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USA: So vergrösserste Amerika in der Vergangenheit ihr Staatsgebiet

So vergrösserten die USA in der Vergangenheit ihr Staatsgebiet

Der amerikanische Präsident möchte Grönland annektieren. Er orientiert sich dabei an seinen Vorgängern, die das Staatsgebiet der USA immer wieder ausdehnten. Vier Beispiele aus der Geschichte.
15.01.2026, 14:2715.01.2026, 14:27
Renzo Ruf, Washington / ch media

Dieses Jahr feiern die USA ein rundes Jubiläum. Präsident Donald Trump will sich den 250. Geburtstag seines Landes versüssen, in dem er das Staatsgebiet des Landes um Grönland vergrössert — nötigenfalls mit Hilfe einer militärischen Intervention.

Ein Fresko von Constantino Brumidi aus den 1860er-Jahren im US-Kapitol zeigt den Louisiana-Kauf.
Ein Fresko von Constantino Brumidi aus den 1860er-Jahren im US-Kapitol zeigt den Louisiana-Kauf.Bild: getty

Diese Idee ist nicht neu. Bereits 1946 unterbreitete Präsident Harry Truman der dänischen Regierung ein Kaufangebot für die grösste Insel der Welt. Er bot 100 Millionen Dollar in Gold, was heute ungefähr 1,8 Milliarden Dollar entspricht. Dänemark lehnte dankend ab.

Einige von Trumans Vorgängern waren erfolgreicher: Vier Beispiele aus dem 19. Jahrhundert zeigen, wie ein amerikanischer Präsident neue Territorien beanspruchen kann.

1803: Jefferson verdoppelt das Staatsgebiet

Der «Louisiana Purchase», der Kauf der französischen Territorien westlich des Mississippi durch den neuen Präsidenten Thomas Jefferson, gilt auch heute noch als diplomatisches Meisterstück. Jefferson griff zu, als der französische Kaiser Napoleon Bonaparte Geld für seine europäischen Feldzüge benötigte und sich aus Nordamerika verabschieden wollte. Gegen die Bezahlung von 15 Millionen Dollar verdoppelte die noch junge amerikanische Republik 1803 auf einen Schlag ihr Territorium und etablierte sich damit als kontinentale Hegemonialmacht.

Eine wichtige Rolle bei diesem Coup spielte ein Schweizer. Ohne das geschickte Haushalten von Finanzminister Albert Gallatin, Jeffersons Kassenwart seit 1801, hätte die Transaktion so nicht über die Bühne gehen können. Weil die USA nicht über das nötige Bargeld verfügten, genehmigte Gallatin die Aufnahme von Darlehen bei ausländischen Banken. Die Sanierung des Bundeshaushaltes, die sich der gebürtige Genfer auf die Fahne geschrieben hatte, verzögerte sich deshalb. Der treue Weggefährte von Jefferson allerdings zweifelte nie daran, dass sich der «Louisiana Purchase» für sein neues Heimatland lohnen werde. «Die Vereinigten Staaten als Nation haben ein ureigenes Recht, Eigentum zu erwerben», sagte Gallatin dem Präsidenten.

1819: James Monroe reisst sich Florida unter den Nagel

Gemälde von 1912 von Clyde De Land zur Verkündung der Monroe-Doktrin (1823). Abgebildet sind Präsident James Monroe sowie mehrere Mitglieder seiner Regierung.
Gemälde von 1912 von Clyde De Land zur Verkündung der Monroe-Doktrin (1823). Abgebildet sind Präsident James Monroe sowie mehrere Mitglieder seiner Regierung.Bild: Getty

Florida ist heute für viele Touristen der Inbegriff der USA. Zu den Vereinigten Staaten stiess die Halbinsel im Südosten aber erst vor etwas mehr als 200 Jahren — dank der Beharrlichkeit des damaligen Aussenministers John Quincy Adams, der Präsident James Monroe diente.

1819 einigte sich Adams mit Spanien über einen neuen Verlauf der Grenze zwischen der amerikanischen Republik und den spanischen Überseegebieten, die in Madrid als Vizekönigreich Neuspanien bezeichnet wurden. Weil die USA auf Gebietsansprüche im Westen verzichteten, trat Spanien die Halbinsel Florida ab, die seit dem 16. Jahrhundert von der spanischen Krone beansprucht worden war. Geld floss keines.

