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«Die Wilden Kerle»-Schauspieler Nick Romeo Reimann über Mobbing am Set

Nick Romeo Reimann spricht erstmals über seine Erfahrungen am «Die Wilden Kerle»-Set.
Nick Romeo Reimann spricht erstmals über seine Erfahrungen am «Die Wilden Kerle»-Set.NDR/watson

«Halt die Fresse du Scheisskind»: Schauspieler spricht über Mobbing am «Wilde Kerle»-Set

Nick Romeo Reimann spielte eine der Hauptrollen in der Filmreihe aus den 2000er-Jahren. Eine neue Dokumentation beleuchtet nun seine Erfahrungen als Kinderschauspieler hinter den Kulissen.
05.03.2026, 17:2705.03.2026, 17:27

Autogramme, Blitzlichter und Gratiseintritt, wo auch immer man hingeht: Das war für die Schauspielenden des «Die Wilden Kerle»-Franchises jahrelang Realität. Die wilden Kerle sind eine Bande von Kindern, die leidenschaftlich gerne Fussball spielen und über fünf Filme ihre Ehre verteidigen müssen. Einer der Bande war Nerv, der von Nick Romeo Reimann verkörpert wurde. In einer Doku des NDR spricht der 28-Jährige nun erstmals über seine Erfahrungen am Set – und macht seinen Schauspielkollegen dabei Vorwürfe.

Die Figur Nerv kommt erst ab dem dritten Teil der Filmserie zum Cast hinzu. Nerv ist im Franchise ein Fan der wilden Kerle und möchte unbedingt zur Bande dazugehören. Diese findet ihn aber noch zu klein und – wie sein Name suggeriert – nervig. Nick Romeo Reimann war zur Zeit, als er für die Rolle gecastet wurde, selbst gerade mal acht Jahre alt. Trotzdem kam Reimann bei den Fans sofort sehr gut an und spielte bis zum Ende der Filmreihe eine der Hauptrollen.

«Ich habe eine unglaubliche Kälte von den anderen wilden Kerlen verspürt»

Hinter den Kulissen hatte es der junge Schauspieler aber laut seiner Aussagen im neuen Interview nicht leicht: «Die Bande war anders zu mir, sobald die Kamera abgeschaltet wurde.» Dann habe er nämlich alles andere als dazugehört. «Ich habe eine unglaubliche Kälte und Härte von den anderen wilden Kerlen verspürt.» Das sei für ihn als Kind schon fast sadistisch gewesen, wie er vor der Kamera all die Zuneigung bekam, die er sich wünschte, dann aber nachher sofort nicht mehr dazugehörte.

Reimann wurde von den anderen Kindern aber nicht nur ausgeschlossen, sondern auch «hart beleidigt»:

«Wir sassen oft in einer Runde und wenn ich an der Diskussion teilnehmen wollte, wurde mir gesagt: ‹Halt die Fresse, du Scheisskind, ich will nicht so verblöden wie du.›»

Obwohl Reimann in seinem Interview keinen der Namen der Täter nannte, war die Auswahl dafür nicht besonders gross. Jimi Blue Ochsenknecht spielte die Hauptrolle in der Bande. Ebenfalls Teil der wilden Kerle waren sein Bruder Wilson Gonzalez, Marlon Wessel, Raban Bieling, Leon Wessel-Masannek, Kevin Iannotta und Sarah Kim Gries.

Seit der Veröffentlichung des Interviews steht aber vor allem einer der Schauspieler unter Beschuss: Jimi Blue Ochsenknecht. Dies, weil eine der Attacken der Bande dazumal sogar auf Video aufgezeichnet wurde. So erzählte Reimann im Interview, dass er im Tourbus während der Kinotouren nicht in den abgetrennten hinteren Bereich des Fahrzeuges durfte. Dazu blendete der Sender einen Clip ein, bei dem der junge Nick Romeo Reimann zu sehen ist, wie er einem Kamerateam eine Bustour gibt.

Schon dazumal sagte der Schauspieler, dass er in diesen Bereich eigentlich nicht hinein dürfe. Als er dann das Abteil betritt, wird er erst von den anderen Schauspielern ignoriert, bevor Jimi Blue Ochsenknecht grinsend ruft: «Verpiss dich!» Der junge Reimann reagiert darauf nur mit den Worten: «Ja, das läuft hier immer so», bevor er das Abteil wieder verlässt.

NDR interviewte in der gleichen Doku auch noch Jimi Blue Ochsenknecht. Dieser erklärte dabei seine Sicht der Dinge: «Ich kann verstehen, dass die Zeit für Nick schwer war», beginnt der 34-Jährige seine Aussage. Und weiter: «Ich war damals einfach in einer Phase, in der ich mich extrem cool fand, und alles aus meinem Mund musste cool sein.» Am Ende seines Statements entschuldigte sich Ochsenknecht bei seinem ehemaligen Kollegen und betonte, wie ungesund Berühmtheit als Kind sei.

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Kramer
05.03.2026 19:06registriert September 2021
Klassische Gruppendynamik.
Der schwächste/kleinste kriegt das meiste ab weil er sich am wenigsten wehren kann.
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Vinje
06.03.2026 07:40registriert Dezember 2020
Und wo waren da die Erwachsene? Wer kümmerte sich um den kleinen Nick? Da müsste man vor allem die Produktionscrew zur Verantwortung ziehen.
Und junge Schauspieler müssen doch darin unterstützt werden im Umgang mit plötzlicher Bekanntheit. Nun ja, bei der Familie Ochsenknecht wundert es mich nicht wirklich…
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8
Liebe Manosphere-Männer, ihr habt Recht, aber ...
Nach dem Anschauen der «Inside the Manosphere»-Doku habe ich gemerkt, was ich wirklich für die Männer darin empfinde. Und was wir dagegen unternehmen können.
«Meine Frau nenne ich meine Spülmaschine», «Ich f*cke so viele Frauen, wie ich will, aber meine Ehefrau berührt keinen anderen Mann» oder «Ich bestimme, wann ich meinen Sch*anz in sie stecke»: Das sind Aussagen, die Manosphere-Influencer mit einem Millionenpublikum in der neuen Dokumentation «Inside the Manosphere» von Louis Theroux gemacht haben. Die Dok sorgt gerade weltweit für Entsetzen und zeigt Theroux beim Versuch, die Welt der «Red Piller» besser zu verstehen. Bei mir hat die Dokumentation aber ein ganz unerwartetes Gefühl ausgelöst.
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