Trump zu Iran: «Öffnet diese verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde»
Trumps Ultimatum: Gilt es diesmal?
Der US-Präsident hat der iranischen Führung vor wenigen Tagen eine Deadline gestellt. «Ich werde die Zerstörung der iranischen Kraftwerke bis Montag, 6. April, 20 Uhr (Schweizer Zeit: Dienstagmorgen, 02.00 Uhr) aussetzen», erklärte er. Sollte bis dahin kein Friedensabkommen zustande kommen, drohten die USA mit massiven Angriffen auf die Energieinfrastruktur des Landes.
Am Sonntag bekräftigte Trump seine Drohung erneut – und verschärfte den Ton. «Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, sonst werdet ihr in der Hölle leben – wartet es nur ab! Gepriesen sei Allah.», schrieb er auf Truth Social. Und kündigte an, dass nun doch der Dienstag zum «Kraftwerk-Tag» werden könnte. Kriegsminister Pete Hegseth sprach zudem von der Möglichkeit, den Iran «in die Steinzeit zurück zu bomben». Der Iran kündigte bereits massive Vergeltungsschläge an, falls die USA ihre Pläne tatsächlich umsetzen.
Zwar hat Trump die Frist bereits zweimal verschoben – doch diesmal spricht einiges dafür, dass er es ernst meint. Entgegen seiner üblichen Routine reiste er am Wochenende nicht zu seinem Anwesen in Florida, sondern blieb in Washington und nahm keine öffentlichen Termine wahr. Das ist ein typisches Muster vor wichtigen strategischen Entscheidungen. Ausserdem sind neue US-Streitkräfte in der Region nun angekommen und kampfbereit.
Ist ein Verhandlungsfrieden in Pakistan möglich?
Am Samstag berichteten verschiedene Medien mit Berufung auf in die Verhandlungen involvierte Quellen, dass bei der Konferenz der vier Aussenminister in Pakistan keine Übereinkunft erzielt werden konnte. Das pakistanische Aussenministerium dementierte die Gerüchte aber umgehend und gab an, dass weiter verhandelt würde.
Auch der iranische Aussenminister Abbas Aragachi meldete sich zu Wort. Auf X schrieb er, dass die Position Irans verzerrt dargestellt würde. «Wir sind Pakistan dankbar für seine Bemühungen und haben uns nie geweigert, für Verhandlungen nach Islamabad zu gehen». Offiziell sitzt der Iran in Pakistan allerdings gar nicht am Tisch, verhandeln tun weder die USA noch der Iran direkt. Stattdessen werden die Gespräche von den Aussenministern befreundeter Staaten indirekt geführt.
Ein Durchbruch zeichnet sich bisher allerdings kaum ab: Auch US-Vizepräsident JD Vance, der für die US-Seite die Verhandlungen führt, flog bisher nicht zu den Gesprächen. Stattdessen war er diese Woche zu Gast in mehreren amerikanischen TV-Sendungen und kündigte an, am kommenden Dienstag nach Budapest zu reisen, um den Premierminister Viktor Orbán vor den ungarischen Wahlen zu unterstützen.
Wie reagieren die Golfstaaten?
Die Nervosität am Golf und in der arabischen Welt wächst. Saudi-Arabien verschärft seine Rhetorik gegenüber Iran zunehmend und soll die US-Drohungen hinter den Kulissen zumindest dulden. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate stellen sich immer mehr gegen die iranische Führung. Das sorgt in der Region für zusätzliche Spannungen. So kam es am Samstag in der syrischen Hauptstadt Damaskus zu gewaltsamen Protesten: Demonstranten griffen diplomatische Einrichtungen der Vereinigten Arabischen Emirate an und beschädigten diese teilweise.
Das saudische Aussenministerium verurteilte die Vorfälle scharf. In einer Stellungnahme hiess es, man verurteile «die Ausschreitungen, Angriffe und versuchten Sachbeschädigungen am Hauptsitz der Botschaft der befreundeten Vereinigten Arabischen Emirate sowie die inakzeptablen Beleidigungen ihrer nationalen Symbole». Die Ereignisse unterstreichen, wie schnell sich die Spannungen in der Region auch abseits staatlicher Akteure entladen können.
Gleichzeitig bereiten sich mehrere Golfstaaten konkret auf mögliche militärische Folgen vor. Berichten zufolge haben Länder wie Saudi-Arabien und die Vereinigte Arabische Emirate ihre Sicherheitsvorkehrungen für kritische Infrastruktur – insbesondere Öl- und Gasanlagen – erhöht. «Das Verteidigungsministerium bekräftigt, dass es vollumfänglich vorbereitet und bereit ist, auf jegliche Bedrohungen zu reagieren», gaben die Emirate in einer Pressemitteilung bekannt. (aargauerzeitung.ch)
