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Kinder

Deutschland: Lebenslang für Eltern von verhungertem Säugling

Eltern liessen Säugling verhungern – lebenslange Haft

21.07.2026, 13:3921.07.2026, 13:40

Wegen des Hungertods eines vier Monate alten Säuglings in Deutschland sind die Eltern zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Itzehoe wertete die Vernachlässigung als Mord in Tateinheit mit schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Der Fall lasse einen «fassungslos zurück», sagte der Vorsitzende Richter Johann Lohmann am Vormittag in seiner Urteilsbegründung. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die zum Tatzeitpunkt 24 Jahre alten Angeklagten im September 2025 das Baby in ihrer Wohnung in Brunsbüttel im nördlichen Bundesland Schleswig-Holstein so sehr vernachlässigt hatten, dass es am 26. September starb. Die Obduktion ergab damals Tod durch Verhungern.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung wegen Mordes gefordert, weil sie das Mordmerkmal der Grausamkeit als erfüllt ansah. So sollen es die beiden Angeklagten unterlassen haben, den im Mai 2025 geborenen Säugling ausreichend mit Nahrung und Flüssigkeit zu versorgen. Die Eltern hätten willentlich in Kauf genommen, dass die Tochter nicht überlebe.

Kinderarzttermine verpasst

Während des Prozesses hatten der Vater und die Mutter, die ausserdem Zwillinge haben, die damals drei Jahre alt waren, von ihren Schwierigkeiten im Umgang mit dem Baby berichtet. «Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass ich den Kindern nicht gerecht werde», sagte der Vater. Für den Monat des Todes des Kindes habe er jedoch bis zum Todestag keine Erinnerung mehr.

Dass das Kind Gewicht verlor, bemerkten die Eltern nach Angaben der Mutter etwa zwei Wochen vor dessen Tod. Ihre Überforderung habe sich etwa durch das Verpassen von Kinderarztterminen gezeigt.

Drei Nebenverfahren hatte die Staatsanwaltschaft eingestellt. Sowohl bei einem Mitarbeiter des Jugendamtes als auch bei Bekannten der Eltern hatten sich keine Hinweise auf relevantes Fehlverhalten ergeben. (sda/dpa)

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10 Kommentare
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CISG
21.07.2026 15:34registriert Oktober 2023
Es ist völlig ok überfordert zu sein. Vor allem dann wenn mehrere Dinge zusammen kommen und beide auch noch arbeiten.

Überhaupt nicht ok ist jedoch sich dann keine Hilfe zu holen. Das war der grosse Fehler der das Mädchen schlussendlich das Leben kostete. Die Kinderarzt-Termine zu schleifen war ebenfalls fatal. Hier wäre auch angezeigt gewesen die Überforderung auszudrücken. Gute Kinderärzte wissen, die Gesundheit der Kinder hängt zu grossen Teilen direkt zusammen mit der psychischen und physischen Gesundheit der Eltern.
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