Schweiz
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Und plötzlich erhält der St.Galler Geldspielgesetz-Gegner einen Casino-VR-Sitz angeboten



Am 10. Juni stimmt die Schweiz über das Geldspielgesetz ab. Die Schweizer Casinos und Lotterie­gesellschaften erhoffen sich von der Vorlage Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe. Dementsprechend hoch ist ihr Einsatz im Abstimmungskampf. Bereits bei der Ausarbeitung des Gesetzes waren sie involviert und letztlich waren es ihre zahlreichen Interessensvertreter, die die Vorlage durch das Parlament brachten.

Wie weit die Aktivitäten der Branche gehen, zeigt ein Bericht des Tages-Anzeigers.  Ein Journalist wollte an der gestrigen Pressekonferenz des Nein-Komitees zum Geldspielgesetz mehr über die Lobbying-Aktivitäten der Glücksspielbranche wissen. FDP-Nationalrat Marcel ­Dobler erwiderte, er habe nur eine Woche nach Zustandekommen des Referendums gegen das Gesetz ein «Angebot» erhalten: Ein Casino bot ihm einen Sitz im Verwaltungsrat an. Wer genau ihm die Offerte gemacht hatte, wollte der St.Galler nicht sagen.  

Beat Flach, Nationalrat GLP, Benjamin Fischer, Praesident Junge SVP, Pascal Vuichard, Praesident Junge GLP, Andri Silberschmidt, Praesident Junge FDP, Natalie Rickli, Nationalraetin SVP und Marcel Dobler, Nationalrat FDP, von links, propagieren im Namen vom «Komitee gegen Internet-Zensur und digitale Abschottung» ein Nein zum neuen Geldspielgesetz am Donnerstag, 5. April 2018 in Bern. Die Volksabstimmung ueber das geldspielgesetz findet am 10. Juni 2018 statt.(KEYSTONE/Lukas Lehmann)

FDP-Nationalrat Marcel Dobler (r.) an der gestrigen Pressekonferenz des Nein-Komitees zum Geldspielgesetz. Bild: KEYSTONE

Das Angebot des Casinos sei nicht explizit mit dem Gesetz verbunden gewesen, so Dobler weiter. Doch der Zeitpunkt lässt für ihn, der im Nationalrat als einer von nur fünf FDPlern gegen das neue Gesetz gestimmt hat, nur eine Schlussfolgerung zu: «Man wollte verhindern, dass ich mich gegen das Gesetz engagiere.» Das Angebot hat Dobler abgelehnt.  (mlu)

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Markus Ritzmann 06.04.2018 13:55
    Highlight Highlight Da hat sich die Kasino-Lobby ein schönes Ei gelegt. Spannend wäre, welche Parlamentarier da zugesagt haben.
  • Yo_Mo 06.04.2018 09:51
    Highlight Highlight Gehen nicht 50% des Gewinns eines Casinos an die AHV?
    • x4253 06.04.2018 12:35
      Highlight Highlight @ZH27
      Also sind die Casinos quasi ein wirtschaftliches perpetuum mobile :D
    • CASSIO 06.04.2018 20:48
      Highlight Highlight x4253: wenn Du diese "zombies" (sorry für diesen ausdruck, aber das war mein erster und einziger eindruck, als ich solche kurz nach mittag im casino sah) an einem normalen wochentag in einem casino siehst, wie sie mehrere slotmachines besetzen und hin- und herhüpfen von einem automaten zum andern, dann gibt's nichts mehr zu lachen. das ist wirklich bemitleidenswert.
  • Hexentanz 06.04.2018 09:26
    Highlight Highlight Die Abstimmung ist mal wieder eine richtige Wahl zwischen Pest und Chollera.

    Zum einen die Milliarden die über die Jahre von den Erträgen der Casinos etc. in die AHV fliessen, zum anderen die Netzsperre und Zwänge.

    Werde wohl gegen Netzsperre Stimmen, vorallem da eine solche das spielen im Ausland nicht wirklich verhindert und wohl mit einem DNS Proxy oder sonst VPN sicherlich umgangen werden kann - was im Zeitalter von Tor-Browser und Browser Proxy Addons sicher immer wie mehr können ohne KnowHow.

  • äti 06.04.2018 09:18
    Highlight Highlight Ich dachte, die ausländischen Casinos und Lotterien buttern da enorm viel Geld in die Abstimmung. Orte ich was Falsches?
    • dan2016 06.04.2018 11:16
      Highlight Highlight nun, diesmal hat die PR Agentur der ausländischen Anbieter den Stein ins Rollen gebracht. Nächstes Mal wieder von der anderen Seite.
  • IchSageNichts 06.04.2018 09:09
    Highlight Highlight unglaublich... blöd von den Casinobetreibern und auch unglaublich was da abgeht.

    Dobler ist ja wohl der schlechteste Fisch den man sich damit angeln wollte. Der Typ hat Digitec gegründet und an die Migros verkauft. Der wird sicher nicht wegen 100'000 Fränkli irgendeneinen Job machen und vorgefertigte PR Agentur Texte ablesen. Fragt doch irgendeinen anderen...
  • Yonko 06.04.2018 08:23
    Highlight Highlight Geht zum Glück unter Lobbyismus sonst wären wir auf dem Korruptionsindex nicht an 3. Stelle😜
    • Simon Probst 06.04.2018 09:44
      Highlight Highlight evtl. ist einfach auch nur der korruptionsindex kurrupt ;)

      in meiner naivität, bin ich mal wieder äusserst schockiert über gängige paxis in der politik

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