DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Neue Foodwaste-Idee verdirbt Migros und Coop den Appetit

Die grossen Detailhändler lehnen den Vorstoss der GLP ab und setzen auf Freiwilligkeit.

Benjamin Weinmann / Nordwestschweiz



Es ist kein schöner Anblick, wenn frisches Essen im Abfall landet. Doch das ist bei den Schweizer Detailhändlern Alltag. Da werden Bananen und Brote entsorgt, obwohl sie noch nicht verdorben sind. Deshalb hat die grünliberale Nationalrätin Isabelle Chevalley kürzlich eine Interpellation zum Thema Foodwaste eingereicht.

Nationalraetin Isabelle Chevalley, GLP-VD, praesentiert an ihrem Insektenapero ein Schokolade Praline garniert mit einer jungen Feldheuschrecke, am Montag, 10. Maerz 2014 an der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete im Nationalrat in Bern. Chevalley will so Werbung fuer oekologische Essgewohnheiten machen, der Verzehr von Insekten wird von der aktuellen Gesetzgebung behindert. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Isabelle Chevalley hat eine Interpellation zum Thema Foodwaste eingereicht.  Bild: KEYSTONE

Sie will, dass die Lebensmittelspenden vereinfacht werden. Konkret verlangt die Waadtländerin eine Zusammenarbeitspflicht, wie sie in Frankreich für Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern bereits gilt. Sie sind verpflichtet, mit einem Hilfswerk entsprechende Spendenvereinbarungen abzuschliessen.

Pferd am Schwanz aufzäumen?

Diese Forderung stösst dem Detailhandelsriesen Migros jedoch sauer auf, wie einem Lobbying-Schreiben an alle Parlamentarier zu entnehmen ist. Die Migros lehne eine solche neue Pflicht klar ab, heisst es darin. Und weiter: «Der Detailhandel ist mit gerade einmal gut vier Prozent dasjenige Glied der Wertschöpfungskette, bei dem am wenigsten Foodwaste anfällt.»

Mit 45 Prozent seien die privaten Haushalte die grössten Verursacher, schreibt die Migros mit Verweis auf Angaben des Vereins Foodwaste.ch. Zudem würden schon heute mit der Migros, Manor, Coop und Denner die grössten Lebensmittelanbieter der Schweiz mit gemeinnützigen Organisationen wie «Tischlein deck dich», «Schweizer Tafeln» oder «Partage» zusammenarbeiten.

Bild

Ein weiteres Problem aus Migros-Sicht: «Für die sozialen Organisationen wäre es auch aus logistischen Gründen weder sinnvoll noch möglich, alle Filialen anzufahren.» Die Pflicht würde sich nicht umsetzen lassen. Stattdessen plädiert der orange Riese für eine freiwillige Zusammenarbeit, die bestens funktioniere. Ein neues Gesetz sei «absolut unnötig».

Sinnvoller erscheint der Migros hingegen die Motion der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats, welcher die grosse Kammer in der Sommersession bereits zugestimmt hat. Mit einer massvollen Lockerung von Vorschriften liessen sich vermehrt Lebensmittel, die für den menschlichen Konsum nicht mehr geeignet sind, als Tierfutter verwenden, heisst es in der Motion.

Mahlzeit im Eimer

Auch Coop wehrt sich gegen ein mögliches Gesetz. Man sei schon heute die grösste Spenderin von Lebensmitteln an die Organisation Tischlein deck dich und Schweizer Tafel, sagt Sprecherin Andrea Bergmann. Selber werfe man weniger als 0.2 Prozent der Lebensmittel weg.

Laut dem gemeinnützigen Verein Foodwaste.ch geht ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel zwischen Feld und Teller verloren oder wird verschwendet. Das entspreche pro Jahr rund 2 Millionen Tonnen Nahrungsmittel oder der Ladung von rund 140 000 Lastwagen, die aneinandergereiht eine Kolonne von Zürich bis Madrid ergeben würden. Fast die Hälfte der Abfälle werde laut dem Verein in Haushalten und der Gastronomie verursacht: Pro Person landen hier täglich 320 Gramm einwandfreie Lebensmittel im Abfall. Dies entspricht fast einer ganzen Mahlzeit. (aargauerzeitung.ch)

Schuld am Food Waste ist nicht der Supermarkt, sondern wir

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Bayern schlagen Dortmund dank Lewandowski-Hattrick

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Geh jetzt noch einkaufen!» – wie falsche Whatsapp-Nachrichten zu Hamsterkäufen animieren

In den sozialen Medien zirkulieren Falschinformationen über einen landesweiten Notstand und leeren Supermarktregalen. Der Bundesratssprecher warnt vor solchen Fake News.

Sie heissen Moni oder Dani, und sie müssen gewarnt werden. Derzeit machen verschiedene Sprachnachrichten auf Whatsapp die Runde, welche vermeintlich aus einem privaten Gespräch heraus weitergeleitet wurden.

Die Botschaft ist immer die gleiche: Heute soll der Notstand ausgerufen werden in der Schweiz, das wüssten die Sprachnachrichtenersteller aus guter Quelle. Deswegen solle man seine Einkäufe möglichst vorher noch erledigen.

Bei diesen Sprachnachrichten handelt es sich jedoch um Fake News. Der …

Artikel lesen
Link zum Artikel