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Panama Papers: Razzia bei der Uefa, Rücktritt bei der Fifa und Sorgen bei Infantino



Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch die Büros der Europäischen Fussball-Union (UEFA) im waadtländischen Nyon durchsucht. Der Schritt erfolgte nur wenige Stunden nach Berichten über Verträge zwischen der UEFA und der Briefkastenfirma Cross Trading SA.

epa05246498 (FILE) A file picture dated 18 October 2015 of then UEFA General Secretary Gianni Infantino, reacts during the draw for the play-off matches for UEFA EURO 2016 at the UEFA Headquarters, in Nyon, Switzerland. Swiss federal police raided UEFA offices in Nyon 06 April 2015 in relation to Tv contract details leaked in the Panama Papers.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Neuer Fifa-Chef, alte Probleme: Gianni Infantino.
Bild: EPA/KEYSTONE FILE

Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch im Rahmen eines Strafverfahrens am Geschäftssitz der UEFA sowie bei einer weiteren Unternehmung eine «begleitete Edition» durchgeführt, wie die Justizbehörde auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mitteilte. Sie bestätigte damit einen Bericht des britischen «Telegraph» über eine Hausdurchsuchung. Auch die UEFA hatte kurz zuvor die Durchsuchung bestätigt und betont, dass vollumfänglich kooperiert worden sei.

Neue Hinweise für den Staatsanwalt

Die Durchsuchung erfolgte in einem Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Erwerb von TV-Übertragungsrechten wegen des Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung und eventuell auf Veruntreuung. Es richtet sich gegen unbekannte Täterschaft und nicht gegen eine konkrete Person, wie die Bundesanwaltschaft festhielt.

Erst am Dienstagabend hatten Medien mit Verweis auf die Panama Papers berichtet, dass unter anderem der frühere UEFA-Generalsekretär und heutige FIFA-Chef Gianni Infantino Verträge mit einer Briefkastenfirma namens Cross Trading abgeschlossen haben soll.

epa05243310 (FILE) A file picture dated 01 April 2014 shows President of Penarol Club, Juan Pedro Damiani (C), arriving for a meeting at Executive Tower in Montevideo, Uruguay. Damiani is one of the allegedly involved as millions of leaked documents published on 03 April 2016 suggest that 140 politicians and officials from around the globe, including 72 former and current world leaders, have connections with secret 'offshore' companies to escape tax scrutiny in their countries. The leak involves 11.5 million documents from one of the world's largest offshore law firms, Mossack Fonseca, based in Panama. The investigation dubbed 'The Panama Papers' was undertaken and headed by German newspaper Sueddeutsche Zeitung and Washington-based International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), with the collaboration of reporters from more than 100 media outlets in 78 countries around the world.  EPA/IVAN FRANCO

Juan Pedro Damiani nimmt seinen Hut.
Bild: IVAN FRANCO/EPA/KEYSTONE

Diese Veröffentlichungen in den Medien ergaben zusätzliche Hinweise, welche bisherige Erkenntnisse entscheidend zu ergänzen vermochten, wie die Bundesanwaltschaft festhielt. Ausschlaggebend sei die Bestätigung der UEFA gewesen, wonach sie Verträge mit Cross Trading SA abgeschlossen habe. Mit der Durchsuchung sollten Beweise sichergestellt werden. 

Infantino sorgt sich um «Ruf des Fussballs»

Sowohl die UEFA wie auch FIFA-Präsident Infantino hatten die Berichte bereits am Dienstagabend in aller Form zurückgewiesen.«Es gibt keinerlei Anzeichen für irgendein Fehlverhalten der UEFA oder mir in dieser Angelegenheit», wurde Infantino in einer Medienmitteilung der FIFA zitiert. Er gab zudem an, niemals persönlich mit Cross Trading oder deren Eigentümern verhandelt zu haben.

Etwas versöhnlicher zeigte sich Infantino am Mittwochabend. Er begrüsse jegliche Untersuchungen, die dem Ziel dienten, den «Ruf des Fussballs» wiederherzustellen, liess er über ein weiteres FIFA-Communiqué mitteilen. Er sei bereit, vollumfänglich mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Auch die Fifa macht erneut Negativschlagzeilen: Juan Pedro Damiani, einer der Mitbegründer der Ethikkommission, hat seinen Rücktritt eingereicht. Der 57-Jährige aus Uruguay ist laut dem «Tages-Anzeiger» ebenfalls Opfer der Panama Papers: Sie hatten gezeigt, dass der Funkionär enge Beziehungen zu korrupten Kollegen und Sportvermarkter unterhielt.

Uefa-Statement

Panama Papers

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(phi/sda)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • vRUS 06.04.2016 21:37
    Highlight Highlight Briefkasten Firma. Nur komisch das niemand aus den USA auf der Liste ist.
    Rotschild? Morgan? Rockefeller?
  • Spooky 06.04.2016 18:48
    Highlight Highlight Geld verdirbt den Charakter. Kein Geld auch.
  • Ignorans 06.04.2016 18:10
    Highlight Highlight Da war Blatter ja geradezu sauber...
  • SVARTGARD 06.04.2016 17:39
    Highlight Highlight Schmeisst sie alle raus.
  • Alex Danuser 06.04.2016 17:15
    Highlight Highlight Von "Opfern der Panama-Papers" zu reden, beziehungsweise zu schreiben, finde ich doch etwas falsch formuliert. ;-)
    • Thanatos 06.04.2016 17:54
      Highlight Highlight Das sind wir ;)
    • alessandro 06.04.2016 18:19
      Highlight Highlight ist mir auch gleich aufgefallen. das sind keine opfer sondern der grund warum überhaupt diese papiere so existieren.
  • zombie woof 06.04.2016 17:14
    Highlight Highlight Mich erstaunt nichts mehr!
    • Maxx 07.04.2016 16:50
      Highlight Highlight Ja, aber leider in allen Bereichen - Politik - Sport oder Business. Aber am schlimmsten für die Bürger sind die Politiker, die schaden uns am meisten. Wenn alle wüsten was die hunderten von zugelassenen Lobbyisten in Bern zurechtbiegen, die FIFA wäre ein Klacks im Vergleich. Ich denke da nur an BR Leuthard die vor den Bilaterale allen erzählte, dass auf keinen Fall mehr als 8-14'000 Einwanderer kommen würden. So werden wir angelogen. Und das im Vergleich zur FIFA betrifft uns alle persönlich.
  • Nur ein Kommentar 06.04.2016 16:46
    Highlight Highlight fuessball isch doch eh en huere pussyscheis 😂
  • TanookiStormtrooper 06.04.2016 16:40
    Highlight Highlight Da hab ich mich im Picdump schon über Uranus gefreut, und jetzt kommt auch noch Uruguay. :D
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  • Der Brummer 06.04.2016 16:39
    Highlight Highlight Traurig, dass man einem Mitbegründer der Ethikkommission mal erklären müsste, was Ethik bedeutet. Alles eine Farce.
    • TheCloud 06.04.2016 18:41
      Highlight Highlight Ethik wird bei allen Firmen grossgeschrieben und heisst lediglich man weiss was richtig oder fasch ist.
    • kiawase 06.04.2016 18:58
      Highlight Highlight wenn eine organsiation eine ethik kommission braucht sagt das eigentlich schon alles; und es wird mit der grösse der organisation immer schlimmer mit der diskrepanz zwischen anspruch und realitäten... beispiele: zeitung lesen

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