In Kraft blieb der Vertrag nur kurz, zog sich Spanien doch nach der Unabhängigkeitserklärung Mexikos im Jahr 1821 aus Nordamerika zurück. Für die USA aber erwies sich der Pakt als diplomatisches Meisterstück. Florida wurde zuerst als amerikanisches Territorium organisiert; seit 1845 gehört Florida als 27. Bundesstaat zu den USA.

1848: USA gewinnen Krieg gegen Mexiko

USA: Annexion von Texas. Im Dezember 1845 wurde Texas unter Präsident James K. Polk Bundesstaat der USA. Die Annexion führte zum Mexikanisch-Amerikanischen Krieg (1846–1848). Darstellung aus «Harper’s ...
USA: Annexion von Texas. Im Dezember 1845 wurde Texas unter Präsident James K. Polk Bundesstaat der USA. Die Annexion führte zum Mexikanisch-Amerikanischen Krieg (1846–1848). Darstellung aus «Harper’s Weekly» (1861).Bild: getty

Auch der 28. Bundesstaat war ursprünglich Teil des Vizekönigreichs Neuspanien: Texas, seit 1845 offiziell Teil der USA. Der Streit um den «Lone Star State», das Gebiet entlang des Grenzflusses Rio Grande (oder Rio Bravo, wie der Fluss auf Spanisch heisst), war damit aber nicht zu Ende. Unter Präsident James Polk erklärten die USA dem jungen mexikanischen Staat den Krieg und marschierten im südwestlichen Nachbarland ein. Der Konflikt endete in einer krachenden Niederlage Mexikos. Und die USA gewannen neue Territorien, die heute unter anderem die Staaten Kalifornien, Nevada, Arizona, New Mexico und Utah bilden. Unter dem Strich zahlte Washington für diese neuen Gebiete 15 Millionen Dollar.

1867: Russland verkauft Alaska an die USA

USA/Russland: Nachbildung des Originalchecks über 7,2 Millionen Dollar für den Kauf Alaskas durch die USA.
USA/Russland: Nachbildung des Originalchecks über 7,2 Millionen Dollar für den Kauf Alaskas durch die USA.Bild: getty

Der heutige Bundesstaat Alaska gehörte von 1741 bis 1867 zur Einflusssphäre des Russischen Kaiserreichs. Für den Schnäppchenpreis von 7,2 Millionen Dollar verkaufte Zar Alexander II. das Gebiet an den amerikanischen Nachbarn. William Seward, Aussenminister unter dem glücklosen Präsidenten Andrew Johnson, wurde anfänglich für diese Transaktion kritisiert. Als kurz vor der Jahrhundertwende im amerikanischen Territorium Gold gefunden wurde, verstummten aber auch die letzten Kritiker dieser Transaktion. (aargauerzeitung.ch)

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ELMatador
15.01.2026 14:41registriert Februar 2020
Die illegale Übernahme von Hawaii durch die USA wäre ebenfalls erwähnenswert.

1893 stürzten einheimische Kräfte, geführt / angestachelt von US-amerikanischen Geschäftsleuten und Soldaten, die hawaiianische Monarchie. Nachdem die USA zunächst die Republik Hawaii anerkannten, wurde das Gebiet 1898 durch das Newlands Resolution formell als US-Territorium annektiert. Die Annexion wird immernoch von vielen als illegal betrachtet, da sie ohne die Zustimmung der hawaiianischen Bevölkerung und gegen den Willen des letzten Königs, Kalākaua, vollzogen wurde.
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Maya Eldorado
15.01.2026 15:48registriert Januar 2014
Und über all die Vertreibungen der Indigenen spricht kein Mensch.
Denen wurde einfach ihr Land weggenommen und annektiert bei der Gründung der USA und es ging immer weiter.
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Frankygoes
15.01.2026 16:10registriert März 2019
Der Punkt ist, das 19. Jahrhundert war instabil und kriegerisch. Deswegen haben die USA nach dem zweiten Weltkrieg so sehr auf eine regelbasierte Weltordnung gepocht. Und zu recht. Die letzten 80 Jahre waren nicht problemfrei, aber deutlich stabiler und positiver als die Zeit davor. Deswegen macht's ja grad keinen Sinn, was Trump macht. Grönland ist strategisch wichtig, ja, aber genau deswegen wurde ja die NATO ins Leben gerufen. Die NATO ist aktuell die stärkste militärische Allianz auf dem Planeten, ein Alleingang dagegen, würde die USA massiv schwächen. Die sind schlicht doof.
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