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Russische Truppen auf der Krim.
Russische Truppen auf der Krim.
Bild: Reuters
Krim-Krise

Russische Truppen übernehmen weiteren Grenzposten – Videos zeigen massive Truppenbewegungen auf beiden Seiten 

09.03.2014, 11:46

Russische Truppen haben nach ukrainischen Angaben einen weiteren Posten der Grenztruppen auf der Krim übernommen. In dem Stützpunkt im Westen der Halbinsel sässen nun rund 30 ukrainische Soldaten fest, teilte ein Sprecher der Grenztruppen am Sonntag mit. Die Übernahme sei gewaltlos verlaufen. 

Erst am Samstag hatten russische Soldaten ukrainischen Angaben zufolge einen Aussenposten im Osten der Insel übernommen und die dortigen Soldaten vertrieben. Demnach sollen sie nun insgesamt elf Grenzposten auf der Krim kontrollieren. 

Die Lage auf der Krim ist seit Tagen angespannt. Nach dem Umsturz in Kiew übernahm Russland faktisch die Kontrolle über die Halbinsel, auf der auch der Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte liegt. Russische Sicherheitskräfte in Uniformen ohne Abzeichen haben die Kasernen des ukrainischen Militärs auf der Halbinsel umstellt. 

Die Regionalregierung will sich Russland anschliessen und hat die ukrainischen Soldaten aufgefordert, ihre Stützpunkte den Russen zu übergeben. 

Bundespräsident Burkhalter reist im Frühling nach Moskau

Bundespräsident Didier Burkhalter wird im Frühling nach Moskau reisen. Anlass sind die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen Schweiz-Russland. Burkhalter wird auch den Konflikt um die ukrainische Halbinsel Krim zur Sprache bringen. Dies bestätigte das Aussendepartement. Der Bundespräsident wird beim Besuch auch seine Rolle als Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wahrnehmen, wie die Sprecherin des Aussendepartements (EDA), Sonja Isella, laut Artikeln mehrerer Sonntagszeitungen sagte. Die OSZE versucht zurzeit, im Konflikt um die Zukunft der ukrainischen Halbinsel Krim zu vermitteln.  

Wegen der Krise um die Krim bewilligt der Bund zurzeit keine Waffenlieferungen mehr nach Russland, wie Marie Avet, Sprecherin des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), eine weitere Information der Sonntagszeitungen bestätigte. Der Bund habe solche Bewilligungen ohnehin nur sehr zurückhaltend erteilt.
Keinen Einfluss hat die Krise um die Krim vorderhand auf die Freihandelsgespräche zwischen der Schweiz und den anderen Mitgliedern der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) mit Russland. Die nächste Verhandlungsrunde finde wie geplant im April und voraussichtlich in der Schweiz statt, sagte Avet. Teil des geplanten Abkommens wären auch Kasachstan und Weissrussland.

Kiew dreht Krim Geldhahn zu

Die neue prowestliche Regierung in Kiew hat der moskautreuen Führung der Krim den Geldhahn zugedreht. Wegen einer Sperrung der Bankkonten könne das Autonome Gebiet laufende Geschäfte nicht mehr finanzieren, sagte Krim-Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew am Sonntag in Simferopol. Die Führung habe sich bereits an Moskau gewandt, um bei russischen Banken Konten zu eröffnen.

Die Halbinsel werde sowieso die russische Währung Rubel einführen, sollte die Mehrheit der Krim-Bevölkerung am kommenden Sonntag – wie erwartet – für einen Beitritt zu Russland stimmen, sagte Temirgalijew.

Die Partei Udar (Schlag) von Ex-Boxchampion Vitali Klitschko forderte am Sonntag die Schliessung der ukrainischen Grenze mit Russland sowie eine Sperrung des Luftraums der Ex-Sowjetrepublik. Die Führung in Kiew müsse verhindern, dass «Provokateure» aus Russland ihre «Aggression» fortsetzen könnten, hiess es in einer Mitteilung. 

Truppenbewegungen auf beiden Seiten

Vermutlich russische Truppen haben auch beim Landzugang zur Krim bei der Landenge von Perekop eine Stellung errichtet, wie dieser Tweet mit einem Video der ukrainischen Grenzwache zeigt:

Grosse russische Verbände zeigt dieses YouTube-Video in der Nähe von Krasnodar (östlich der Krim im russischen Kaukasvorland):

Video: Youtube/Russia onLine

Hier eine ukrainische Einheit von Schützenpanzern, die eine Basis in Lemberg (Lviv) verlässt: 

Video: Youtube/БоБо

Ukrainische Einheiten in Schitomir:

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(dhr/sda/reu/dpa)

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