International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Neues Video zeigt Bombenanschlag in Bangkok +++ Mindestens 19 Tote und 80 Verletzte +++ Minister: «Anschlag richtete sich gegen Touristen» +++ Polizei entschärft weitere Bomben



Ein Bombenanschlag im Zentrum der Millionenmetropole Bangkok forderte am Montag während der Rushhour mindestens 19 Tote und mehr als 80 Verletzte. Das berichten verschiedene lokale und internationale Medien unter Berufung auf den Chef der thailändischen Polizei. CNN berichtet gar von 27 Toten.

Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen den Moment der Detonation: Zuerst ist ein riesiger Feuerstoss zu sehen, dann rannten Passanten in verschiedene Richtungen davon.

Die Explosion ereignete sich zur Stosszeit am frühen Montagabend (Ortszeit) am Erawan-Schrein im zentralen Viertel Chidlom. Dort liegen mehrere grosse Einkaufszentren und teure Hotels. «Die Zahl der Todesopfer liegt jetzt bei 19», sagte ein Sprecher der Polizei. Darunter seien zwei Ausländer, ein Chinese und ein Philippiner. 

Am Anschlagsort bot sich ein Bild der Verwüstung. Glassplitter lagen über die Strasse verstreut, verkohlte Mopeds waren neben Teilen aus dem Schrein zu sehen. Auf den Stufen vor dem Schrein lagen zwei leblose Körper, Blut bedeckte das Trottoir. 

Noch mehrere Kilometer vom Anschlagsort entfernt waren Fensterscheiben durch die Wucht der Explosion erschüttert worden. Die Behörden wiesen aber Berichte über womöglich weitere versteckte Bomben in dem Viertel zurück. 

BBC-Korrespondent Jonathan Head: «Grausame Szenen beim Erawan-Schrein in Bangkok.»

Zu Stosszeiten frequentieren jeweils Hunderte von Einheimischen und Touristen die Kreuzung im Zentrum der thailändischen Hauptstadt. Der Verteidigungsminister Thailands sprach davon, dass sich die Attacke direkt gegen Touristen gerichtet habe.

Die thailändische Polizei warnte kurz nach der Detonation vor einer zweiten Bombe, die am Tatort gezündet werden könnte und fordert Fussgänger auf, sich vom Tatort zu entfernen. CNN berichtet, dass ein Spezialkommando der Polizei zwei weitere, nicht detonierte Bomben beim Tatort gefunden hat und das Gebiet rund um den Erawan-Schrein nun weiträumig absperre.

Wie ein Polizeisprecher sagte: «Unter den Opfern ist auch eine erhebliche Anzahl von Ausländern.»

Erawan-Schrein

Der Erawan-Schrein ist dem hinduistischen Gott Brahma geweiht. Er befindet sich an der Ratchaprasong-Kreuzung im Bangkoker Bezirk Pathumwan. Der Schrein wurde 1956 erbaut – aus reinem Aberglaube. Während der Bauarbeiten des Erawan-Hotels ereigneten sich zahlreiche Unglücksfälle: Arbeiter starben auf der Baustelle und ein Schiff, das Marmor für das Hotel transportierte, sank auf hoher See. Die Arbeiter weigerten sich darauf, am Hotel weiter zu arbeiten – bis der Schrein am 9. November 1956 eröffnet wurde. Heute ist er viel besuchte Touristenattraktion. Ein Anschlag auf den Schrein ereignete sich im März 2006. Damals wurde die Statue von einem angeblich geistig gestörten thailändischen Moslem mit einem Hammer zerstört. Der Mann wurde darauf von zwei wütenden Passanten erschlagen. Der Schrein wurde restauriert und im Mai 2006 in einer grossen Feier an ihrem angestammten Platz installiert. (Quelle: Wikipedia)

Ein politischer Hintergrund?

«Wir wissen immer noch nicht sicher, wer das getan hat und warum», sagte der stellvertretende Regierungschef Prawit Wongsuwon. «Wir sind nicht sicher, ob das politisch motiviert war.» 

Ziel der Angreifer sei aber wohl eine Schwächung der thailändischen Wirtschaft. Die Regierung würde die Attentäter aber fassen, versprach Prawit. Zunächst lag aber kein Bekennerschreiben vor. 

