Islamischer Staat (IS)
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Wurde brutal hingerichtet: Der britische Entwicklungshelfer David Haines. Quelle: facebook

David Haines war Hilfsmitarbeiter 

IS enthauptet britische Geisel – «Akt des schieren Bösen»

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat eine weitere Geisel umgebracht. Wie bei den vorherigen Hinrichtungen veröffentlichten die Terroristen das Enthauptungsvideo im Internet. Und drohen mit der Tötung einer weiteren Geisel.



Bei dem Opfer handelt es sich um den 44 Jahre alten britischen Entwicklungshelfer David Haines. Die britische Regierung bestätigte die Existenz des Videos, das die US-Terror-Expertenplattform SITE zuvor bekannt gemacht hatte. Ob die Bilder echt sind, werde überprüft, hiess es aus Grossbritannien.

Der britische Premierminister David Cameron erklärte in einem Beitrag auf Twitter, die Ermordung sei ein «Akt des schieren Bösen». «Dies ist ein verabscheuenswürdiger und entsetzlicher Mord an einem unschuldigen Hilfsmitarbeiter», sagte er laut einer Erklärung. «Wir werden alles in unserer Macht tun, um diese Mörder zu jagen und vor Gericht zu stellen, wie lange es auch dauern mag.»

Obama zeigt sich solidarisch

US-Präsident Barack Obama sprach von einem barbarischen Akt. Zugleich bekräftigte er seine Entschlossenheit, zusammen mit Partnern rund um die Welt die Dschihadisten-Organisation zu zerstören. Die USA stünden «in Trauer und Entschlossenheit» Seite an Seite mit ihrem engen Freund und Verbündeten Grossbritannien.

«Wir werden mit Grossbritannien und einer breitgefächerten Koalition von Nationen aus der Region und rund um die Welt zusammenarbeiten, um die Verantwortlichen für diese empörende Tat zur Rechenschaft zu ziehen und diese Bedrohung für die Bevölkerung unserer Länder, der Region und der Welt zu schwächen und zu vernichten», erklärte Obama nach Angaben des Weissen Hauses vom Samstagabend (Ortszeit).

Die Familie des Opfers erklärte in der Nacht in einer Stellungnahme: «Er wurde und wird von seiner ganzen Familie geliebt und wird schrecklich vermisst werden.»

Nach SITE-Angaben soll auf dem knapp zweieinhalbminütigen Video mit der Ermordung einer weiteren britischen Geisel gedroht werden. Haines wendet sich auf dem Video kurz vor seiner Ermordung direkt an Regierungschef Cameron. Ob er die Aussagen, in denen er die Zusammenarbeit Grossbritanniens mit den USA gegen den IS kritisiert, freiwillig machte oder dazu gezwungen wurde, ist nicht geklärt.

«Botschaft an die Alliierten Amerikas»

Das Video sei eine «Botschaft an die Alliierten Amerikas», hiess es darin. Der Brite zahle den Preis für das Versprechen Camerons, die kurdischen Peschmerga-Kämpfer für den Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) zu bewaffnen. Cameron kündigte eine Sitzung des britischen Sicherheitskabinetts für den frühen Sonntagmorgen an. Oppositionsführer Ed Miliband bezeichnete das Verbrechen als «eine widerwärtige, barbarische Tötung.» 

Nach einem Bericht der BBC handelt es sich bei dem auf den Videobildern zu sehenden, maskierten Täter möglicherweise um denselben Mann mit Londoner Akzent, der bereits in den Videos mit der Enthauptung zweier US-Geiseln aufgetaucht war. 

Ermordung angekündigt

Der in Schottland geborene Haines wurde im März 2013 in Syrien in der Nähe eines Flüchtlingslagers im syrischen Atmeh verschleppt. Der 44-Jährige arbeitete für die internationale Hilfsorganisation Agency for Technical Cooperation and Development (Acted).

Der zweifache Vater hatte die Auslieferung von Hilfsgütern für Menschen in einem Flüchtlingslager koordinieren sollen. Zuvor war er auf dem Balkan, in afrikanischen Staaten und im Nahen Osten als Hilfsmitarbeiter im Einsatz.

Haines war am Ende des Videos erwähnt worden, das die Enthauptung des US-Journalisten Steven Sotloff zeigte. Die Terroristen hatten damals bereits mit seiner baldigen Ermordung gedroht. Die Terrormiliz hat ausser den beiden US-Journalisten Sotloff und James Foley auch zwei libanesische Soldaten enthauptet, die sie gefangen genommen hatte. (sda/dpa/afp)

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