Krach mit Bondi wegen Epstein-Files: FBI-Vize tritt zurück
Bevor er FBI-Vize wurde, war Dan Bongino Personenschützer von George W. Bush und Barack Obama, dann Unternehmer und schliesslich Podcaster bei einem Fox-Format. 2025 wurde er von Donald Trump auf Wunsch von dessem neuen FBI-Chef Kash Patel zum Vize-Direktor der Behörde ernannt.
Nun hat Bongino seinen Rücktritt als stellvertretender Chef der US-Bundespolizei angekündigt. Er werde das Amt zum Januar aufgeben, schrieb er auf der Plattform X.
Trump kommentierte Bonginos Rückzug gegenüber Reportern mit den Worten: «Dan hat grossartige Arbeit geleistet. Ich glaube, er möchte zurück zu seiner Show.»
Vom rechten Podcaster zum FBI-Vize
Vor seiner Ernennung zum FBI-Vize hatte Bongino als Fernsehkommentator bei Fox News gearbeitet und in seinen rechtslastigen Podcasts unter anderem während der Coronapandemie Verschwörungstheorien verbreitet. Er bezeichnete auch die US-Präsidentschaftswahl 2020 als von den Demokraten manipuliert und stützte Donald Trumps «Big Lie».
Im Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zweifelte er die im Obduktionsbericht festgehaltene Todesursache Suizid an – und äusserte die Vermutung, dass der einflussreiche Finanzier in seiner Gefängniszelle getötet wurde, um die Taten Dritter zu verschleiern. Nachdem er dann in die Leitungsebene der mächtigen Bundespolizeibehörde aufgerückt war, sprach auch Bongino von Selbstmord. Doch der Umgang der Behörde mit dem Fall Epstein stiess ihm offenbar weiterhin sauer auf.
Medienberichten zufolge war er bereits im Sommer erstmals mit Justizministerin Pam Bondi wegen des Umgangs mit den Epstein-Akten aneinandergeraten. Bongino sei damals frustriert über die mangelnde Transparenz gewesen und habe schon da über einen Rücktritt nachgedacht, berichten US-Medien. Nun hat er allem Anschein nach endgültig genug.
(sda/dpa/con)