Junta ruft zur Ruhe auf 

Die Junta rief zur Ruhe auf. «Bringt keine Gerüchte in Umlauf, die Verwirrung im Land stiften könnten», sagte Junta-Sprecher Winthai Suvari. «Wir versichern, dass die Behörden jetzt alles unter Kontrolle haben.» Er widersprach Gerüchten in sozialen Netzwerken, dass der Ausnahmezustand verhängt worden sei. 

Im buddhistischen Land gibt es zwar gewalttätige muslimische Separatisten im Süden, und die Gesellschaft ist politisch tief gespalten. Anschläge in der Hauptstadt, etwa zur Destabilisierung der Regierung, sind aber eigentlich unbekannt. In Thailand regiert seit einem Militärputsch im Mai 2014 Putschführer Prayuth Chan-ocha. 

Vor dem Umsturz hatten die beiden politischen Lager jahrelang um die Regierungsmacht gekämpft. Grob gesagt stehen sich alteingesessene Eliten und wohlhabende Städter und Bauern aus der Provinz sowie arme Stadtbewohner gegenüber. Sie haben Massendemonstrationen und Strassenblockaden in Bangkok organisiert und sich teils blutige Strassenschlachten geliefert. Dutzende Menschen sind dabei seit 2010 ums Leben gekommen. (jas/wst/sda/reu/dpa/afp) 

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

19
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Triumvir 17.08.2015 20:37
    Highlight Highlight Woher kommt nur dieser feige Hass!? Die Menschheit ist leider Millionen von Kilometern davon entfernt auch nur ansatzweise als "Krone der Schöpfung" bezeichnet zu werden...Einfach nur traurig...:((
    8 1 Melden
  • AdiB 17.08.2015 17:56
    Highlight Highlight im süden bekämpfen sie sich nicht mit den muslimen, sondern sie mätzeln die muslime nieder.
    http://m.tagesspiegel.de/politik/fluechtlingskrise-in-suedostasien-warum-die-rohingya-minderheit-uebers-meer-flieht/11820742.html?utm_referrer=

    bilder wollte ich ersparen. sind hässlich was da mit den rohingya passiert.
    5 24 Melden
    • 足利 義明 Oyumi Kubo 17.08.2015 18:10
      Highlight Highlight @AdiB Du wolltest wohl schreiben die Muslime metzeln die Thais im Süden nieder.

      Unkenntnis und Bildungsnotstand ist keine Ausbildung.
      22 3 Melden
    • Bobo B. 17.08.2015 18:56
      Highlight Highlight @AdiB: Dir hat es wohl definitiv in den Weizen geschneit. Was die Muslime im Süden veranstalten, ist das leider fast übliche Muselprogramm mit allem drum und dran. Aber das ist dann wohl schon zuviel der Wahrheit...
      16 3 Melden
    • Sensei 17.08.2015 19:45
      Highlight Highlight AdiB da warst du nur um ein Land daneben: die rohingya werden in burma verfolgt.
      13 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • fatalswitzerland 17.08.2015 16:41
    Highlight Highlight ...und da muss ein Bild einer Leiche sein?
    4 5 Melden
    • Nothingtodisplay 17.08.2015 17:00
      Highlight Highlight Stunde um Stunde, warte isch normal
      Wil de Leser wet ja Bilder gseh, so isch es nunemal... *Subzonic*
      10 2 Melden
    • droelfmalbumst 17.08.2015 17:01
      Highlight Highlight vor allem das bild wo die leiche noch räucht... dachte zuerst wäre auf blick... :(
      4 13 Melden

UNO-Sicherheitsrat hebt Sanktionen gegen Eritrea auf

Der UNO-Sicherheitsrat hat die seit rund einem Jahrzehnt bestehenden Sanktionen gegen den nordostafrikanischen Staat Eritrea aufgehoben. Die 15 Mitglieder des Gremiums sprachen sich am Mittwoch in New York einstimmig für eine von Grossbritannien eingebrachte entsprechende Resolution aus.

Die Sanktionen bestanden unter anderem aus einem Waffenembargo, Reiseverboten und eingefrorenen Konten. Gleichzeitig fordert die Resolution Eritrea auf, einen Grenzkonflikt mit dem Nachbarland Dschibuti …

Artikel lesen
Link to Article