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epa05981801 A man walks in front of a closed shop shutter covered with graffiti in central Athens, Greece, 22 May 2017. The issue of the Greek debt sustainability is expected to be put on the negotiating table at the Eurogroup meeting on 22 May. The agreement will include the ratification of the institutions' draft report on the measures voted, the definition of the primary surpluses that Greece must meet after 2018 and the definition of the medium-term measures on debt so that the IMF participates in the Greek programme.  EPA/YANNIS KOLESIDIS

Ein Mann geht an einem geschlossenen Lokal vorbei. Bild: EPA/ANA-MPA

Griechen pokern hoch – und finden keine Einigung mit Euro-Geldgebern 



Griechenland und seine Geldgeber haben sich am Montagabend nicht auf die Genehmigung neuer Milliardenhilfen oder Schuldenerleichterungen geeinigt. Die Verhandlungen darüber wurden auf die nächste Sitzung der Euro-Finanzminister im Juni vertagt.

Das sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem nach rund achtstündigen Beratungen in Brüssel. Bis dahin solle auch feststehen, ob sich der Internationale Währungsfonds (IWF) an dem bis zu 86 Milliarden Euro schweren Hilfsprogramm beteilige.

Über die Auszahlung von Finanzmitteln der Euro-Geldgeber soll nach Angaben Dijsselbloems in Kürze entschieden werden, um die Hilfen vor dem Sommer freizugeben. Die Zeit wird knapp, weil das hoch verschuldete Griechenland im Juli Kredite in Höhe von rund sieben Milliarden Euro zurückzahlen muss.

Dijsselbloem machte deutlich, dass mögliche Schuldenerleichterungen im Rahmen der Vereinbarungen der Eurogruppe vom Mai vorigen Jahres bleiben müssten und erst nach dem Ende des laufenden Programms im Sommer 2018 beschlossen werden könnten. Der IWF fordere weiterhin mehr Klarheit von der Eurogruppe, wie die Schuldenlast Griechenlands gemildert werden könne.

«Wir waren sehr nahe an einer Gesamtvereinbarung», sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem nach den Verhandlungen am späten Montagabend. Es habe aber «eine Kluft» zwischen «Erwartungen und dem Möglichen» gegeben. Die Euroländer seien sich dabei der «Dringlichkeit» bewusst.

Deutschland und die Niederlande verlangen die Beteiligung des Fonds am Programm; die beiden Länder wollen aber umgekehrt derzeit keine konkreten Zugeständnisse bei Schuldenerleichterungen machen. Die nächste Sitzung der Eurogruppe ist für den 15. Juni in Luxemburg angesetzt.

Griechen pokern hoch

Einem EU-Vertreter zufolge wollte der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos eine mögliche Einigung am Montag nicht mittragen. Er habe dafür kein grünes Licht vom griechischen Regierungschef Alexis Tsipras erhalten. Tsipras hatte wiederholt darauf gepocht, dass die Euro-Geldgeber seinem Land weitreichende Schuldenerleichterungen gewähren.

Tsakalotos machte dagegen die EU und den IWF dafür verantwortlich, ihre Meinungsverschiedenheiten über die Tragfähigkeit der griechischen Schulden nicht überwunden zu haben.

Im Gegenzug für die kürzlich im griechischen Parlament beschlossenen Reformen soll das Land 7.5 Milliarden Euro von den Euro-Staaten erhalten. Eine grundsätzliche Einigung über die Freigabe der Mittel war bereits für Montag anvisiert worden. Nach Meinung von Tsakalotos wird sein Land die Tranche aber «definitiv» im Juni bekommen. (sda/reu/afp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • aberhallo 23.05.2017 06:50
    Highlight Highlight Griechenland sollte den isländischen Weg gehen und einfach den Schuldendienst einstellen. Dann bricht endlich das ganze Euro-Gebäude ein. Die europäischen Länder wären mit je eigener Währung flexibler. Eine so grosse kontinentweite Währung ohne umfangreichen Finanzausgleich kann nicht funktionieren und führt bei den armen Ländern zu unnötiger Härte. Letztendlich reisst der Euro alle herunter, eine positive Wirkung auf die europäische Bevölkerung ist nicht ersichtlich.
    • DerTaran 23.05.2017 07:09
      Highlight Highlight Die eigene Währung hat nur den Vorteil, dass man Steuererhöhungen und Lohnsenkungen nicht begründen (und durchsetzen) muss, denn Inflation passiert automatisch.
    • aberhallo 23.05.2017 08:12
      Highlight Highlight Eine eigene Währung kann man abwerten und muss nicht die Renten nominal kürzen. Mit kleineren Euro-Renten zu europäischem Preisniveau einkaufen müssen, das hat viele Griechen in eine nur noch mit Entwicklungsländern vergleichbare Armut getrieben. Mit eigener Währung bleiben mindestens die im Inland produzierten Produkte erschwinglich, was mit dem Euro nicht der Fall ist.
    • Amboss 23.05.2017 08:30
      Highlight Highlight @aberhallo: Den Schuldendienst einstellen, dafür ist es jetzt zu spät.
      Dies hätten sie vor ca fünf Jahren machen müssen.
      Wovon sollen sie leben?

      Das Tafelsilber ist weg. Häfen, Flughäfen etc... haben deutsche Unternehmen übernommen. Gerade eben der Hafen von Tessaloniki.

      Eine Einstellung des Schuldendiensts bringt nur etwas, wenn die Gläubiger einfach verzichten, womit nicht zu rechnen ist.
      Es würde also nur zu einer weiteren Verelendung Griechenlands führen.

      Man kann es drehen und wenden wie man will, der Euro ist alternativlos

    Weitere Antworten anzeigen
  • Olmabrotwurst 23.05.2017 06:36
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