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Viele Tote bei IS-Anschlag auf Moschee im Jemen

24.09.2015, 18:2825.09.2015, 09:55

In Jemens Hauptstadt Sanaa sind bei einem Anschlag auf betende Muslime in einer Moschee am Donnerstagmorgen mindestens zwei Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Zum Anschlag bekannte sich die Terrormiliz IS.

Vorherige Berichte hatten von mindestens 27 Toten und zwei Selbstmordattentätern gesprochen. Andere Quellen gingen von einer niedrigeren Opferzahl aus: Die Huthis berichteten von zehn Toten und 22 Verwundeten.

Der Angriff ereignete sich in der Balili-Moschee in der Nähe der Polizeiakademie der Stadt. Die schiitischen Gläubigen verrichteten zur Tatzeit anlässlich des islamischen Opferfests Eid al-Adha ihr Morgengebet.

Terror gegen Schiiten: Ein Bild vom Anschlagsort.<br data-editable="remove">
Terror gegen Schiiten: Ein Bild vom Anschlagsort.
Bild: KHALED ABDULLAH/REUTERS

Gegen «Ungläubige» gerichtet

Mindestens zehn Personen kamen ums Leben.<br data-editable="remove">
Mindestens zehn Personen kamen ums Leben.
Bild: KHALED ABDULLAH/REUTERS

Zeugen berichteten, zunächst habe es eine Explosion in der Moschee gegeben. Als die Gläubigen in Panik aus dem Gotteshaus gerannt seien, habe sich am Eingang des Gebäudes ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Ob auch die erste Explosion von einem Selbstmordattentäter stammte, war nicht bekannt.

Sanaa wird seit rund einem Jahr von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrolliert. Seit einigen Monaten gibt es immer wieder schwere Angriffe des IS auf schiitische Muslime in Gotteshäusern. Auch zu dem Attentat vom Donnerstag bekannte sich der IS. Der Anschlag habe sich gegen «Ungläubige» gerichtet, hiess es in einer Mitteilung.

Der IS, der grosse Gebiete im Irak und in Syrien kontrolliert, sieht Schiiten als Ketzer an. Erst Anfang September wurden bei einem IS-Anschlag auf eine Moschee in Sanaa mehr als 30 Menschen getötet und fast hundert weitere verletzt.

Präsident siegesgewiss

Im Jemen herrscht seit Monaten Bürgerkrieg zwischen den Huthi-Rebellen und Anhängern des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der am Dienstag aus dem Exil in Saudi-Arabien ins Land zurückgekehrt war. Die Aufständischen beherrschen weite Teile des Landes, verloren zuletzt aber im Süden des Landes an Boden.

Krieg im Jemen: Das Foto wurde am 22. September in Sanaa gemacht.<br data-editable="remove">
Krieg im Jemen: Das Foto wurde am 22. September in Sanaa gemacht.
Bild: KHALED ABDULLAH/REUTERS

In einer Fernsehansprache am Mittwoch hatte sich Hadi siegesgewiss gegeben. «Das Ende der Milizen der Huthi-Rebellen steht bevor», sagte er in der Ansprache aus der zurückeroberten südlichen Hafenstadt Aden. Die Aufständischen würden bald «eliminiert». Hadi kündigte zugleich die Rückeroberung der Hauptstadt Sanaa an.

(sda/afp/dpa/reu)

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