Wirtschaft
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epa04813734 Greece's Prime Minister Alexis Tsipras (L) is welcomed by European Commission President Jean-Claude Juncker ahead of an emergency leaders summit on Greece at the European Commission in Brussels, Belgium, 22 June 2015. Progress has been made on Greece over the weekend, but 'we are not yet there,' European Commission President Jean-Claude Juncker said ahead of a meeting with Greek Prime Minister Alexis Tsipras. Tsipras, meanwhile, said 'this is time for a substantial and viable solution that would allow Greece to come back to growth, within the eurozone, and with social justice.'  EPA/OLIVIER HOSLET

Tsipras mit Juncker in Brüssel. Bild: OLIVIER HOSLET/EPA/KEYSTONE

Die Entscheidung in der Griechenland-Krise naht – die 7 Vorschläge der griechischen Regierung im Überblick

In der Griechenland-Krise läuft alles auf eine Entscheidung in den kommenden Tagen zu. Um eine Einigung zu erzielen, hat Athen neue Vorschläge an die internationalen Gläubiger geschickt. Der Überblick.



Der Euro-Krisengipfel ist zu Ende – ohne Ergebnis. Der Grundtenor in Brüssel scheint aber Zuversicht zu sein: Kommissions-Präsident Juncker glaubt, dass noch diese Woche eine Einigung mit Griechenland erzielt werden kann. Merkel hält sich bedeckt. Am Mittwochabend gehen die Beratungen der Euro-Finanzminister weiter. Bis dahin werden die neuen Sparvorschläge der griechischen Regierung geprüft. Gemäss griechischen Medien sollen dabei die folgenden sieben Punkte enthalten sein:

1. Primärüberschuss

Der Primärüberschuss, also der Haushaltssaldo ohne Schuldendienst, soll in diesem Jahr bei einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen, im kommenden Jahr dann bei zwei Prozent. Auf die Gläubiger-Forderung von einem Prozent für 2015 war die griechische Regierung schon vorher eingegangen, nachdem sie zunächst lediglich 0.6 Prozent und dann 0.75 Prozent erreichen wollte.

2. Mehrwertsteuer

Der niedrigste Mehrwertsteuersatz von sechs Prozent soll nur noch für Bücher und Medikamente gelten. Ob die Mehrwertsteuer für Hotels und Restaurants auf den normalen Satz von 23 Prozent angehoben wird, wie von den Gläubigern gefordert, ist dagegen noch nicht entschieden. Für Strom soll der mittlere Satz von 13 Prozent gelten. Medienberichten zufolge könnte die Regierung indes Vergünstigungen bei der Mehrwertsteuer streichen, die auf Inseln gelten.

epaselect epa04813838 A man walks in front of a wall covered with graffiti, depicting a zero euro coin in central Athens, Greece, 22 June 2015. The negotiations between the Greek government and the creditors will peak on later in the day in Brussels with the view to bridging the differences in taxation and early pensions and reaching an agreement.  EPA/YANNIS KOLESIDIS

Bild: EPA/ANA-MPA

3. Weitere Steuererhöhungen

Unternehmen sollen ab 2016 höher besteuert werden, der Steuersatz soll von 26 auf 29 Prozent ansteigen. Ausserdem ist eine Sonderabgabe von zwölf Prozent auf Unternehmen mit Gewinnen über 500'000 Euro geplant. Die «Solidaritätsabgabe» auf Einkünfte bei Privatpersonen über 50'000 Euro im Jahr soll ebenfalls angehoben werden. Auch die Abgaben auf Luxusprodukte wie Autos mit viel Hubraum, Swimming-Pools, Privatflugzeuge und Boote von einer Länger über zehn Metern sollen steigen. Eingeführt werden soll auch eine Besteuerung der Erträge aus Online-Glücksspielen.

4. Renten

Insbesondere sollen Mechanismen der Frühverrentung ab Anfang 2016 abgeschafft werden. Ausserdem sollen Zusatz-Renten von mehr als tausend Euro gekürzt werden – sie sind allerdings ohnehin selten.

(L-R) German Chancellor Angela Merkel, International Monetary Fund (IMF) Managing Director Christine Lagarde, European Commission President Jean-Claude Juncker, European Central Bank President Mario Draghi, French President Francois Hollande, Greek Prime Minister Alexis Tsipras and Spanish Prime Minister Mariano Rajoy attend a Eurozone emergency summit on Greece in Brussels, Belgium, June 22, 2015.   REUTERS/Yves Herman

Die entscheidende Debatte in Brüssel.  Bild: YVES HERMAN/REUTERS

5. Privatisierungen

Die griechische Regierung verpflichtet sich zu weiteren Privatisierungen etwa von Häfen oder Flughäfen - aber nur unter bestimmten Bedingungen, wie etwa der Beteiligung des öffentlichen Sektors am Kapital des Käufers, Zusagen der Investoren für die örtliche Wirtschaft und dem Schutz von Arbeitnehmerrechten. Eine Privatisierung des Stromnetzbetreibers Admie und staatlicher Anteile am Telefonie-Betreiber OTE schliesst die Regierung aus.

6. Rüstung

Für Rüstungsgüter sollen 200 Millionen Euro weniger ausgegeben werden. Griechenland hat einen vergleichsweise grossen Wehretat.

7. Weitere Massnahmen

Die griechische Regierung sagt auch Massnahmen im Kampf gegen die Korruption und die Abschaffung gewisser Monopole zu. (dwi/sda/afp)

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