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Unruhen in Jerusalem

Palästinenser-Präsident Abbas: «Kriegserklärung an das palästinensische Volk»



epa04469212 Israeli police guard behind a police barrier tape close to the crime scene where a motorcyclist reportedly shot well known right-wing activist Rabbi Yehuda Glick at the end of a conference of the Jewish Temple Mount Faithful at the  Menachem Begin Heritage center, in Jerusalem, 29 October 2014. According to media reports the shooter is believed to be a Palestinian man. Rabbi Glick, who is known for preaching to Jews that they should pray inside the Temple Mount, was transported to a nearby hospital and is said to be in serious condition.  EPA/ABIR SULTAN

Ein Motorradfahrer eröffnete das Feuer auf den 48-Jährigen Yehuda Glick. Bild: ABIR SULTAN/EPA/KEYSTONE

Nach den Schüssen auf einen rechtsgerichteten israelischen Aktivisten in Jerusalem ist der mutmassliche palästinensische Schütze getötet worden. Der Palästinenser sei der Hauptverdächtige des Angriffs vom Mittwochabend gewesen. 

Er sei am Donnerstagmorgen bei einem Schusswechsel von israelischen Polizisten getötet worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Er wurde demnach in seinem Haus im Jerusalemer Stadtteil Abu Tor von einer Spezialeinheit der Polizei getötet

Racheakte befürchtet

Nach dem Angriff auf den jüdischen Aktivisten bereitet sich die Polizei in Israel auf mögliche Racheakte radikaler jüdischer Siedler vor. Der Aktivist, der für einen freien Zugang der Juden zum Tempelberg eintritt, wurde auf offener Strasse niedergeschossen.

Der 48 Jahre alte Mann wurde lebensgefährlich verletzt. Wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte, hatte ein unbekannter Motorradfahrer am Mittwochabend das Feuer auf den Mann eröffnet

Augenzeugen und Krankenhausvertretern zufolge handelte es sich bei dem Opfer um den 48-jährigen Yehuda Glick. Dieser steht einer Organisation vor, die Juden bestärkt, zum Tempelberg im Osten der Stadt zu pilgern. 

Der Tempelberg in der Altstadt ist einer der umstrittensten Orte der Welt. Er gehört zu den heiligsten Stätten der Juden und Muslime. Gebete sind dort generell jedoch nur Muslimen erlaubt.

An ultra-Orthodox Jewish man stands in the Al Aqsa Mosque compound, also known to Jews as the Temple Mount, in Jerusalem's old city, Wednesday, March 17, 2010. Israel on Wednesday lifted its tight restrictions on Palestinian access to Jerusalem's holiest shrine and called off an extended West Bank closure after days of clashes between Palestinians and Israeli security forces. Despite moving to end the lockdown, Israel still kept thousands of police officers on alert as an uneasy calm settled over the holy city. (AP Photo/Tara Todras-Whitehill)

Nur Muslime dürfen auf dem Tempelberg beten. Bild: AP

Der Vorfall ereignete sich inmitten zunehmender Spannungen in Jerusalem und den Palästinensergebieten. Seit Wochen kommt es immer wieder zu Zusammenstössen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

«Tränengas in Ostjerusalem» – die heilige Stadt kommt nicht zur Ruhe. twitter/sommervillebbc

Palästinenserpräsident Abbas machte die israelische Regierung für die Gewalteskalation der vergangenen Monate in Ost-Jerusalem verantwortlich. «Die Fortsetzung dieser Angriffe und der gefährlichen israelischen Eskalation bedeuten eine Kriegserklärung an das palästinensische Volk, an seine heiligen Stätten sowie an die arabische und muslimische Nation», liess Abbas über seinen Sprecher Nabil Abu Rudeina erklären. 

Extrem rechte Siedlerpartei organisiert Marsch zum Tempelberg

Der Chef der extrem rechten Siedlerpartei, Wirtschaftsminister Naftali Bennett, sagte, mit den Schüssen im Herzen Jerusalems sei «eine rote Linie aus Blut» überschritten worden. Für Donnerstag haben rechtsorientierte jüdische Aktivisten zu einem Marsch zum Tempelberg-Gelände aufgerufen. 

Daraufhin wurde der Tempelberg komplett von der Polizei abgeriegelt – eine beispiellose Massnahme. In der gesamten Jerusalemer Innenstadt wurden Sicherheitskräfte mobilisiert, um Unruhen zu unterbinden; sie wurden unterstützt von Polizeihelikoptern. 

Der Generaldirektor der Jerusalemer Shaare-Zedek-Krankenhauses, Jonathan Halevy, sagte, Glick sei im Hals, der Brust, im Bauch und an der Hand getroffen worden. Den Ärzten sei es gelungen, ihn zu stabilisieren. Sein Zustand sei aber kritisch. (rey/sda/dpa)

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