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Naher Osten

Touristen werden immer resistenter gegen Terroranschläge

Am Marhaba-Strand von Sousse, vier Tage nach dem verheerenden Terroranschlag (30.06.2015).
Am Marhaba-Strand von Sousse, vier Tage nach dem verheerenden Terroranschlag (30.06.2015).
Bild: Getty Images Europe

Touristen werden immer resistenter gegen Terroranschläge

05.07.2015, 10:1605.07.2015, 10:23

Zwei Terroranschläge innerhalb von drei Monaten lassen Tunesien um seine Tourismus-Industrie fürchten: Vor einer Woche wurden in Sousse 38 Strandurlauber erschossen. Am 18. März starben bei einer Geiselnahme im Nationalmuseum von Tunis 22 Touristen. Zu beiden Anschlägen bekannte sich die Terrormiliz IS.

Allerdings gibt es Anzeichen, dass sich Touristen ihre Ferienpläne immer weniger von Terroristen diktieren lassen: Die Buchungszahlen in Destinationen, die von Anschlägen heimgesucht wurden, erholen sich offenbar immer schneller. Dies geht aus dem Travel and Tourism Competitiveness Report 2015 des Beratungsunternehmens Deloitte hervor.

Bettenauslastung nach Terroranschlägen 

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Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 vergingen 34 Monate, bis sich die Hotelbuchungen in New York wieder erholt hatten. Madrid brauchte 12 Monate nach den Zuganschlägen 2004. In London waren es 2005 noch 9 Monate.

Der Bericht scheint einen Befund der Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) zu stützen, zu dem diese bereits 2005 gelangt war. Die UNO-Behörde hatte nach den blutigen Anschlägen im ägyptischen Scharm El-Scheich nur «minimale» Schwankungen in der Tourismusaktivität festgestellt. Die Zivilgesellschaft habe sich mit der «globalen Natur» der terroristischen Bedrohung abgefunden und lehne es ab, sich ihr zu beugen, hiess es.

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Zeit_Genosse
05.07.2015 13:24registriert Februar 2014
Gut, dass Menschen nicht in Schockstarre ausharren und für ewig Plätze vermeiden. Den Terroristen geht es ja darum, die Einnahmen aus dem Tourismus versiegen zu lassen und Länder zu isolieren und destabilisieren. Auch darum Bürger bestimmter Nationen ausserhalb ihres Landes zu töten und damit in diesen Ländern Angst vor Reisen auszulösen und politische Signale -Ihr seid nirgends sicher- zu senden. Gerade deshalb sollte man wieder diese Länder besuchen. Eine Form der Solidarität, des Protest gegen Terrorismus und (jetzt wage ich mich weit vor) der Ehrung der Toten, wäre ein starkes Signal. Nach der Trauer soll und darf wieder, gelacht, gefeiert und getanzt werden. Das Gute und Fröhliche soll sich zeigen, nicht verstecken.
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