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US-Angriffe in der Nacht im Iran: Der aktuelle Stand

Debris surrounds a car at the site of what Iranian media said was a U.S. strike in Kuhestak, southern Iran, early Wednesday, Sept. 2, 2026. (Masoud Mohammadi/Tasnim News Agency via AP)
Iran US War
Bilder aus dem Süden des Irans zeigen Zerstörungen nach US-Angriffen in der Nacht.Bild: keystone

Gegenseitige Angriffe, russische Hilfe und brennende Öltanker: Der aktuelle Stand im Iran

02.09.2026, 12:5802.09.2026, 12:58

Erneute gegenseitige militärische Angriffe zwischen den USA und dem Iran haben diplomatische Bemühungen der vergangenen Woche weiter in den Hintergrund rücken lassen. Was in der Nacht passiert ist und was das für den weiteren Verlauf bedeutet, erfährst du hier:

Angriffe in der Nacht

Trump-targeting banner displayed in Tehran s Azadi Square TEHRAN, IRAN - AUGUST 2: A boy walks in front of a banner depicting U.S. President Donald Trump and bearing messages was displayed in front of ...
In der Nacht auf den Mittwoch gab es weitere gegenseitige Angriffe zwischen den USA und dem Iran.Bild: www.imago-images.de

Das US-Militär attackierte nach eigenen Angaben in der Nacht Militäreinrichtungen der iranischen Streitkräfte. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Ziele im Irak, Jordanien, Kuwait und Bahrain. Der Konflikt spielt sich dabei vor allem an der Strasse von Hormus und den iranischen Südprovinzen ab.

Bei den Luftangriffen wurden iranischen Medien zufolge mindestens 19 Menschen getötet. Auf der Insel Lawan kamen demnach drei Mitglieder einer paramilitärischen Einheit ums Leben, in der Provinz Kermanschah sieben Soldaten der Luftstreitkräfte der Revolutionsgarden. Bei Sirik nahe der iranischen Küste sei ein Gebäude einer Hochzeitsfeier getroffen worden. Dabei kamen vier Menschen ums Leben, unter ihnen ein kleines Kind. In der Industrieprovinz Chusestan meldeten Behördenvertreter sieben Tote.

Der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand, verurteilte den Angriff auf die Hochzeitsfeier. In einem Brief an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag forderte er eine Untersuchung, wie die Hilfsorganisation mitteilte.

Öltanker fahren auf Seeminen

FILE - A small boat sails past cargo ships and other commercial vessels anchored in the Strait of Hormuz off Bandar Abbas, Iran, Wednesday, Aug. 5, 2026. (Amirhosein Khorgooi/ISNA via AP, File)
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Mehrere Tanker und Transportschiffe liegen vor der Strasse von Hormus vor Anker.Bild: keystone

In der Strasse von Hormus sind iranischen Angaben zufolge in der Nacht zwei Öltanker auf Seeminen gefahren. Explosionen und Brände hätten die Crews zum Verlassen ihrer Schiffe gezwungen, teilten die Revolutionsgarden laut iranischen Medienberichten mit. Es seien «Strafmassnahmen» vorgesehen für Reedereien, die «illegale Routen» nutzen, hiess es in der Erklärung weiter. Die Vorfälle liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die Strasse von Hormus hat sich im Verlauf des Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger weltweit bedeutende Meerenge noch immer weitestgehend. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. Der Iran fordert Zugeständnisse der US-Regierung, während Präsident Trump die Führung in Teheran mit einem «Wirtschaftskrieg» unter Druck setzen will.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die «grossen und gewaltigen» Angriffe des eigenen Militärs als Vergeltung für den gescheiterten Versuch der Iraner, Seeminen in der Strasse von Hormus zu verlegen. Das US-Militär selbst nannte als weiteren Grund iranische Attacken auf Handelsschiffe in der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge.

USA in der Sackgasse

epa13203408 US President Donald J Trump (C) hosts an announcement on healthcare affordability in the Oval Office of the White House in Washington, DC, USA, 31 August 2026. EPA/ANNABELLE GORDON / POOL
Steckt im Iran in der Sackgasse: US-Präsident Donald Trump.Bild: keystone

Experten zweifeln daran, dass Trump den Konflikt mit der Führung in Teheran militärisch lösen kann. Zwar könne das US-Militär Irans Fähigkeiten erheblich schwächen, aber nicht vollständig beseitigen. Es sei unwahrscheinlich, dass Teheran seine Bemühungen aufgebe, die Schifffahrt durch die Meerenge zu stören, schrieb der Iran-Experte Danny Citrinowicz auf X. «Die USA können Irans Fähigkeiten schwächen», fügte er hinzu. Ohne ein diplomatisches Endspiel könne man jedoch keinen stabilen Zustand «herbeibomben».

Das «Wall Street Journal» schrieb, die Attacken könnten den USA zwar helfen, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran aufrechtzuerhalten und die Führung in Teheran daran zu hindern, die Meerenge zu kontrollieren. Der gegenseitige Beschuss drohe jedoch das US-Militär in einen langwierigen Konflikt zu verstricken. Das US-Regionalkommando Centcom erklärte, die mehr als 50'000 US-Streitkräfte in der Region seien weiterhin bereit, Angriffe auszuführen.

Der Faktor Russland

In this photo provided by Russian Foreign Ministry Press Service, Russian Foreign Minister Sergey Lavrov, right, and Iranian Foreign Minister Abbas Araghchi, pose for a photo on the sidelines of a mee ...
Die Aussenminister Abbas Araghchi (Iran) und Sergej Lawrow (Russland).Bild: keystone

Russland hat einem Bericht zufolge vor Jahren damit begonnen, den Iran bei der Entwicklung fortschrittlicher Marschflugkörper mit Überschallgeschwindigkeit zu unterstützen. Das geheime Programm unter dem Codenamen «C430L» wurde im Jahr 2023 aufgenommen, wie aus einer Recherche der britischen «Financial Times» hervorgeht.

«Hier handelt es sich um den Transfer einer militärischen Technologie aus Russland, die von hoher strategischer Bedeutung ist und die die Iraner schon seit Jahrzehnten erwerben wollten», sagte der Militärexperte Fabian Hinz dem Blatt. Der Iran habe das Antriebssystem getestet, hiess es in dem Artikel weiter. Es gebe jedoch keine Hinweise darauf, dass die Waffe bereits eingesetzt werde.

Teheran und Moskau hatten im Januar 2025 ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft unterzeichnet, die ihre Zusammenarbeit unter anderem im Bereich Wirtschaft und Militär vertiefen soll. Am Dienstag sicherte Kremlchef Wladimir Putin dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian bei einem Treffen am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) erneut Russlands Unterstützung zu.

Diplomatie rückt in den Hintergrund

Peseschkian hatte sich am Dienstag weiter für eine diplomatische Lösung ausgesprochen. «Sollten die USA zu ihren Verpflichtungen (...) zurückkehren, wird auch die Islamische Republik Iran unverzüglich entsprechend handeln», sagte er beim SOZ-Gipfel in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Vergangene Woche hatten regionale Vermittlerstaaten eine neue Runde diplomatischer Bemühungen begonnen. Delegationen aus Pakistan, Katar und Oman waren dafür in die iranische Hauptstadt Teheran gereist. (leo/sda/dpa)

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quelle: keystone / maya levin
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