High Court in London, Monday, July 24, 2017. The parents of the 11-month old, Charlie Ga ...
Die Eltern des schwerkranken Babys Charlie Gard vor dem High Court in London.Bild: AP/AP

Die Eltern des schwerkranken britischen Säuglings Charlie Gard haben den juristischen Streit um das Schicksal ihres Kindes nach fünf Monaten aufgegeben. Das sagte der Anwalt der Eltern, Grant Armstrong, am Montag in London.

Die schlimmsten Befürchtungen der Eltern bezüglich des Gesundheitszustandes des Kindes hätten sich bestätigt: «Es ist jetzt zu spät, Charlie zu behandeln.» Ein weiterer Kampf würde Charlie nur Schmerzen verursachen. «Dunkle Tagen liegen hinter den Eltern», sagte der Anwalt.

Charlie leidet an einer seltenen genetischen Erkrankung, in der Fachsprache mitochondriales DNA-Depletionssyndrom (MDDS), wobei insbesondere das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen wird. Das elf Monate alte Kind muss künstlich beatmet und ernährt werden. Charlie kann sich nicht bewegen, ist gehörlos und hat epileptische Störungen.

Experimentelle Therapie

Die Ärzte des Babys im Londoner Great-Ormond-Street-Hospital hatten sich dafür ausgesprochen, dass der Junge in Würde sterben soll. Seine Eltern wollten ihn dagegen für eine experimentelle Therapie in die USA bringen.

Diese ist allerdings bei Charlies Erkrankung noch nie ausprobiert worden – nur bei milderen Verläufen. Sie hatten dafür bereits rund 1,5 Millionen Euro an Spenden gesammelt, um den Krankentransport und die Behandlung finanzieren zu können.

Der Rechtsstreit durchlief alle Instanzen bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. Bereits Ende Juni sollte Charlies Beatmung eingestellt werden, doch die Eltern erbaten Aufschub, um von ihrem Sohn Abschied zu nehmen.

Anfang Juli kündigte das Great-Ormond-Street-Hospital an, den Fall nochmals gerichtlich überprüfen zu lassen. Anlass waren die Zuschriften mehrerer Experten, die angaben, neue Erkenntnisse über die Chancen einer experimentellen Therapie vorlegen zu können.

Morddrohungen gegen Ärzte

Der Fall hatte international Schlagzeilen gemacht, sogar Papst Franziskus und US-Präsident Donald Trump hatten sich dazu geäussert. Spitäler in den USA und Italien hatten angeboten, Charlie weiter zu behandeln.

Das Great-Ormond-Street-Hospital klagte zuletzt über Belästigungen und sogar Morddrohungen durch Unterstützer der Eltern gegen Ärzte und Krankenschwestern. (viw/sda/dpa)

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