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Russland: Methangas hinterlässt riesigen Krater

Der neue 50 Meter tiefe Krater mitten im Niemandsland der Jamal-Halbinsel.
Der neue 50 Meter tiefe Krater mitten im Niemandsland der Jamal-Halbinsel.bild: screenshot youtube/Вести Ямал

Neuer Riesenkrater in Russland entdeckt

31.08.2020, 16:4731.08.2020, 17:06

Auf der Jamal-Halbinsel im Nordwesten Sibiriens ist ein weiterer Riesenkrater entdeckt worden. Mit 50 Metern Tiefe handelt es sich um den bisher grössten Krater im Permafrostboden. Zum ersten Mal tauchte 2014 ein derartiges Riesenloch auf. Seither wurden 17 weitere entdeckt.

Der jüngste Fund mitten in der abgelegenen Tundra gelang der lokalen TV-Crew von Vesti Yamal im Juli bei einem Überflug mit dem Helikopter. Wenig später machte sich eine Gruppe von Wissenschaftlern auf, den Krater zu untersuchen.

Luftaufnahmen zeigen den erstaunlich runden Explosionskrater.
Luftaufnahmen zeigen den erstaunlich runden Explosionskrater.bild: screenshot youtube/вести ямал

Die Entstehung dieser Riesenkrater ist noch nicht bis ins letzte Detail geklärt. Es ist aber anzunehmen, dass sie aufgrund von Methangas entstehen. Mit dem Auftauen der Permafrostböden entweichen grosse Mengen dieses Gases. In der Regel schleichend, dafür aber stetig. Nicht so im Fall dieser Krater. Wissenschaftler nehmen an, dass sich das aufstrebende Gas an vereinzelten Stellen staut, weil es an der Oberfläche auf Widerstand trifft. Dort sammelt sich immer mehr Gas an, bis der Druck für die fünf bis 10 Meter dicke Erdschicht darüber zu hoch wird. Das Gas tritt explosionsartig aus. Diese Theorie erklärt auch, weshalb sich jeweils Gesteinsbrocken und Eis in hundert Metern Entfernung der Krater finden lassen.

Zu Beginn wurde spekuliert, ob die Krater das Resultat russischer Waffentests seien.

Diese Luftaufnahme zeigt den Ort eines möglichen neuen Kraters.
Diese Luftaufnahme zeigt den Ort eines möglichen neuen Kraters.bild: screenshot youtube/вести ямал

«Dieser Krater hier ist der wohl grösste und schönste bisher!», frohlockte Vasily Bogoyavlensky gegenüber Vesti Yamal, nachdem er den Schauplatz besucht hatte. Bogoyavlensky ist Professor am Institut für Öl- und Gasforschung in Moskau und Teil des Untersuchungsteams: «Das hier ist ein einzigartiges Objekt. Es enthält viele zusätzliche Informationen, über die ich im Moment noch nicht sprechen möchte. Für eine detaillierte Analyse werden wir zuerst dreidimensionale Modelle bauen müssen.»

«Nr. 17» ist deshalb von so grossem Interesse für die Wissenschaft, weil seine Entstehung erst kürzlich erfolgt sein muss. Normalerweise füllen sich die Krater relativ schnell mit Wasser und Geröll, so dass sie nur noch schwer von normalen Tundraseen zu unterscheiden sind.

(tog)

Riesiger Feuerball durch Explosion in Russland

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